Der schwere Weichteilschaden an der Hand
Besonderheiten der Versorgung von Haut-Weichteil- Defekten der Hand
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Funktionelle Anforderungen
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B.Reichert Klinik fr Plastische, Wiederherstellende und Handchirurgie, Zentrum fr Schwerbrandverletzte, Klinikum Nrnberg
Die schwere kombinierte Handverletzung
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bei aber unkompliziert einfalten lassen
und darf den zur Beugung
gekrmmten Fingergliedern nicht im Wege sein.
Auf der Streckseite muss die Haut
mglichst dnnschichtig, im Gelenkbereich
elastisch und mit Reserven ausgestattet
sein, auch hier mit Rcksicht auf die je
nach Bewegungszustand der Hand
unterschiedlichen Erfordernisse. Kommt es zu
Strungen dieser Hautqualitten, ist
immer auch die Handbeweglichkeit gestrt.
Bereits kleine Verletzungen mit einem
Verlust an Haut- und/oder
Weichteilgewebe mssen unter diesem Gesichtspunkt
bewertet werden.
Mit der Haut als Grenzorgan verliert
die Hand bei Defektverletzungen
zustzlich als weitere wesentliche Qualitt ihre
Sensibilitt. Whrend dies am
Handrcken noch mit vergleichsweise wenigen
Beeintrchtigungen einhergeht, stellt
dieser Aspekt auf der Beugeseite immer ein
wesentliches Problem dar, welches bei der
Abb. 1 9 Beispielfall 1,
a schwerste
Handverletzung, b erfolgreiche
Revaskularisierung des
Mittelfingers, jedoch Mumifizierung
des Ringfingers, c
Reamputation des Ringfingers und
biochirurgisches
Dbridement, d
Ausheilungsergebnis nach
Defektrekonstruktion mit Spalthaut unter
Erhalt des Mittelfingers,
weitere Erluterungen s. Text
Abb. 2 8 Beispielfall 2, Kreissgenverletzung, a Unfallbild, b Markierung der Ausdehnung des
lappenpflichtigen Defekts auf der ulnaren Seite des angrenzenden Daumengrundglieds, c
Perforatorlappenplastik, d Deckung des Lappens mit Spalthaut und Verschluss des Entnahmedefekts, e
Ausheilungsergebnis nach 3 Monaten, weitere Erluterungen s. Text
Wahl der rekonstruktiven Optionen
sorgfltig beachtet werden muss.
Versorgung Verfahrenswahl
und evtl. Verlegung
Der wiederherstellende Chirurg muss bei
der Versorgung von
Haut-Weichteil-Defekten an der Hand die ganze
Bandbreite der technischen Mglichkeiten kennen
und mglichst auch selbst beherrschen.
Erfordert die Komplexitt einer
Defektverletzung aufwendige, gar
mikrochirurgische Verfahren, ist der Verzicht auf
eine solche Versorgung durch fehlende
Mglichkeiten vor Ort nicht zu
rechtfertigen. Die Weichteilrekonstruktion sollte
dann mit aufgeschobener Dringlichkeit
nach Weiterverlegung des Patienten in ein
geeignetes Zentrum erfolgen, auch wenn
prinzipiell mit Rcksicht auf exponierte
tief liegende Strukturen wie Sehnen oder
Nerven zgig ein Wundverschluss
erfolgen soll. Auch an der Hand kann dann
beispielsweise ein
Unterdruckfolienverband indiziert sein, besonders wenn der
Haut-Weichteil-Defekt sensible
anatomische Strukturen in der Tiefe entblt und
diese bei anderen Verbandsanordnungen
vor sekundren Schden nicht effektiv
geschtzt werden wrden. Die
Unterdrucktherapie kann darber hinaus
antidemats wirken, die Folienabdeckung stellt
eine sichere Keimbarriere dar. Eine
undifferenzierte Anwendung von
Vakuumversiegelungen ber lange Zeit, die eine
dringlich indizierte vaskularisierte
Deckung unntig verzgert, ist aber
unbedingt zu vermeiden [6].
Stellenwert des
Wunddbridements
Vor einer Geweberekonstruktion muss
sichergestellt sein, dass die bestehende
Wunde fr eine Deckung berhaupt
geeignet ist. An der Hand ist typischerweise
zunchst ein sorgfltiges
Wunddbridement erforderlich. Es ist fr den Erfolg der
Behandlung von grter Bedeutung und
muss daher mit hchster Sorgfalt
durchgefhrt werden. Standard ist die Nutzung
einer Lupenbrille und einer
Oberarmblutsperre.
