Service-Roboter im Blick der Technikfolgenabschätzung

TATuP - Zeitschrift für Technikfolgenabschätzung in Theorie und Praxis, Aug 2011

Michael Decker

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Service-Roboter im Blick der Technikfolgenabschätzung

TA-PROJEKTE gence of dietary habits in developing and newly industrialized countries towards those of industrialized countries implicates that meanwhile nutrition research referring to industrialized countries seems to be easily combinable with a respective research referring to developing countries. Thus, the outlined research might simultaneously lead to a deeper understanding of our local dietary habits in the context of globalization which also confront society with major challenges (overweight, obesity and other diet-related diseases). Reference Dusseldorp, M.; Sauter, A., 2011: Forschung zur Lösung des Welternährungsproblems – Ansatzpunkte, Strategien, Umsetzung. TAB-Arbeitsbericht Nr. 142, Berlin; http.//www.tab-beim-bundestag.de/de/pdf/publikationen/berichte/TAB-Arbeitsbericht-ab142.pdf Contact Marc Dusseldorp Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) Neue Schönhauser Straße 10, 10178 Berlin Phone: +49 (0) 30 / 2 84 91 - 1 14 Email: «» Seite 76 Service-Roboter im Blick der Technikfolgenabschätzung von Michael Decker, ITAS 1 Hintergrund Service-Robotern wird ein ähnlich bedeutendes Innovationspotenzial wie Industrierobotern vorhergesagt. Hierbei wird zunächst definiert, dass unter Service-Robotern alle „NichtProduktionsroboter“ gefasst werden. Heutige Service-Robotersysteme werden v. a. im Bereich Verteidigung, Rettung und Sicherheit, gefolgt von der Landwirtschaft – hier v. a. Melk roboter – eingesetzt. Dies sind Bereiche, in denen die Service-Roboter mit einem menschlichen Experten gemeinsam und unter dessen Aufsicht und/oder in einem geschützten Raum betrieben werden. Solche Anwendungen stellen also einen Übergangsbereich zwischen Industrierobotik und einer allgemeinen Servicerobotik dar. Der Roboter ist zwar nicht mehr in seinem „Sicherheitskäfig“, der üblicherweise aus Sicherheitsgründen in der Produktion errichtet wird, aber er wird nur in Bereichen eingesetzt, in denen gemeinhin kein unbeteiligter Dritter dem Roboter begegnen kann bzw. kein Dienst unmittelbar an und um Menschen herum verrichtet wird. Der Mensch, der mit dem Roboter kooperiert, kann für diese Kooperation geschult werden und wird damit bis zu einem gewissen Grad selbst Roboterexperte. Viele Dienstleistungen zeichnen sich aber dadurch aus, dass sie in menschenreichen Umgebungen durchgeführt werden müssen bzw. dass sie eine Dienstleistung an Menschen darstellen (Kranken-/Altenpflege). Die Menschen, die hier in Kontakt mit den Robotern kommen, können nur bedingt zu Roboterexperten ausgebildet werden. Diese Dienstleistungen bringen also mit sich, dass Robotiklaien mit Robotern umgehen müssen und dass Unbeteiligte im Umfeld des Roboters anzutreffen sind. Darüber hinaus spielt sich die Dienstleistung in der normalen Lebenswelt ab, die nur sehr bedingt für einen Robotereinsatz angepasst werden kann. Technikfolgenabschätzung – Theorie und Praxis 20. Jg., Heft 2, Juli 2011 TA-PROJEKTE Eine neue Forschungsgruppe beschäftigt sich mit der multidisziplinären Fragestellung einer Technikfolgenabschätzung zu ServiceRobotern.1 Dabei sollen die Perspektiven der einzelnen wissenschaftlichen Disziplinen in einen interdisziplinären Argumentationszusammenhang gebracht werden, wobei die Argumentation auf konkrete Handlungsempfehlungen für gesellschaftliche/politische Entscheidungen abzielt.2 Im Folgenden werden die relevanten Aspekte der verschiedenen Fachrichtungen kurz skizziert. 