Komplikationen mit dem proximalen Femurnagel (PFN)
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Zusammenfassung
Die Osteosynthese mit proximalem
Femurnagel (PFN) stellt eine primr
belastungsstabile Versorgung dar. Dies bedeuted gerade
fr den alten Menschen einen wesentlichen
Vorteil, da dieser mglichst rasch mobilisiert
werden muss, aber nicht zu entlasten
vermag. Aber auch fr die A3-Frakturen des
jngeren Menschen ist die rotationsstabile
Verbindung des Kopf-Hals-Fragments mit dem
Schaft vorteilhaft. Die besonderen
Voraussetzungen der zu versorgenden
Patientengruppen erfordern einen besonders sensiblen
Umgang mit Indikationsstellung,
Operationszeitpunkt und -technik. Neben den
implantatspezifischen Komplikationen mssen
immer auch patientengruppenspezifische
Komplikationen erkannt und beherrscht
werden. In der vorliegenden Untersuchung
werden der PFN als Standardmethode zur
Behandlung von pertrochanteren
Femurfrakturen vorgestellt, aber auch die
mglichen Komplikationen herausgestrichen.
Zudem werden Hinweise auf technische
Probleme gegeben, die hufig in Publikationen
nicht oder nur in unzureichendem Ma
angesprochen werden. Des Weiteren werden
Hinweise zur Vermeidung und Beherrschung
von Komplikationen bzw. zum Management
der technischen Probleme gegeben, um
mglichst schon intraoperativ die
drohenden Revisionen vermeiden zu knnen.
Proximaler Femurnagel Geriatrischer Patient
Komplikationen Trochantere Frakturen
Die Fraktur der Trochanterregion (31A
nach der AO-Klassifikation) stellt eine
hufige Verletzungsform vorwiegend
des alten Patienten dar. Im Gegensatz zu
den wesentlich selteneren dann
Hochrasanztraumen Verletzungen des
jungen Menschen liegt ein banaler
huslicher Sturz zugrunde und trifft einen
osteoporotischen Knochen, weswegen
auch eine Hufung bei Frauen zu
erkennen ist. Die Bedeutung dieser
Verletzungsform ist bereits jetzt gro und
wird aufgrund der Altersentwicklung in
den Industrielndern in den
kommenden Dekaden noch zunehmen.
Auf die Besonderheiten der
Patientenstruktur in Bezug auf Alter,
Vorerkrankung und Risikoprofil ist bezglich
des Operationszeitpunkts und der
-technik besondere Rcksicht zu nehmen. Da
eine lngere Immobilisation dieser
Patienten mit einer erhhten Morbiditt
und Mortalitt einhergeht, liegt eine
dringliche Operationsindikation vor, und
der Eingriff sollte innerhalb von 24 h
durchgefhrt werden. Die jngeren
Unfallverletzten erleiden in der Regel ein
Hochrasanztrauma mit schwer
wiegenden Begleitverletzungen und mssen
daher sofort notfallmig versorgt
werden.
Bei den zur Verfgung stehenden
Implantaten werden intra- und
extramedullre Verfahren unterschieden. Die
Schenkelhalsschrauben (z. B. DHS) sind
deutlich preiswerter, jedoch nicht bei
allen Frakturformen sofort
belastungsstabil. Aus diesem Grund werden sie in
unserer Klinik nur bei stabilen
Frakturen eingesetzt. Die biomechanisch
gnstigeren intramedullren Systeme (z. B.
g-Nagel, PFN) bieten den Patienten eine
sofortige Belastungsstabilitt. Von den
mannigfaltig angebotenen Implantaten
wird nachfolgend der in unserer Klinik
verwendete proximale Femurnagel (PFN)
vorgestellt, dabei wird insbesondere auf
die mglichen Komplikationen
hingewiesen. Neben den Komplikationen gilt
dabei den technischen Schwierigkeiten,
die bei der Implantation auftraten, ein
ganz wesentliches Interesse. Hierzu
wurden alle Anwendungen uerst kritisch
analysiert.
