Bei Zoster gleich mit der Schmerztherapie beginnen

CME, Oct 2017

Gürtelrose nicht ernst zu nehmen, ist ein Fehler. Das gilt auch und besonders für die Schmerztherapie: Sie gehört obligatorisch dazu.

A PDF file should load here. If you do not see its contents the file may be temporarily unavailable at the journal website or you do not have a PDF plug-in installed and enabled in your browser.

Alternatively, you can download the file locally and open with any standalone PDF reader:

https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2Fs11298-017-6357-7.pdf

Bei Zoster gleich mit der Schmerztherapie beginnen

Bei Zoster gleich mit der Schmerztherapie beginnen Thomas Meißner - „Das heilt von selber!“ Diese Au assung zur Gürtelrose (Herpes zoster) ist erstaunlicherweise nach wie vor verbreitet. Doch es gibt jeden Grund, Herpes zoster ernst zu nehmen. Über zwei bis vier Wochen muss bei e-i ner akuten Zoster-Erkrankung mit signiƒkanten therapiep„ichtigen Schmerzen gerechnet werden. Zuweilen beginnt der Schmerz schon vor den E†oreszenzen. Bestehen solche Schmerzen länger als 90 Tage nach Einsetzen des Hautausschlags, wird von postherpetischer Neuralgie (PHN) gesprochen. Je älter der Zoster-Patient ist, desto wahrscheinlicher wird eine PHN: Liegt die Rate bei etwa 50-Jährigen bei 10%, ist bei über 85-jährigen Zoster-Patienten jeder Zweite Opfer der PHN – mit teils brennenden Dauerschmerzen, attackenartigen lanzinierenden Schmerzen und/ oder Allodynie/Hyperpathie. Hinzu kommt ein zum Teil quälender Juckreiz. Innerhalb von 72 Stunden reagieren All dies sind Gründe, möglichst unmittelbar nach Au¢reten der typischen Bläschen mit der antiviralen Behandlung zu beginnen, spätestens innerhalb von 72 Stunden. In erster Linie werden dazu Aciclovir oder Brivudin genutzt, bei schweren Fällen wird die intravenöse Gabe nötig. Die topische Behandlung beschleunigt das Eintrocknen der Bläschen, mindert den Juckreiz und beugt der sekundären bakteriellen Infektion vor. Diese erfordert unter Umständen die gezielte Antibiose. „Was allzu häuƒg versäumt wird, ist eine ausreichende Schmerztherapie“, sagt Dr. Oliver Emrich, Allgemeinarzt am Schmerzzentrum Ludwigshafen. „Sie sollte frühzeitig eingeleitet werden“, empƒehlt der Vizepräsident der Deutschen Gesellscha¢ für Schmerzmedizin (DGS). e c n a ill a e irt u c p /y n a m r e G , G K A I P A K O / d e ifr u e N © Patient mit Herpes Zoster im Brust- und Bauchbereich. „Wichtig ist, die individuelle Dosis mit zu Beginn niedrigen Medikamentenkonzentrationen zu titrieren, Ziel ist eine mindestens 30- bis 50%ige Schmerzlinderung“, sagt Emrich. „Dieses Setting kann von nichtmedikamentösen und lokalen Verfahren „ankiert werden.“ Dazu gehören topische Verfahren mit Lidocain oder ein Versuch mit Capsaicin-P„astern sowie Lokal- und Leitungsanästhesien. Eine transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) muss supraläsionell oder kontralateral erfolgen, keinesfalls im Schmerzgebiet.


This is a preview of a remote PDF: https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2Fs11298-017-6357-7.pdf

Thomas Meißner. Bei Zoster gleich mit der Schmerztherapie beginnen, CME, 2017, 26-26, DOI: 10.1007/s11298-017-6357-7