Interdisziplinäres Positionspapier „Perioperatives Schmerzmanagement“

Der Schmerz, Apr 2017

Despite many positive developments, postoperative pain and its treatment is still not always given the necessary attention. Severe pain after surgical procedures affects a significant proportion of patients. This very fact is not only detrimental to the immediate recovery process, but can also form the basis for the development of chronic pain conditions. An adequate and effective management of perioperative pain requires appropriate organizational structures. This multidisciplinary paper which was initiated by the Austrian Society for Anaesthesiology and Intensive Care and the Austrian Pain Society and developed together with numerous specialist and professional societies dealing with the subject aims at supporting the organization of perioperative pain management structures and to make best use of proven concepts. Additional recommendations describe specific interventions for selected types of intervention.

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Interdisziplinäres Positionspapier „Perioperatives Schmerzmanagement“

Originalien Schmerz 2017 · 31:463–482 DOI 10.1007/s00482-017-0217-y Online publiziert: 13. April 2017 © Der/die Autor(en) 2017. Dieser Artikel ist eine Open-Access-Publikation. R. Likar1 · W. Jaksch2 · T. Aigmüller3 · M. Brunner4 · T. Cohnert5 · J. Dieber6 · W. Eisner7 · S. Geyrhofer8 · G. Grögl9 · F. Herbst10 · R. Hetterle11 · F. Javorsky12 · H. G. Kress13 · O. Kwasny14 · S. Madersbacher15 · H. Mächler16 · R. Mittermair17 · J. Osterbrink18 · B. Stöckl19 · M. Sulzbacher20 · B. Taxer21 · B. Todoroff22 · A. Tuchmann23 · A. Wicker24 · A. Sandner-Kiesling25 1 Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Klinikum Klagenfurt, Klagenfurt am Wörthersee, Österreich; 2 Abteilung für Anästhesie, Intensiv- und Schmerzmedizin, Wilhelminenspital der Stadt Wien, Wien, Österreich; 3 Universitätsklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, LKH-Universitätsklinikum Graz, Graz, Österreich; 4 Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Medizinische Universität Wien/AKH Wien, Wien, Österreich; 5 Universitätsklinik für Chirurgie, Klinische Abteilung für Gefäßchirurgie, LKH-Universitätsklinikum Graz, Graz, Österreich; 6 Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Landeskrankenhaus Hartberg, Hartberg, Österreich; 7 Universitätsklinik für Neurochirurgie, Medizinische Universität Innsbruck, Innsbruck, Österreich; 8 Geyrhofer KG pflegeminusschmerz, Grein, Österreich; 9 Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Krankenhaus Rudolfstiftung, Wien, Österreich; 10 Abteilung für Chirurgie, Krankenhaus der Barmherzigen Brüder, Wien, Österreich; 11 Klinische Abteilung für Herzchirurgie, LKH-Universitätsklinikum Graz, Graz, Österreich; 12 Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Donauspital, Wien, Österreich; 13 Klinische Abteilung für Spezielle Anästhesie und Schmerztherapie, Medizinische Universität Wien/AKH Wien, Wien, Österreich; 14 Klinik für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie, Kepler Universitätsklinikum, Linz, Österreich; 15 Urologische Abteilung, Sozialmedizinisches Zentrum Süd – Kaiser-Franz-Josef-Spital, Wien, Österreich; 16 Klinische Abteilung für Herzchirurgie, LKH-Universitätsklinikum Graz, Graz, Österreich; 17 Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Klinikum Klagenfurt, Klagenfurt am Wörthersee, Österreich; 18 Institut für Pflegewissenschaft und -praxis, Paracelsus Medizinische Privatuniversität, Salzburg, Österreich; 19 Abteilung für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie, Klinikum Klagenfurt, Klagenfurt am Wörthersee, Österreich; 20 Abteilung für Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie, Herz-Jesu Krankenhaus, Wien, Österreich; 21 Studiengang Physiotherapie, Fachhochschule Joanneum, Graz, Österreich; 22 Abteilung für Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, St. Josef Krankenhaus, Wien, Österreich; 23 Privatklinik Döbling, Wien, Österreich; 24 Universitätsklinik für Physikalische Medizin und Rehabilitation, Salzburger Landeskliniken – Universitätsklinikum Salzburg, Salzburg, Österreich; 25 Klinische Abteilung für Allgemeine Anästhesiologie, Notfall- und Intensivmedizin, LKHUniversitätsklinikum Graz, Graz, Österreich Interdisziplinäres Positionspapier „Perioperatives