Patienten und Methode
Die hier vorgestellten Ergebnisse
entstammen einer prospektiven Studie, in
die von 19961999 231 Patienten
eingeschlossen wurden, die bei einer
trochanteren Fraktur 31A nach der
AO-Klassifikation eine PFN-Implantation erhielten.
Die Beobachtungen erstreckten sich
im Wesentlichen auf 3 Phasen:
intraoperative Phase
Intraoperativ wurden alle
Komplikationen und insbesondere auch die
technischen Schwierigkeiten bei der
Reposition und Osteosynthese erfasst.
stationre Phase
Whrend des weiteren stationren
Aufenthalts wurden allgemeine und
spezielle Frhkomplikationen sowie
Springer-Verlag 2003
C. Josten
Complications of internal fixation
with the proximal femoral nail
(PFN).
Avoidance and management
Internal fixation with the proximal femoral
nail (PFN) for the treatment of trochanteric
fractures allows primary full weight-bearing
after osteosynthesis.This alone means that
the PFN is advantageous in patients
suffering this type of injury, most of whom are
elderly and need to be encouraged to walk very
soon after surgery. A further advantage,
which also benefits younger patients, is the
connection it provides between the
headneck fragment and the shaft of the femur,
which is stable on rotation. Patients who
have trochanteric fractures and are
candidates for treatment with the PFN fall into
two main groups: elderly patients with
generalized diseases in addition to the fracture
and younger, frequently polytraumatized,
patients. In each of these groups the
indications, the timing of the operation and the
surgical technique to be used have to be
considered with special care.The results
show that use of the PFN allows a
standardized procedure, which should, however, be
applied only by experienced trauma
orthopedic surgeons to avoid complications.The
possibility of technical problems and
complications must be recognized so that they can
be avoided, or at least managed if any do
occur.This study presents the PFN as the
standard implant for the treatment of
trochanteric fractures. All difficulties or
complications so far observed are listed, together
with hints on how to avoid or manage them.
Proximal femoral nail Trochanteric fractures
Elderly patients Complications
Tabelle 1
Letalitt und
Nachuntersuchungsergebnisse anhand des
MerledAubign-Scores (n=177)
die intrahospitale Letalitt
aufgezeichnet.
Nachbehandlung
12 Monate postoperativ wurden die
Patienten nochmals kontaktiert und
soweit mglich nachuntersucht.
Hierbei wurden Sptkomplikationen
und die 1-Jahres-Letalitt bestimmt.
Ebenso wurde kritisch das soziale
Umfeld beleuchtet und registriert,
wie viele Patienten nach Sturz und
Operation ihr vorbestehendes
Mobilittsniveau wieder erreichten bzw.
bei wie vielen alten Menschen
definitiv neue Pflegebedrftigkeit auftrat.
Bei der Nachuntersuchung kam der
Score nach Merle-dAubign zur
Anwendung.
Ergebnisse
231 Patienten mit einem
Durchschnittsalter von 78 Jahren (2198 Jahren )
wurden in die Studie eingeschlossen. Die
durchschnittliche Operationsdauer
betrug 57 min (13160 min), die
Ansthesiedauer 114 min (70200 min). Die
Nachuntersuchung von 177 Patienten 12
Monate postoperativ ergab in 83,5% aller
Flle gute bis sehr gute Ergebnisse (Score
nach Merle dAubign). Dabei ist zu
bercksichtigen, dass eine
1-Jahres-Letalitt von 17% verzeichnet wurde (Tabelle 1).
2/3 der Patienten konnten in das
vorbestehende soziale Umfeld entlassen
werden. In 1/3 der Flle wurde eine
Anschlussheilbehandlung bzw. eine
Kurzzeitpflege eingeleitet, in 6% trat
definitiv eine Pflegebedrftigkeit neu auf.
Die Hufigkeiten der einzelnen
Probleme und Komplikationen sind in
Tabelle 2 wiedergegeben.
Technische Schwierigkeiten
Die technischen Schwierigkeiten waren
dadurch (...truncated)