2 Technische Perspektive Aus technischer Perspektive ist die größte Herausforderung, den Roboter in die Lage zu versetzen, die Serviceleistung technisch einwandfrei zu erbringen. Es gehört grundlegend dazu, dass sich der Roboter „autonom“ in einer für ihn bis dato unbekannten Umgebung zurechtfinden kann. Voraussetzung dafür ist, dass er sich an ein Umfeld, in dem er die Dienstleistung erbringen soll, anpassen kann, d. h. der Roboter muss in die Lage versetzt werden, lernen zu können. Hier werden verschiedene wissenschaftliche Ansätze verfolgt, die unter anderem zum Ziel haben, ein Lernen „wie bei Menschen“, in dem „Versuch und Irrtum“ eine zentrale Rolle spielen, zu realisieren. Eine humanoide Gestalt (Rumpf, Kopf, Arme und Beine etc.) wird dabei oftmals als ein Vorteil für das Lernen angesehen, weil es sowohl Menschen eher animiert, sich mit dem Roboter zu beschäftigen, als auch den Roboter „körperlich“ auf eine Umgebung anpasst, die für Menschen optimiert ist. Während für das letzte Argument „humanoid“ nur heißt, dass der Körper über menschenähnliche Ausmaße und Bewegungsmöglichkeiten verfügt, kann es für die Unterstützung des Lernens interessant sein, den Roboter noch menschenähnlicher zu machen – so etwa androide oder gynoide Roboter. Diese Menschenähnlichkeit kann auch relevant werden, wenn es darum geht, „soft skills“ wie Freundlichkeit, Zuvorkommenheit etc., die man gemeinhin mit Dienstleistungen verbindet, zu bewerten, wenn es zu einem Ersatz von Personen durch Roboter käme. 3 Ökonomische Perspektive Aus mikroökonomischer Perspektive sind insbesondere folgende Fragestellungen relevant: Welche Anreize gibt es für einzelne Akteure, Service-Roboter zu entwickeln oder einzusetzen (etwa Knappheit von Pflegepersonal in einer alternden Gesellschaft und die daraus resultierenden Gewinnerzielungsmöglichkeiten)? Welche Kosten fallen bei der Entwicklung und beim Einsatz der Roboter an (Verfügbarkeit von qualifiziertem Personal, das den Roboter bedient, Umrüstungskosten von öffentlichen Räumen, Kosten für die Schaffung von Akzeptanz)? In diesem Kontext treten weitere Fragen auf: Wer trägt welche Kosten? Welche Erträge fallen an? Wer erhält sie? Sind diejenigen, die die Kosten tragen, auch diejenigen, die von den Erträgen profitieren? Aus makroökonomischer Perspektive ist eine Einschätzung der Bedeutung des Dienstleistungssektors für die Volkswirtschaft notwendig. Dieser Sektor umfasst eine Vielzahl von Tätigkeiten, innerhalb derer das Potenzial für den Einsatz von Robotern sicherlich unterschiedlich einzuschätzen ist. Weiterhin ist die Identifikation relevanter Märkte von Bedeutung. So dürften die Akzeptanz der Technologie und damit die Nachfrage nach ihr in technikaffinen Ökonomien größer ausfallen als in eher konservativen Gesellschaften. Eine aggregierte Analyse der Auswirkungen beispielsweise auf die Arbeitsmärkte umfasst nicht nur die möglicherweise durch Service-Roboter entfallenen Arbeitsplätze, sondern rechnet insbesondere jene gegen, die im Zuge der Innovation neu entstehen. Eine gesamtwirtschaftliche Betrachtung bezieht auch die Rückkopplung zu weiteren verbundenen Märkten mit ein. Die wirtschaftspolitische Perspektive beleuchtet die Rolle des Staates beim Einsatz von Service-Robotern. Deren Entwicklung ist mit sehr hohen Anfangsinvestitionen verbunden, die von einem einzelnen Unternehmen kaum zu leisten sind. Dies verbunden mit der Unsicherheit im Technikfolgenabschätzung – Theorie und Praxis 20. Jg., Heft 2, Juli 2011 Seite 77 TA-PROJEKTE Forschungsprozess führt dazu, dass Innovations (...truncated)


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Michael Decker. Service-Roboter im Blick der Technikfolgenabschätzung, TATuP - Zeitschrift für Technikfolgenabschätzung in Theorie und Praxis, 2011, Volume 2, DOI: 10.14512/tatup.20.2.76