Positionspapier „Schlafmedizin in der Kardiologie“, Update 2021

Der Kardiologe, Sep 2021

Es hat sich viel getan in der Welt der Schlafmedizin in der Kardiologie, weshalb eine vollwertige Überarbeitung des Positionspapiers „Schlafmedizin in der Kardiologie“ erforderlich wurde. In der aktuellen neuartigen Version finden sich nicht nur alle verfügbaren Studien, Literaturstellen und Updates zu Pathophysiologie, Diagnostik- und Therapieempfehlungen, sondern auch Ausblicke auf neue Entwicklungen und zukünftige Forschungserkenntnisse. Dieses überarbeitete Positionspapier gibt Empfehlungen für Diagnostik und Therapie von Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen mit schlafassoziierten Atmungsstörungen und erteilt darüber hinaus einen fundierten Überblick über verfügbare Therapien und Evidenzen, gibt aber ebenso Ratschläge wie mit Komorbiditäten umzugehen ist. Insbesondere enthält dieses überarbeitete Positionspapier aktualisierte Stellungnahmen zu schlafassoziierten Atmungsstörungen bei Patienten mit koronarer Herzerkrankung, Herzinsuffizienz, arterieller Hypertonie, aber auch für Patienten mit Vorhofflimmern. Darüber hinaus finden sich erstmals Empfehlungen zur Telemedizin als eigenes, neues Kapitel. Dieses Positionspapier bietet Kardiologen sowie Ärzten in der Behandlung von kardiovaskulären Patienten die Möglichkeit einer evidenzbasierten Behandlung der wachsend bedeutsamen und mit zunehmender Aufmerksamkeit behafteten Komorbidität schlafassoziierter Atmungsstörungen. Und nicht zuletzt besteht mit diesem neuen Positionspapier eine enge Verknüpfung mit dem neuen Curriculum Schlafmedizin der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, weshalb dieses Positionspapier eine Orientierung für die erworbenen Fähigkeiten des Curriculums im Umgang von kardiovaskulären Patienten mit schlafassoziierten Atmungsstörungen darstellt.

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https://link.springer.com/content/pdf/10.1007/s12181-021-00506-4.pdf

