Neue Pilonplatte

Trauma und Berufskrankheit, Mar 2003

In der heutigen Therapie von Frakturen spielt die Weichteilbehandlung eine herausragende Rolle, insbesondere auch – aufgrund der anatomischen Gegebenheiten – bei der Pilon-tibiale-Fraktur.Osteoartikulär gesehen ist für ein gutes langfristiges Resultat eine strikt anatomische Rekonstruktion der Gelenkfläche zu fordern. Bisherige operative Behandlungstechniken sind mit einer relativ hohen Rate an Weichteilkomplikationen verbunden.Die hier vorgeschlagene Technik beinhaltet nicht nur die Verwendung eines neuen Implantats, sondern auch eine angepasste Weichteilbehandlung und -schonung.Bei der Implantation wird außerdem auf maximale Versatilität geachtet.Zur Reposition und Fixation der gebrochenen Gelenkfläche können verschiedene Schraubendurchmesser konventioneller Art sowie Schrauben mit rigidem Plattenverbund (locking screws) zum Einsatz kommen.Der epiphysäre Teil der Platte ist somit als Verbund von Plattenlöchern konzipiert und zur achsengerechten Fixation am Tibiaschaft mit einem konventionellen, einfachen geraden Plattenteil verbunden.Die Platte kann nach Bedarf gebogen und geschnitten werden und somit dem gewählten Zugang und der Plattenlage, die antero-lateral, antero-medial, medial oder posterior sein kann, angepasst werden.

Article PDF cannot be displayed. You can download it here:

http://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2Fs10039-002-0690-z.pdf