Ziel ist die Beseitigung nicht mehr
vaskularisierten Gewebes. Es ist
problematisch und kann fehlerhaft sein, schwer
kontusioniertes, aber scheinbar noch
blutendes Gewebe zurckzulassen. In der
Regel stellt sich in derartigen Fllen bei
der Second-Look-Operation heraus, dass
man flschlicherweise zu optimistisch
war. Gerade mit Blick auf Hautschden
sollte man sich vergegenwrtigen, dass
fr Rekonstruktionen inzwischen sehr
gute und sichere Optionen verfgbar sind.
Bei entsprechender Behandlung darf eine
frhzeitigere und gnstigere
Ausbehandlung erwartet werden, als wenn
langwierige und abwartende Manahmen
gewhlt werden, mit welchen erst nach
entsprechend lngerer Zeit die geforderte
vollstndige Sauberkeit und Vitalitt der
Wunde erreicht werden.
Das Dbridement stellt hohe
Anforderungen an die speziell handchirurgischen
Fhigkeiten und anatomischen
Kenntnisse und setzt mikrochirurgische Erfahrung
voraus. Das vollstndige
handchirurgische Armamentarium einschlielich
mikrochirurgischen Instrumentariums und
eines Operationsmikroskops muss bei
entsprechenden Verletzungen
bereitstehen. Wenn irregulre anatomische
Bedingungen bekannt sind, knnen
ausnahmsweise alternative Methoden fr das
Dbridement genutzt werden.
Beispielfall 1. In . Abb.1 ist der Verlauf
bei einem Patienten mit schwerster
Handverletzung mit zerfetztrandigen Wunden
und u. a. Zerstrung der arteriellen
Gefversorgung der Finger III und IV
gezeigt (. Abb.1a ). Nach u. a. Einsatz eines
v-frmigen Veneninterponats kam es zur
erfolgreichen Revaskularisierung des
Mittelfingers, nicht jedoch des ebenfalls
angeschlossenen Ringfingers (. Abb.1b ). Die
Durchfhrung des neben der
Reamputation des mumifizierten Ringfingers
erforderlichen Dbridements war wegen der
unklaren Lage des nicht sichtbaren
Veneninterponats stark erschwert. Um
dieses und damit den Mittelfinger nicht zu
gefhrden, wurde biochirurgisch
debridiert (. Abb.1c ). Die
Defektrekonstruktion mit Spalthaut gelang unter Erhalt des
Mittelfingers (. Abb.1d ).
Kleine Handverletzung
Mehr als ein Drittel aller Unflle am
Arbeitsplatz fhren zu einer
Handverletzung. Schon bei Quetschverletzungen,
aber auch bei Schnittwunden und
hnlichem knnen Hautdefekte resultieren.
Vergleichsweise kleine Wunden knnen
dabei zu erheblichen Folgeproblemen
fhren.
Die Greifflche erfordert eine
stabile und mglichst sensible
Gewebequalitt. Hufig sind dafr intrinsische
Lappenplastiken gebruchlich, wobei aber
immer eine Sekundrmorbiditt toleriert
werden muss. In den letzten Jahren
mehren sich Berichte, dass insbesondere
Gewebedefekte an den Endgliedern durch
Semiokklusivverbnde effektiv und
schonend und mit funktionell befriedigenden
Ergebnissen konservativ behandelt
werden knnen [5].
Zu den zahlreichen intrinsischen
Lappenplastiken, auf die hier nicht
umfassend eingegangen werden kann, traten
mit den Perforatorlappen in jngerer Zeit
Verfahren hinzu, die auch in der brigen
rekonstruktiven Chirurgie eine groe
Bedeutung erlangten [4]. Der Vorteil dieser
Methode ist im geschilderten Beispielfall
2 (. Abb.2 ) die sichere Bedeckung der
breitflchig exponierten und
frakturierSevere soft tissue defects of the hand
Zusammenfassung
Bereits kleinere Weichteilverletzungen der
Hand knnen zu funktionell relevanten
Defekten fhren, sodass hohe Anforderungen
an die Versorgung zu stellen sind. Fr
schwerwiegende Defektwunden nach greren
Traumen gilt dies ohnehin. Als taktiles Organ
bentigt die Hand nicht (...truncated)