Positionspapier „Schlafmedizin in der Kardiologie“, Update 2021

Positionspapiere Kardiologe 2021 · 15:429–461 https://doi.org/10.1007/s12181-021-00506-4 Angenommen: 12. August 2021 Online publiziert: 13. September 2021 © Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herzund Kreislaufforschung e.V. Published by Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature - all rights reserved 2021 Positionspapier „Schlafmedizin in der Kardiologie“, Update 2021 Henrik Fox1,2 · Michael Arzt3 · Martin W. Bergmann4,15 · Thomas Bitter5 · Dominik Linz6 · Olaf Oldenburg7 · Thomas Penzel8 · Andreas Rillig9 · Christoph Schöbel10 · Anil-Martin Sinha11 · Philipp Sommer2,12 · Jens Spießhöfer13 · Stefan Stadler3 · Christian Erik Skobel14 1 Klinik für Allgemeine und Interventionelle Kardiologie/Angiologie, Herz- und Diabeteszentrum NRW, Ruhr-Universität Bochum, Bad Oeynhausen, Deutschland; 2 Zentrum für Herzinsuffizienz, Herz- und Diabeteszentrum NRW, Universitätsklinik, Ruhr-Universität Bochum, Bad Oeynhausen, Deutschland; 3 Klinik und Poliklinik für Innere Medizin II, Universitätsklinikum Regensburg, Regensburg, Deutschland; 4 Cardiologicum Hamburg, Hamburg, Deutschland; 5 Klink für Pneumologie & Beatmungsmedizin, Städtisches Klinikum Braunschweig, Braunschweig, Deutschland; 6 Kardiologie, Maastricht University Medical Centre and Cardiovascular Research Institute Maastricht, Maastricht, Niederlande; 7 Klinik für Kardiologie, Ludgerus-Kliniken Münster, Clemenshospital, Münster, Deutschland; 8 Interdisziplinäres Schlafmedizinisches Zentrum, Zentrum für Kardiologie und Angiologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Berlin, Deutschland; 9 Universitäres Herz- und Gefäßzentrum, UKE Hamburg, Hamburg, Deutschland; 10 Zentrum für Schlaf- und Telemedizin, Ruhrlandklinik, Westdeutsches Lungenzentrum am Universitätsklinikum Essen, Essen, Deutschland; 11 Klinik für Kardiologie, Pneumologie und Internistische Intensivmedizin, Klinikum Hof, Hof, Deutschland; 12 Klinik für Elektrophysiologie/Rhythmologie, Herz- und Diabeteszentrum NRW, Ruhr-Universität Bochum, Bad Oeynhausen, Deutschland; 13 Klinik für Pneumologie und Internistische Intensivmedizin, RWTH Universitätsklinikum Aachen, Aachen, Deutschland; 14 MVZ Ambulantes Aachener Zentrum für Pneumologie, Ärztehaus am Luisenhospital, Aachen, Deutschland; 15 Kommission für Klinische Kardiovaskuläre Medizin, Deutsche Gesellschaft für Kardiologie, Düsseldorf, Deutschland Zusammenfassung Der Verlag veröffentlicht die Beiträge in der von den Autor*innen gewählten Genderform. Die Verwendung einer angemessenen gendergerechten Sprache, um Menschen in ihrer Vielfalt wertschätzend anzusprechen, wird begrüßt. Es hat sich viel getan in der Welt der Schlafmedizin in der Kardiologie, weshalb eine vollwertige Überarbeitung des Positionspapiers „Schlafmedizin in der Kardiologie“ erforderlich wurde. In der aktuellen neuartigen Version finden sich nicht nur alle verfügbaren Studien, Literaturstellen und Updates zu Pathophysiologie, Diagnostikund Therapieempfehlungen, sondern auch Ausblicke auf neue Entwicklungen und zukünftige Forschungserkenntnisse. Dieses überarbeitete Positionspapier gibt Empfehlungen für Diagnostik und Therapie von Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen mit schlafassoziierten Atmungsstörungen und erteilt darüber hinaus einen fundierten Überblick über verfügbare Therapien und Evidenzen, gibt aber ebenso Ratschläge wie mit Komorbiditäten umzugehen ist. Insbesondere enthält dieses überarbeitete Positionspapier aktualisierte Stellungnahmen zu schlafassoziierten Atmungsstörungen bei Patienten mit koronarer Herzerkrankung, Herzinsuffizienz, arterieller Hypertonie, aber auch für Patienten mit Vorhofflimmern. Darüber hinaus finden sich erstmals Empfehlungen zur Telemedizin als eigenes, neues Kapitel. Dieses Positionspapier bietet Kardiologen sowie Ärzten in der Behandlung von kardiovaskulären Patienten die Möglichkeit einer evidenzbasierten Behandlung der wachsend bedeutsamen und mit zunehmender Aufmerksamkeit behafteten Komorbidität schlafassoziierter Atmungsstörungen. Und nicht zuletzt besteht mit diesem neuen Positionspapier eine enge Verknüpfung mit dem neuen Curriculum Schlafmedizin der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, weshalb dieses Positionspapier eine Orientierung für die erworbenen Fähigkeiten des Curriculums im Umgang von kardiovaskulären Patienten mit schlafassoziierten Atmungsstörungen darstellt. Schlüsselwörter Schlafbezogene Atmungsstörungen · Herzinsuffizienz · Arterielle Hypertonie · Koronare Herzerkrankung · Vorhofflimmern QR-Code scannen & Beitrag online lesen Der Kardiologe 5 · 2021 429 Positionspapiere 1 Präambel Das erste Positionspapier „Schlafmedizin in der Kardiologie“ der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, Herz- und Kreislaufforschung (DGK) stammt aus dem Jahr 2009. Wissenschaft und Forschung haben zwischenzeitlich wieder viele neue Erkenntnisse auf dem Gebiet des gesunden und gestörten Schlafes hervorgebracht, insbesondere in Bezug auf schlafbezogene Atmungsstörungen (SBAS). Die prognostische Bedeutung von SBAS ist zwischenzeitlich gut belegt, und Abkürzungen AASM AHI ASV BiPAP BMI CPAP CRT CSR CTEPH DGK DGSM EEG EMG EOG EPAP ESC ESH HFpEF HFrEF ICD LV-EF NIV NREM OHS OSA PG PH PSG REM SBAS TIA ZSA 430 American Academy of Sleep Medicine Apnoe-Hypopnoe-Index Adaptive Servoventilation Bi-Level Positive Airway Pressure Body Mass Index Continuous positive airway pressure, Beatmung mittels kontinuierlich positivem Atemwegsdruck Kardiale Resynchronisationstherapie Cheyne-Stokes-Atmung Chronisch thromboembolische pulmonale Hypertonie Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin Elektroenzephalographie Elektromyographie Elektrookulographie Expiratory positive airway pressure European Society of Cardiology European Society of Hypertension Herzinsuffizienz mit erhaltener linksventrikulärer Ejektionsfraktion, heart failure with preserved left ventricular ejection fraction Herzinsuffizienz mit reduzierter linksventrikulärer Ejektionsfraktion, heart failure with reduced left ventricular ejection fraction Implantierbarer KardioverterDefibrillator Linksventrikuläre Ejektionsfraktion Nichtinvasive Ventilation Non-rapid eye movement, NichtTraumschlaf-Schlafstadien N1–N3 Obesitas-Hypoventilationssyndrom Obstruktive Schlafapnoe Polygraphie Pulmonale Hypertonie Polysomnographie Rapid eye movement, Traumschlaf mit schnellen Augenbewegungen Schlafbezogene Atmungsstörungen Transiente ischämische Attacke Zentrale Schlafapnoe Der Kardiologe 5 · 2021 im Hinblick auf die Behandlung sind zahlreicheneueErkenntnisseerschienen,die es galt, in diesem aktualisierten Positionspapier zu bewerten und einzuordnen. Dabei reift die Erkenntnis, dass die Physiologie und Pathophysiologie von SBAS weitaus komplexer zu sein scheint, als man bislang dachte, und neue Studien sowie große Register, randomisierte klinische Untersuchungen und Metaanalysen haben zwischenzeitlich fundierte Erkenntnisse über das Krankheitsbild von SBAS, den klinischen Ste (...truncated)


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Fox, Henrik, Arzt, Michael, Bergmann, Martin W., Bitter, Thomas, Linz, Dominik, Oldenburg, Olaf, Penzel, Thomas, Rillig, Andreas, Schöbel, Christoph, Sinha, Anil-Martin, Sommer, Philipp, Spießhöfer, Jens, Stadler, Stefan, Skobel, Christian Erik. Positionspapier „Schlafmedizin in der Kardiologie“, Update 2021, Der Kardiologe, 2021, pp. 429-461, Volume 15, Issue 5, DOI: 10.1007/s12181-021-00506-4