Neue Pilonplatte

Kaj Klaue Patrick Conier Lugano Schweiz C.H.U. Angers Frankreich - In der heutigen Therapie von Frakturen spielt die Weichteilbehandlung eine herausragende Rolle, insbesondere auch aufgrund der anatomischen Gegebenheiten bei der Pilon-tibiale-Fraktur. Osteoartikulr gesehen ist fr ein gutes langfristiges Resultat eine strikt anatomische Rekonstruktion der Gelenkflche zu fordern. Bisherige operative Behandlungstechniken sind mit einer relativ hohen Rate an Weichteilkomplikationen verbunden. Die hier vorgeschlagene Technik beinhaltet nicht nur die Verwendung eines neuen Implantats, sondern auch eine angepasste Weichteilbehandlung und -schonung. Bei der Implantation wird auerdem auf maximale Versatilitt geachtet. Zur Reposition und Fixation der gebrochenen Gelenkflche knnen verschiedene Schraubendurchmesser konventioneller Art sowie Schrauben mit rigidem Plattenverbund (locking screws) zum Einsatz kommen. Der epiphysre Teil der Platte ist somit als Verbund von Plattenlchern konzipiert und zur achsengerechten Fixation am Tibiaschaft mit einem konventionellen, einfachen geraden Plattenteil verbunden. Die Platte kann nach Bedarf gebogen und geschnitten werden und somit dem gewhlten Zugang und der Plattenlage, die antero-lateral, antero-medial, medial oder posterior sein kann, angepasst werden. Pilon tibiale Plattenosteosynthese Blockierungsschrauben Weichteile Die so genannte Fraktur des Pilon tibiale bezeichnet die artikulr betroffene distale Tibiafraktur.Von einigen Malleolarfrakturen unterscheidet sie sich insbesondere hinsichtlich Unfallmechanismus und der zentralen Lokalisation. Die Pilon-tibiale-Fraktur ist somit das Resultat einer Stauchung der Gelenkflche auf dem harten Talus. Pilonfrakturen reichen von der einfachen Abscherfraktur bis zur multifragmentren Fraktur mit mglicherweise sehr kleinen, Gelenkknorpel tragenden Fragmenten (Abb. 1). Operative Behandlung Die Pilon-tibiale-Fraktur ist eine Gelenkfraktur, somit besteht oft eine klare Indikation zur operativen Reposition und Osteosynthese. Bisher wurde die Fraktur des Pilon tibiale oft mit massiven Implantaten stabilisiert, die leider die Knochenvitalitt und die Weichteile benachteiligten. Auffllig hufige Komplikationen waren die Folge, wie Pseudarthrosen und/oder Infekt, mit oder ohne Implantatbruch. Heute wissen wir, dass die durch Osteosyntheseplatten bedingte Duchblutungsstrung an der Knochenoberflche durch die berdachung des Knochens durch die Platte bedingt ist [1]. Heutiges Behandlungsziel Die Funktionen des Implantats bei der Pilonfraktur sind: die anatomisch genaue Reposition aller Gelenkflchen tragenden Fragmente stabil zu halten, die so rekonstruierten Gelenkflche korrekt gegenber der Unterschenkelachse auszurichten. Somit ist die Plattenosteosynthese hier oft als Absttzung unter voller Mobilisation aller Rckfugelenke zu verstehen. Die neue Platte soll smtliche distale Tibiagelenkfrakturen stabilisieren knnen. Ein versatil adaptierbarer Krafttrger auf Gelenkhhe wird mit einem einfachen, axialen, senkrechten Krafttrger rigide verbunden. Es sollen Schrauben mit verschiedenen Durchmessern als Plattenfixationsschrauben oder Zugschrauben angewendet werden knnen. Springer-Verlag 2003 K. Klaue P. Conier A new pilon plate There is an emphasis on treatment of the soft tissues in modern fracture care.This is especially true in the case of tibial plafond (pilon) fractures, because of the local anatomy. As far as the bone and joint are concerned, satisfactory long-term results are dependent on a strictly anatomical reconstruction of the articular surface. In the past, operative treatment of these fractures has been linked to a high rate of complications affecting the soft tissues.The technique presented in this paper is based on a new implant, which is designed in such a way that the implantation can be carried out with a minimum of soft tissue impairment. In addition, during the operation emphasis is placed on maximal versatility of the plate at the level of the joint. For anatomical reduction and fixation of the fractured joint surface, different diameters of both conventional screws and locking screws can be used.The epiphyseal part of the plate is thus conceived as an assembly of mechanically linked screw holes (as opposed to a plate with screw holes). A conventional straight part is designed for alignment of the reconstructed epiphysis to the tibial shaft.The plate is designed in such a way that it can be bent and also cut to shorten it, which means it can be tailored to the location, which can be antero-lateral, antero-medial, medial or posterior, and to the specific approach selected. Tibial plafond Pilon fracture Osteosynthesis Plate Soft tissue Locking screws Abb. 1af Fraktur des Pilon tibiale: a,b konventionelle Rntgenuntersuchung. Stauchung der distalen Tibia auf den (hrteren) Taluskrper, Auseinanderborsten der Tibia durchzentral gelegene Fraktur, intakte Fibula, cf CT-Untersuchung: verhltnisgetreue Dimensionen der involvierten Fragmente, insbesondere ein groes, nach vorne disloziertes Tubercule-de-Chaput-Fragment mit ber dem Talus reponiertem medialem Malleolus, kleines Fragment des Bodens der tibio-fibularen Syndesmose ist an anatomisch gerechter Stelle mit der Fibula verbunden geblieben Zustzlich soll es auch mglich sein, Schrauben als Gewindehaken in die Plattenlcher einzudrehen. Damit wrden diese Schrauben mit einem feinen Gewinde in die Platte und nicht in den Knochen festgedreht werden. Sie sollen dann, wie selektionierte Absttzbalken nach dem Prinzip der Klingen bei Winkelplatten, die Gelenkflche absttzen (Abb. 2). Um die Versatilitt noch zu vergrern, wurde eine symmetrisch ausgelegte Platte entwickelt, die sowohl rechts als auch links angebracht werden kann Abb. 2 Neue Pilonplatte: 2 verschiedene Krafttrger in einem Implantat verbunden Lage der Platte in Abhngigkeit vom klinischen Fall Anpassen der Platte mit Biegeinstrumenten (a) und Schneidezange (b) Abb. 5ad Fraktur des Pilon tibiale. Gleicher Fall wie in Abb. 1, a,b postoperative konventionelle Rntgenuntersuchung, c,d Kontrolle nach 10 Wochen und dem Fall mageschneidert angepasst wird, indem der horizontale Trger abgeschnitten oder verkrzt wird und die restlichen Anteile in allen Richtungen gebogen werden. Somit kann der erwhnte axiale, senkrechte Krafttrger entweder antero-lateral, ber dem Tubercule de Chaput, antero-medial, medial oder gar posterior angelegt werden (Abb. 3). Das Resultat ist ein Implantat, das eher als Verbund von Plattenlchern als als Platte mit Schraubenlcher bezeichnet werden kann. Die Platte muss in allen 3 Raumebenen verbiegbar sein, um sich ohne dass sich die Plattenlcher deformieren an die Oberflche der reponierten Fragmenten anpassen zu knnen. Zudem muss sie entsprechend den Ansprchen mit Schneidezangen dimensioniert werden (Abb. 4, 5). (...truncated)


This is a preview of a remote PDF: http://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2Fs10039-002-0690-z.pdf
Article home page: http://link.springer.com/article/10.1007/s10039-002-0690-z

Kaj Klaue, Patrick Conier. Neue Pilonplatte, Trauma und Berufskrankheit, 2003, pp. s269-s271, Volume 5, Issue 2 Supplement, DOI: 10.1007/s10039-002-0690-z