Infektionen nach Verletzungen am Fuß

Trauma und Berufskrankheit, Mar 2003

Fußinfektionen nach Trauma können nur selten konservativ behandelt werden.Das Infektionsausmaß ist durch Ultraschall, Nativröntgen, CT,MRT und Szintigramm einzugrenzen. Die operative Revision muss die Ursachen der Infektion erkennen und beseitigen, eine evtl.Gelenkbeteiligung therapieren, Sequester und Nekrosen radikal entfernen sowie die Instabilität beheben.Hautweichteildefekte sind sekundär plastisch zu verschließen, Knochendefekte mit autogener Spongiosa aufzubauen.Zur Erreichung rascher Belastungsfähigkeit sind alle physiotherapeutischen Möglichkeiten einschließlich teilentlastendem Gehapparat einzusetzen. Trotz Anwendung aller geeigneten Mittel verbleiben häufig Schädigungen, die eine Berufshilfe und/oder Rentenleistungen erfordern.Um schlechte Ergebnisse bei Infektionen nach Verletzungen am Fuß zu vermeiden, muss in erster Linie der Patient mit seinen individuellen Bedürfnissen behandelt werden.Oft sind Etappenrevisionen erforderlich, denn bekanntermaßen verhelfen viele kleine Schritte dazu,große Probleme zu lösen.

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Infektionen nach Verletzungen am Fuß

