Buchrezension zu: Superfoods
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B Ü C H ER & ME DIE N
Buchrezension zu:
Superfoods
© Wissenschaftliche
Verlagsgesellschaft
Superfoods
Fakten aus dem Reich der
Wundermittel
Reinhild Berger
270 S., Wissenschaftliche
Verlagsgesellschaft, 2022. HC, 28,-- O.
ISBN: 9783804743304
Auch als E-Book erhältlich
DOI: 10.1007/s12268-023-1970-3
© Der Autor 2023
ó „Superfood“ ist in aller Munde. „Superfood“ wird in Supermärkten und Biomärkten gleichermaßen beworben. Wer im
Internet, insbesondere auch den
notorisch schlecht kuratierten
social media-Kanälen, recherchiert, bekommt den Eindruck,
dass „Superfood“ der Schlüssel
zu einem gesunden, langen und
nachhaltigen Leben ist. Also ist
der moderne Mensch gerne dazu
bereit, auch hohe Summen dafür
auszugeben. Aber stimmen die
Heilsversprechen von „Superfood“?
Leider nein. Zu dieser ernüchternden Erkenntnis kommt der
geneigte Leser, wenn er das sehr
gut verständlich und gut referenzierte Buch von Reinhild Berger
liest. Im ersten Teil des Buchs gibt
die Autorin eine allgemeine Einführung in die Thematik und das
Lebensmittelrecht. Sehr lobenswert ist der Abschnitt über seriöse Informationsquellen über gesunde Ernährung, denn das Internet ist sehr stark kontaminiert mit
unkritischen Darstellungen zu
diesem Thema.
Im speziellen Teil werden zahlreiche „Superfoods“, von A wie
Algen bis Z wie Zeolith kritisch
diskutiert. Jedes Kapitel ist anschaulich bebildert und hat informative Textboxen zum Thema
„Gut zu wissen“ sowie kompakte
Kapitelzusammenfassungen. Der
einheitliche Aufbau der Kapitel
erleichtert das Lesen sehr. Jedes
Kapitel kann für sich gelesen werden.
Enttäuscht wird der „Superfood“-Jünger feststellen, dass
viele „Superfood“-Produkte ökologisch bedenklich sind und bei
exzessivem Konsum Vergiftungen
oder Wechselwirkungen mit lebenswichtigen Arzneimitteln hervorrufen können. Wer Geld sparen und sich nachhaltig ernähren
will, kann problemlos zu „altbacken“ erscheinenden Lebensmitteln – wie Grünkohl, Rote Beete, Zwiebel und Johannisbeeren
– greifen und ähnliche Nährstoffkombinationen aufnehmen wie
mit den oft in fernen Kontinenten
produzierten „Superfoods“. Das
Buch leistet einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung der Bevölkerung über die Falschdarstellung
bestimmter Nahrungsmittel, die
mit einem Etikett ohne Inhalt geschickt vermarktet werden.
Das Preis-Leistungs-Verhältnis
stimmt. Dem Buch ist eine breite
Verbreitung zu wünschen, damit
der Irrglaube über übernatürliche
Wirkungen von „Superfood“ bei
vielen Menschen endlich ein Ende
nimmt. Der ansprechende Preis,
die attraktive Bebilderung und der
angenehme und gut verständliche
Schreibstil der Autorin machen
das Buch zu einem attraktiven
Geschenk, das aufklärungsbewusste Wissenschaftler in ihrem
Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis sehr gut machen können.
ó
Roland Seifert,
Medizinische Hochschule
Hannover,
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*Diese Rezension erscheint Open Access
BIOspektrum | 06.23 | 29. Jahrgang
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