Komplikationen mit dem proximalen Femurnagel (PFN)

Trauma und Berufskrankheit, Mar 2003

Internal fixation with the proximal femoral nail (PFN) for the treatment of trochanteric fractures allows primary full weight-bearing after osteosynthesis.This alone means that the PFN is advantageous in patients suffering this type of injury, most of whom are elderly and need to be encouraged to walk very soon after surgery. A further advantage, which also benefits younger patients, is the connection it provides between the headneck fragment and the shaft of the femur, which is stable on rotation.Patients who have trochanteric fractures and are candidates for treatment with the PFN fall into two main groups: elderly patients with generalized diseases in addition to the fracture and younger, frequently polytraumatized, patients. In each of these groups the indications, the timing of the operation and the surgical technique to be used have to be considered with special care.The results show that use of the PFN allows a standardized procedure, which should,however,be applied only by experienced trauma orthopedic surgeons to avoid complications.The possibility of technical problems and complications must be recognized so that they can be avoided, or at least managed if any do occur.This study presents the PFN as the standard implant for the treatment of trochanteric fractures.All difficulties or complications so far observed are listed, together with hints on how to avoid or manage them.

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Komplikationen mit dem proximalen Femurnagel (PFN)

- Zusammenfassung Die Osteosynthese mit proximalem Femurnagel (PFN) stellt eine primr belastungsstabile Versorgung dar. Dies bedeuted gerade fr den alten Menschen einen wesentlichen Vorteil, da dieser mglichst rasch mobilisiert werden muss, aber nicht zu entlasten vermag. Aber auch fr die A3-Frakturen des jngeren Menschen ist die rotationsstabile Verbindung des Kopf-Hals-Fragments mit dem Schaft vorteilhaft. Die besonderen Voraussetzungen der zu versorgenden Patientengruppen erfordern einen besonders sensiblen Umgang mit Indikationsstellung, Operationszeitpunkt und -technik. Neben den implantatspezifischen Komplikationen mssen immer auch patientengruppenspezifische Komplikationen erkannt und beherrscht werden. In der vorliegenden Untersuchung werden der PFN als Standardmethode zur Behandlung von pertrochanteren Femurfrakturen vorgestellt, aber auch die mglichen Komplikationen herausgestrichen. Zudem werden Hinweise auf technische Probleme gegeben, die hufig in Publikationen nicht oder nur in unzureichendem Ma angesprochen werden. Des Weiteren werden Hinweise zur Vermeidung und Beherrschung von Komplikationen bzw. zum Management der technischen Probleme gegeben, um mglichst schon intraoperativ die drohenden Revisionen vermeiden zu knnen. Proximaler Femurnagel Geriatrischer Patient Komplikationen Trochantere Frakturen Die Fraktur der Trochanterregion (31A nach der AO-Klassifikation) stellt eine hufige Verletzungsform vorwiegend des alten Patienten dar. Im Gegensatz zu den wesentlich selteneren dann Hochrasanztraumen Verletzungen des jungen Menschen liegt ein banaler huslicher Sturz zugrunde und trifft einen osteoporotischen Knochen, weswegen auch eine Hufung bei Frauen zu erkennen ist. Die Bedeutung dieser Verletzungsform ist bereits jetzt gro und wird aufgrund der Altersentwicklung in den Industrielndern in den kommenden Dekaden noch zunehmen. Auf die Besonderheiten der Patientenstruktur in Bezug auf Alter, Vorerkrankung und Risikoprofil ist bezglich des Operationszeitpunkts und der -technik besondere Rcksicht zu nehmen. Da eine lngere Immobilisation dieser Patienten mit einer erhhten Morbiditt und Mortalitt einhergeht, liegt eine dringliche Operationsindikation vor, und der Eingriff sollte innerhalb von 24 h durchgefhrt werden. Die jngeren Unfallverletzten erleiden in der Regel ein Hochrasanztrauma mit schwer wiegenden Begleitverletzungen und mssen daher sofort notfallmig versorgt werden. Bei den zur Verfgung stehenden Implantaten werden intra- und extramedullre Verfahren unterschieden. Die Schenkelhalsschrauben (z. B. DHS) sind deutlich preiswerter, jedoch nicht bei allen Frakturformen sofort belastungsstabil. Aus diesem Grund werden sie in unserer Klinik nur bei stabilen Frakturen eingesetzt. Die biomechanisch gnstigeren intramedullren Systeme (z. B. g-Nagel, PFN) bieten den