Matthias Bhler Hergo G. K. Schmidt Abteilung Septische Chirurgie BG-Unfallklinik Frankfurt am Main BG-Unfallkrankenhaus Hamburg - Fuinfektionen nach Trauma knnen nur selten konservativ behandelt werden. Das Infektionsausma ist durch Ultraschall, Nativrntgen, CT, MRT und Szintigramm einzugrenzen. Die operative Revision muss die Ursachen der Infektion erkennen und beseitigen, eine evtl. Gelenkbeteiligung therapieren, Sequester und Nekrosen radikal entfernen sowie die Instabilitt beheben. Hautweichteildefekte sind sekundr plastisch zu verschlieen, Knochendefekte mit autogener Spongiosa aufzubauen. Zur Erreichung rascher Belastungsfhigkeit sind alle physiotherapeutischen Mglichkeiten einschlielich teilentlastendem Gehapparat einzusetzen.Trotz Anwendung aller geeigneten Mittel verbleiben hufig Schdigungen, die eine Berufshilfe und/oder Rentenleistungen erfordern. Um schlechte Ergebnisse bei Infektionen nach Verletzungen am Fu zu vermeiden, muss in erster Linie der Patient mit seinen individuellen Bedrfnissen behandelt werden. Oft sind Etappenrevisionen erforderlich, denn bekanntermaen verhelfen viele kleine Schritte dazu, groe Probleme zu lsen. Fuinfektionen nach Trauma Diagnostik bei Fuinfektionen Therapie von Infektionen nach Verletzungen am Fu Nach Verletzungen am Fu mit Durch trennung des intakten, schtzenden Hautmantels kann es auf unterschiedlichen Wegen zur Infektion von Weichteilen oder Knochenstrukturen kommen. Zum einen kann eine hohe primre Keiminokulation durch erfolgte Traumatisierung, also als unmittelbare Verletzungsfolge, zur Infektion fhren, zum anderen kann eine sprunghafte bakterielle Vermehrung in traumatisch entstandenen Weichteil- und Knochennekrosen eintreten, welche sekundr den Behandlungsverlauf kompliziert. Darber hinaus besteht die Mglichkeit einer Infektauslsung durch die Einbringung von Fremdmaterial und Bakterien whrend der operativen Behandlung. Der Fu ist besonders infektionsgefhrdet, weil hier nur eine dnne Weichteilabdeckung besteht und auch beim Gesunden die Durchblutung dort deutlich schlechter ist als in proximal gelegenen Extremittenabschnitten. Es ist bekannt, dass die Durchblutungsrate am Fu 4-mal schlechter ist als beispielsweise in der Umgebung des Hftgelenks, an den oberen Extremitten oder am Schdel. Darber hinaus manifestieren sich gerade am Fu viele Symptome anderer Erkrankungen besonders ungnstig, wie z. B. bei Diabetes mellitus, dem postthrombotischen Syndrom oder der arteriellen Verschlusskrankheit. Die genannten Grnde fhren zu einer deutlich hheren Infektionsrate nach Fuverletzungen, im Vergleich zu Verletzungen in weiter proximal gelegenen Abschnitten. Die postoperative Infektrate ist am Fu hher als an der oberen Extremitt. Klinische Diagnostik Nach konservativer oder operativer Behandlung einer geschlossenen oder offenen Fraktur ist der ungestrte komplikationslose Heilverlauf durch kontinuierlich abnehmende Schwellung in Verbindung mit eintretender Schmerzreduktion im Verlauf von etwa 7 Tagen gekennzeichnet. Kommt es zu einer Infektion, bilden sich die posttraumatischen Symptome dagegen nicht kontinuierlich zurck, es treten vielmehr weitere Symptome hinzu. Es kommt zu den klassischen Infektzeichen wie Rtung (rubor) und berwrmung (calor). Dabei entwickeln sich meist Fieber sowie, beim Auftreten eines Abszesses, eine fluktuierende Schwellung im Verletzungsbereich. Bei phlegmonser Ausbreitung findet sich eine zunehmende Springer-Verlag 2003 M. Bhler H.G.K. Schmidt Infections after foot injuries When trauma is followed by infections in the foot it is rarely possible to treat these adequately by conservative means. After clinical examination, both laboratory tests and microbiological analysis are mandatory.The severity and extent of the infection must be determined by ultrasonography, plain X-rays, CT, MRI and scintigraphy.The causes of the infection must first be found and then removed by specific surgical revision techniques: any joint involvement must be treated, instability eliminated, and radical debridement performed to remove areas of soft tissue necrosis and bone sequestra. Skin and soft tissue defects need to be closed by plastic reconstruction performed as a secondary procedure; bony defects can be built up with autogenous cancellous bone. All the options open to physiotherapy, including appliances allowing partial weight-bearing, should be used with the aim of early mobilisation and weight-bearing. Even so, impairments that are sufficiently severe to require occupational rehabilitation and/or justify a partial disability pension often persist.To avoid poor results of treatment in the case of infections following injury to the foot, it is essential that the primary treatment be individually tailored to the patient. Frequent revision is needed at each stage, since many small steps can help to solve big problems. schmerzhafte Hautrtung mit Schwellung, wobei Spannungsblasen der Haut auftreten knnen. Wird die Infektion nicht rechtzeitig erkannt, die Behandlung nicht konsequent durchgefhrt, besteht die Mglichkeit der Fistelentstehung mit serser, spter eitriger Sekretion.Auch infektbedingte Knochen- und Weichgewebenekrosen knnen entstehen. Unbehandelt kann die Infektion vom Fu ausgehend metastatisch Infektionen in anderen Extremittenabschnitten oder Organen erzeugen. Die Infektion kann sich aber auch kontinuierlich oder diskontinuierlich nach zentral hin ber das Subkutangewebe, die Faszien sowie die Lymphbahnen ausbreiten. Auf diesem Weg entstehen eine Fasziitis, eine Lymphangitis oder eine Lymphadenitis. Schlielich kann es bei unzureichender oder zu spt eingeleiteter Therapie einer Fuinfektion zur generalisierten Infektion, also zur Sepsis mit Multiorganversagen kommen, der Tod kann eintreten. Laboruntersuchungen, mikrobiologische Diagnostik Im posttraumatischen komplikationslosen Verlauf sind sowohl die BSG beschleunigt als auch die Leukozytenzahl sowie das CRP erhht. Entwickelt sich eine Infektion, kommt es nicht zu einer Normalisierung der genannten Parameter, sie steigen vielmehr in ungewhnlicher Weise sehr hoch an oder zeigen nach kurzzeitiger Rckbildung ber wenige Tage einen erneuten Anstieg. Trotz persistierender Infektion knnen die genannten Parameter im weiteren Verlauf, also nach Wochen und Monaten, wieder Normalwerte aufweisen, ohne dass die Infektion saniert wurde, d. h. normale Laborwerte schlieen eine Infektion nicht aus. Die Beurteilung der Laborwerte hat immer in Verbindung mit der vorliegenden klinischen Situation zu erfolgen. Nach entstandener oder bei sich entwickelnder Infektion ist es zwingend erforderlich, die Art und speziell die Resistenz des infektauslsenden Erregers zu kennen, d. h. ein mikrobiologisches Abradat wird bentigt. Eiter ist hufig steril, es ist daher gnstiger, Gewebe vom Rand der Infektion zu gewinnen. Das gewonnene Abradat von infiziertem Gewebe, entnommen mit Skalpell, LuerZange oder Krettenlffel, muss mglichst rasch, in einem geeigneten Transportmedium eingebettet, zur (...truncated)


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Matthias Bühler, Hergo G. K. Schmidt. Infektionen nach Verletzungen am Fuß, Trauma und Berufskrankheit, 2003, pp. s332-s339, Volume 5, Issue 2 Supplement, DOI: 10.1007/s10039-002-0649-0