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M. Alzheimer
Möglicher Durchbruch bei Alzheimer-Therapie
AD04 stoppt das Fortschreiten von M. Alzheimer in einer klinischen Studie der Phase II.
▬▬Die AFFiRiS AG gab im Juli die Er-
gebnisse einer klinischen Phase-II-Studie zur Behandlung von M. Alzheimer
bekannt. Der Wirkstoff AD04 ist der
erste Alzheimer-Wirkstoff, der klinische
Wirksamkeit zusammen mit BiomarkerEffekten erzielte. Diese Kombination
steht in Einklang mit bisher noch nie
erreichter „Disease Modification“. AD04
erreichte bei 47 % der Behandelten eine
Stabilisierung des Krankheitsverlaufs
über mindestens 18 Monate. Diese Wirkung war Dosisabhängig und besonders ausgeprägt in Patienten im Frühstadium der Krankheit. Darüber hinaus
korreliert der Biomarker-Effekt, gemessen als Stabilisierung des Hippocampus-Volumens, statistisch signifikant
mit dem positiven Effekt auf den klinischen Verlauf. Mit diesen Ergebnissen
wurden weltweit erstmals exakt die
Anforderungen erfüllt, die die US-amerikanischen und europäischen für „Disease Modification“ festgelegt haben.
Eine Stabilisierung zeigte sich auch in
den Skalen, die Verhaltensauffälligkeiten der Patienten sowie die Lebensqualität der Betreuungspersonen abbilden.
Dr. Walter Schmidt, CEO und Mitgründer der AFFiRiS AG, meint zu diesen Ergebnissen: „Unsere Ergebnisse
zeigen ganz klar, dass es mit AD04 zum
allerersten Mal gelungen ist, den Verlauf der Alzheimer-Krankheit aufzuhalten.“ Frank Mattner, CSO und Mitgrün-
der, fügt hinzu: „Die Wirkstoffe, AD02
und AD04, zeigten hervorragende Sicherheitsprofile. Unser bisheriger
Lead-Kandidat, AD02, zeigte eine exzellente Dosis-abhängige Stabilisation
kognitiver Funktionen bei 25 und 31 %
der Patienten. Doch AD04 erwies sich
dem noch überlegen, da bei 47 % der
Patienten positive Effekte auf ihre kognitiven Fähigkeiten zu beobachten
waren. Darüber hinaus korreliert dieser positive Effekt statistisch signifikant
mit der Stabilisierung und dem Erhalt
des Volumens des Hippocampus
(p = 0.0016).“
Quelle: Affiris AG
M. Parkinson
Vesikuläre Dopaminspeicherung
Eine schwächelnde Dopaminpumpe schädigt Hirnzellen von Parkinson-Patienten.
▬▬Eine Studiengruppe am Zentrum
für Hirnforschung der MedUni Wien
untersuchte die Funktion einer intrazellulären Dopaminpumpe bei Parkinson-Erkrankten. Es zeigte sich, dass
diese Pumpe das Dopamin bei M. Parkinson schlechter abpumpt und einspeichert. Wird Dopamin nicht ordnungsgemäß gespeichert, kann es zur
Selbstzerstörung der betroffenen Nervenzellen führen. Im Gehirn vermittelt
Dopamin den Informationsaustausch
zwischen verschiedenen Neuronen und
wird dazu an den Kontaktstellen der
entsprechenden Nervenzellen kontinuierlich neu gebildet, in Vesikeln gespeichert und nach Bedarf zur Wirkung
freigesetzt. Bei Parkinsonkranken führt
ein Absterben dieser Nervenzellen zum
Dopaminmangel und dieser wiederum
zu den bekannten Bewegungsstörun-
gen wie motorischer Verlangsamung,
Steifigkeit der Muskulatur und Zittern.
Dass die Krankheit Parkinson durch
Dopaminmangel verursacht wird, wurde bereits vor mehr als 50 Jahren Herbert Ehringer und Oleh Hornykiewicz
entdeckt. Die Gründe für das Absterben der Nervenzellen bei der Parkinsonerkrankung sind jedoch noch nicht
aufgeklärt. Jetzt ist man in der Ursachenforschung möglicherweise einen
Schritt weiter gekommen: Eine Studie
am Zentrum für Hirnforschung der Medizinischen Universität Wien unter der
Leitung von Christian Pifl und dem
mittlerweile 87-jährigen Oleh
Hornykiewicz verglich die Gehirne von
verstorbenen Parkinson-Patienten mit
jenen einer neurologisch gesunden Vergleichsgruppe [1]. Dabei gelang es erstmals, die Dopamin speichernden
Vesikeln aus den Gehirnen so zu präparieren, dass man ihre Fähigkeit, Dopamin durch Hineinpumpen zu speichern, quantitativ messen konnte.
Es stellte sich heraus, dass die Pumpen der Vesikel von Parkinson-Kranken
das Dopamin schlechter abpumpten.
„Diese Pumpschwäche und die damit
verminderte Dopamin-Speicherleistung der Parkinson-Vesikel könnte
dazu führen, dass sich in den Nervenzellen Dopamin ansammelt und dieses
dann seine toxische Wirkung entfalten
und die Nervenzellen zerstören kann“,
erklärt Christian Pifl.
Quelle: MedUni Wien
1 Pifl C et al.: The Journal of Neuroscience
2014;34(24): 8210–8218
psychopraxis.neuropraxis 4 · 2014
Online publiziert: 18. September 2014
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