Vitamin-D-Spiegel im Blick behalten!
aktuell
Kinder mit ADHS
Vitamin-D-Spiegel im Blick behalten!
Viele Kinder und Jugendliche mit ADHS haben einen niedrigeren Blutdruck und geringere Vitamin-D-Spiegel
als Gleichaltrige. Dies könnte zu gestörten Signalwegen im vegetativen Nervensystem führen.
FF
Veränderungen des Blutdrucks
©©djama/Fotolia
Quelle: Ärzte Zeitung/
(eb)
bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS)
wurden bisher vor allem unter Einnahme von Dopamin freisetzenden
Stimulanzien beobachtet. Wissenschaftler der Universität Göttingen
sind dem anhand von Daten aus der
Studie KiGGS (Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen
in Deutschland) nachgegangen. Dabei verglichen sie den Blutdruck und
die Vitamin-D-Spiegel von gesunden
Probanden mit denen von Patienten
mit ADHS-Diagnose beziehungsweise ADHS-Verdacht [1]. Ein Verdacht
auf ADHS war gegeben bei einem
Wert ≥ 7 auf einer Subskala der Unaufmerksamkeits-/Hyperaktivitätsskala des Strengths and Difficulties Questionnaire (SDQ).
An der Studie nahmen 6922 Kinder und Jugendliche zwischen 11 und
17 Jahren teil. Bei den gesunden Pro-
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psychopraxis. neuropraxis 2 · 2018
banden betrug der mittlere arterielle Blutdruck 86,7 mmHg. Er war signifikant höher als in den Gruppen mit
bestätigtem beziehungsweise vermutetem ADHS (85,5 mmHg beziehungsweise 84,6 mmHg). Zudem fand sich
in beiden ADHS-Gruppen ein inverser Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Spiegel und Blutdruck, heißt
es im aktuellen wissenschaftlichen
Newsletter Orthomol Science. In der
Gruppe mit diagnostiziertem ADHS
betrugen die 25(OH)D-Serumspiegel 41,0 ± 20,5 nmol/l, in der Kontrollgruppe 44,8 ± 28,0 nmol/l (p = 0,003).
In der nach verschiedenen Parametern (Alter, Geschlecht, BMI, psychotrope Medikation und SerumVitamin-D-Spiegel) korrigierten
Regressionsanalyse bestätigte sich,
dass der niedrige Blutdruck einen signifikanten, unabhängigen prognostischen Faktor für ADHS darstellt. Zudem
wurde beobachtet, dass dieser Effekt
durch den Vitamin-D-Status vermittelt
wird. So schreiben die Studienautoren,
dass Vitamin D als ein biochemischer
Mediator in der pathophysiologischen
Achse des Blutdruck-ADHS-Prozesses
agiert. Um die genau Rolle des Vitamins aufzudecken seien weitere Studien vonnöten.
Literatur
1. Meyer T, Becker A, Sundermann J, Rothenberger A, Herrmann-Lingen C (2017)
Attention deficit-hyperactivity disorder is
associated with reduced blood pressure
and serum vitamin D levels: results from the
nationwide German Health Interview and
Examination Survey for Children and Adolescents (KiGGS). Eur Child Adolesc Psychiatry
26(2):165–175. https://doi.org/10.1007/
s00787-016-0852-3
psychopraxis. neuropraxis 2018 · 21:48
https://doi.org/10.1007/s00739-
018-0463-5
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von Springer Nature 2018
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