Seltsam an- und abschwellende Stirn-Beule

MMW - Fortschritte der Medizin, Oct 2017

Springer Medizin

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Seltsam an- und abschwellende Stirn-Beule

MMW Fortschritte der Medizin Seltsam an- und abschwellende Stirn-Beule Hier erhalten Sie Rat binnen 0 1 Stunden: 0 1 0 Dr. med. Peter Stiefelhagen Internist , Hachenburg 1 Prof. Dr. med. Hermann S. Füeßl Internist , München - www.springermedizin.de/ mmw-sprechstunde Hautbefund ?Dr. Reinhard Sattler, Hei ningen: Eine 45-jährige, sonst immer gesunde Patientin berichtet von rezidivierend spontan auftretenden, schmerzlosen Beulen an der Stirn, die sich weich, eher schwammig anfühlen. Nach ca. einem halben Tag sind die Schwellungen dann wieder verschwunden. Die Schwellung tritt nicht exakt an derselben Stelle auf, allerdings schon im selben Bereich, nämlich der linken Stirnhälfte. Anfang Juni bemerkte die Patientin erstmals eine Beule, damals oberhalb des Haaransatzes. Das Phänomen trat dann Mitte Juni wieder auf (Abb. 1), und etwa eine Woche später noch einmal. Nach einer längeren Pause bemerkte die Patientin die Beule Ende September wieder. Eine Hämatomverfärbung wurde nicht beobachtet. Der Zyklus der Patientin ist – bedingt durch Einnahme der Pille – sehr regelmäßig, mit relativ starker Blutung in den ersten Tagen. Sie hat zwei Kinder. Was könnte der Grund für die schnell an- und abschwellenden Beulen sein? !MMW-Experte Stiefelhagen: Die Frage ist, ob die Schwellung immer an derselben Stelle au ritt. Dies würde am ehesten für eine Talgretentionszyste, also ein Atherom sprechen, das sich immer wieder schnell spontan entleert. lrtt e a S . R © oder Epidermalzysten mit spontaner Entleerung. Angesichts des Šüchtigen Geschehens und der Lokalisation ist eine bioptische Klärung problematisch und das Œerapieziel unklar. Es geht wohl mehr um eine Beruhigung der Patientin hinsichtlich der Prognose. !MMW-Gastexperte PD Dr. med. Thomas Jansen, Dermatologe, Bochum: Als Ursache für die beschriebene symptomlose, einseitige Weichteilschwellung kommt am ehesten eine Epidermoidzyste oder ein Lipom in Betracht. In seltenen Fällen können andere Ursachen wie eine Trichilemmalzyste (Atherom) verantwortlich sein. In diesem Zusammenhang sei noch auf eine mögliche andere, aber seltene Ursache hingewiesen, den Pott’s Pu–y Tumor. Hierbei handelt es sich um eine Zyste, deren Flüssigkeit mit dem intrakraniellen Raum (Epiduralraum) in Verbindung steht. Diese kommunizierende Fistel entwickelt sich – z. B. als Komplikation einer Sinusitis – aus einer Osteo myelitis des Stirnbeins und führt im weiteren Verlauf zu einer Schwellung des frontalen Weichgewebes. Angesichts der möglichen Ursachen sollte bei der Patientin die klinische Verdachtsdiagnose mit bildgebenden Verfahren abgeklärt und eine operative Revision des unklaren Tumors erwogen werden. ■ Abb. 1 Diese Beule war Stunden später verschwunden. !MMW-Experte Füeßl: Auf den ers ten Blick fällt bei der Patientin eine fast männlich wirkende Stirnglatze bei sonst dichtem Haarwuchs auf. Wie lange besteht dieser Aspekt schon? Weiterhin erkennt man an der Schläfe links bandförmige Hyperpigmentierungen, die einem Chloasma uterinum entsprechen könnten. Ein spurloses Verschwinden der Veränderungen unter intakter Haut nach nur einem halben Tag schließt spontane Einblutungen, gutartige oder bösartige Tumoren, aber auch entzündliche Prozesse praktisch aus. Es dür e sich eher um ein funktionelles Geschehen handeln. Zu denken wäre an ein Angioödem mit atypischer Lokalisation, eine Endometriose, an mukoide Pseudozysten


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Springer Medizin. Seltsam an- und abschwellende Stirn-Beule, MMW - Fortschritte der Medizin, 2017, 24-24, DOI: 10.1007/s15006-017-0158-5