Patienten eine sofortige Belastungsstabilitt. Von den mannigfaltig angebotenen Implantaten wird nachfolgend der in unserer Klinik verwendete proximale Femurnagel (PFN) vorgestellt, dabei wird insbesondere auf die mglichen Komplikationen hingewiesen. Neben den Komplikationen gilt dabei den technischen Schwierigkeiten, die bei der Implantation auftraten, ein ganz wesentliches Interesse. Hierzu wurden alle Anwendungen uerst kritisch analysiert. Patienten und Methode Die hier vorgestellten Ergebnisse entstammen einer prospektiven Studie, in die von 19961999 231 Patienten eingeschlossen wurden, die bei einer trochanteren Fraktur 31A nach der AO-Klassifikation eine PFN-Implantation erhielten. Die Beobachtungen erstreckten sich im Wesentlichen auf 3 Phasen: intraoperative Phase Intraoperativ wurden alle Komplikationen und insbesondere auch die technischen Schwierigkeiten bei der Reposition und Osteosynthese erfasst. stationre Phase Whrend des weiteren stationren Aufenthalts wurden allgemeine und spezielle Frhkomplikationen sowie Springer-Verlag 2003 C. Josten Complications of internal fixation with the proximal femoral nail (PFN). Avoidance and management Internal fixation with the proximal femoral nail (PFN) for the treatment of trochanteric fractures allows primary full weight-bearing after osteosynthesis.This alone means that the PFN is advantageous in patients suffering this type of injury, most of whom are elderly and need to be encouraged to walk very soon after surgery. A further advantage, which also benefits younger patients, is the connection it provides between the headneck fragment and the shaft of the femur, which is stable on rotation. Patients who have trochanteric fractures and are candidates for treatment with the PFN fall into two main groups: elderly patients with generalized diseases in addition to the fracture and younger, frequently polytraumatized, patients. In each of these groups the indications, the timing of the operation and the surgical technique to be used have to be considered with special care.The results show that use of the PFN allows a standardized procedure, which should, however, be applied only by experienced trauma orthopedic surgeons to avoid complications.The possibility of technical problems and complications must be recognized so that they can be avoided, or at least managed if any do occur.This study presents the PFN as the standard implant for the treatment of trochanteric fractures. All difficulties or complications so far observed are listed, together with hints on how to avoid or manage them. Proximal femoral nail Trochanteric fractures Elderly patients Complications Tabelle 1 Letalitt und Nachuntersuchungsergebnisse anhand des MerledAubign-Scores (n=177) die intrahospitale Letalitt aufgezeichnet. Nachbehandlung 12 Monate postoperativ wurden die Patienten nochmals kontaktiert und soweit mglich nachuntersucht. Hierbei wurden Sptkomplikationen und die 1-Jahres-Letalitt bestimmt. Ebenso wurde kritisch das soziale Umfeld beleuchtet und registriert, wie viele Patienten nach Sturz und Operation ihr vorbestehendes Mobilittsniveau wieder erreichten bzw. bei wie vielen alten Menschen definitiv neue Pflegebedrftigkeit auftrat. Bei der Nachuntersuchung kam der Score nach Merle-dAubign zur Anwendung. Ergebnisse 231 Patienten mit einem Durchschnittsalter von 78 Jahren (2198 Jahren ) wurden in die Studie eingeschlossen. Die durchschnittliche Operationsdauer betrug 57 min (13160 min), die Ansthesiedauer 114 min (70200 min). Die Nachuntersuchung von 177 Patienten 12 Monate postoperativ ergab in 83,5% aller Flle gute bis sehr gute Ergebnisse (Score nach Merle dAubign). Dabei ist zu bercksichtigen, dass eine 1-Jahres-Letalitt von 17% verzeichnet wurde (Tabelle 1). 2/3 der Patienten konnten in das vorbestehende soziale Umfeld entlassen werden. In 1/3 der Flle wurde eine Anschlussheilbehandlung bzw. eine Kurzzeitpflege eingeleitet, in 6% trat definitiv eine Pflegebedrftigkeit neu auf. Die Hufigkeiten der einzelnen Probleme und Komplikationen sind in Tabelle 2 wiedergegeben. Technische Schwierigkeiten Die technischen Schwierigkeiten waren dadurch (...truncated)


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Oliver Gonschorek, Akhil P. Verheyden, Andreas Tiemann, Christoph Josten. Komplikationen mit dem proximalen Femurnagel (PFN), Trauma und Berufskrankheit, 2003, pp. s171-s174, Volume 5, Issue 2, DOI: 10.1007/s10039-002-0575-1