Schmerzmanagement“ Zusatzmaterial online Einleitung Die Online-Version dieses Beitrags (10.1007/ s00482-017-0217-y) enthält weitere Tabellen 3 und 4. Beitrag und Zusatzmaterial stehen Ihnen im elektronischen Volltextarchiv auf http://www.springermedizin.de/der-schmerz zur Verfügung. Sie finden das Zusatzmaterial am Beitragsende unter „Supplementary Material“. In österreichischen Krankenhäusern werden laut Spitalsentlassungsstatistik jährlich mehr als 1,2 Mio. Operationen durchgeführt. Schon vor dem Hintergrund dieser großen Zahl Betroffener kommt der perioperativen Schmerzversorgung eine große Bedeutung zu. Trotz aller positiven Entwicklungen wird jedoch postoperativen Schmerzen und ihrer Behandlung nach wie vor nicht jene Aufmerksamkeit geschenkt, die sie verdienen [50]. Starke Schmerzen nach chirurgischen Eingriffen betreffen mit 20–40 % einen erheblichen Anteil der Patienten [52, 102]. Postoperative Die in diesem Beitrag verwendeten Personenund Berufsbezeichnungen werden der besseren Lesbarkeit halber nur in einer Form verwendet, sind aber natürlich gleichwertig auf beide Geschlechter bezogen. Schmerzen bleiben also offenbar nach wie vor oftmals ungenügend behandelt [134]. Das ist problematisch, weil sich diese Tatsache auf den unmittelbaren Rekonvaleszenzprozess negativ auswirkt und die Grundlage für eine Schmerzchronifizierung bilden kann. Ein adäquates und effektives Management perioperativer Schmerzen erfordert geeignete organisatorische Strukturen. Das vorliegende Positionspapier, das die Österreichische Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Intensivmedizin und die Österreichische Schmerzgesellschaft initiiert und gemeinsam mit zahlreichen mit der Thematik befassten Fachgesellschaften Der Schmerz 5 · 2017 463 Originalien Infobox 1 gebiete Teilnehmende Fach- 4 Allgemeinchirurgie 4 Anästhesiologie 4 Chirurgie 4 Gynäkologie und Geburtshilfe 4 Gefäßchirurgie 4 Herz-Thorax-Chirurgie 4 HNO 4 Minimal-invasive Chirurgie 4 Neurochirurgie 4 Orthopädie und orthopädische Chirurgie 4 Pflege 4 Physikalische Medizin und Rehabilitation 4 Physiotherapie 4 Plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirurgie 4 Schmerzmedizin 4 Unfallchirurgie 4 Urologie und Berufsverbänden entwickelt haben, soll dabei unterstützen, das perioperative Schmerzmanagement optimal zu gestalten und bewährte Konzepte zu nutzen. Ein ergänzender Abschnitt beschreibt Besonderheiten der perioperativen Schmerztherapie bei ausgewählten Eingriffsarten. Zu wichtigen aktuellen Entwicklungen im perioperativen Schmerzmanagement, die in dem Positionspapier aufgegriffen werden, gehören: 4 Das perioperative Schmerzmanagement ist heute eine in hohem Maß interdisziplinäre Aufgabe. 4 Statt monotherapeutischer Zugänge stehen heute multimodale Therapieansätze im Mittelpunkt der Bemühungen. 4 Zunehmend setzten sich auch individualisierte, an die jeweilige patientenspezifische Situation angepasste therapeutische Strategien durch. 4 Optionen der patientenkontrollierten Analgesie (PCA) gewinnen an Bedeutung, auch vor dem Hintergrund neuer Verabreichungsformen [60, 62, 64, 79, 106, 109, 111, 146]. 4 Es werden klare Grenzwerte für schmerztherapeutische Interventionen definiert. 4 Neben medikamentösen Verfahren wird auch die Bedeutung nichtmedikamentöser Interventionen diskutiert. 464 Der Schmerz 5 · 2017 Methodik Das vorliegende Positionspapier beschreibt auf der Basis wissenschaftlicher Evidenz und der Erfahrungen der teilnehmenden Expertinnen und Experten organisatorische Standards des perioperativen Schmerzmanagements und fasst den Stellenwert wichtiger schmerztherapeutischer Interventionen zusammen. Die letzte Empfehlung der Österreichischen Schmerzgesellschaft zu diesem Thema stammt aus dem Jahr 2003, eine aktuelle Positionierung war also erforderlich. Im August 2015 wurden von der Österreichischen Gesel (...truncated)


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R. Likar, W. Jaksch, T. Aigmüller, M. Brunner, T. Cohnert, J. Dieber, W. Eisner, S. Geyrhofer, G. Grögl, F. Herbst, R. Hetterle, F. Javorsky, H. G. Kress, O. Kwasny, S. Madersbacher, H. Mächler, R. Mittermair, J. Osterbrink, B. Stöckl, M. Sulzbacher, B. Taxer, B. Todoroff, A. Tuchmann, A. Wicker, A. Sandner-Kiesling. Interdisziplinäres Positionspapier „Perioperatives Schmerzmanagement“, Der Schmerz, 2017, pp. 463-482, Volume 31, Issue 5, DOI: 10.1007/s00482-017-0217-y