Rotatorenmanschette

Trauma und Berufskrankheit, Mar 2003

Durch den hohen Funktionsanspruch kommt der Rekonstruktion von Rotatorenmanschettenrupturen eine große Bedeutung zu.Basis für eine optimale Therapie sind neben der klinischen und radiologischen Untersuchung der Funktionsanspruch und die Motivation des Patienten. Ziele sind die Wiederherstellung der Schmerzfreiheit und die Wiedererlangung der Funktion.Bei traumatischen Rupturen sind eine frühzeitige Naht bzw.Rekonstruktion anzustreben.Für die operative Therapie von Rotatorenmanschettenrupturen werden zahlreiche offene und arthroskopische Operationsverfahren empfohlen.Bei nicht rekonstruierbaren Rupturen stehen Ersatzverfahren zur Verfügung, die eine funktionelle Rekonstruktion ermöglichen. Besteht ein inoperabler Defekt, bieten palliative Maßnahmen oder bei begleitender Omarthrose endoprothetische Verfahren wie die inverse Prothese, eine gute Alternative. Bei richtiger Indikationsstellung und präziser Operationstechnik können gute Langzeitresultate erreicht werden.

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Rotatorenmanschette

0 Priv.-Doz. Dr. Johannes Zeichen Unfallchirurgische Klinik, Medizinische Hochschule Hannover, Carl-Neuberg-Strae, 30625 Hannover - Zusammenfassung Durch den hohen Funktionsanspruch kommt der Rekonstruktion von Rotatorenmanschettenrupturen eine groe Bedeutung zu. Basis fr eine optimale Therapie sind neben der klinischen und radiologischen Untersuchung der Funktionsanspruch und die Motivation des Patienten. Ziele sind die Wiederherstellung der Schmerzfreiheit und die Wiedererlangung der Funktion. Bei traumatischen Rupturen sind eine frhzeitige Naht bzw. Rekonstruktion anzustreben. Fr die operative Therapie von Rotatorenmanschettenrupturen werden zahlreiche offene und arthroskopische Operationsverfahren empfohlen. Bei nicht rekonstruierbaren Rupturen stehen Ersatzverfahren zur Verfgung, die eine funktionelle Rekonstruktion ermglichen. Besteht ein inoperabler Defekt, bieten palliative Manahmen oder bei begleitender Omarthrose endoprothetische Verfahren wie die inverse Prothese, eine gute Alternative. Bei richtiger Indikationsstellung und prziser Operationstechnik knnen gute Langzeitresultate erreicht werden. Rotatorenmanschettenruptur Diagnostik Partialruptur Totalruptur Massenruptur Lsionen der Rotatorenmanschette gehren zu den hufigsten Erkrankungen des Schultergelenks. Das berwiegen der alterungs- und verschleibedingten Schden der Rotatorenmanschette gegenber traumatischen Lsionen ist bekannt. Rotatorenmanschettenrupturen wurden bei autoptischen Untersuchungen in der Altersgruppe jenseits des 60. Lebensjahrs bei zwischen 15% und 29% nachgewiesen [37, 45]. Kernspintomographisch zeigte sich in dieser Altersgruppe in 54% der untersuchten Patienten eine Ruptur der Rotatorenmanschette [40]. Bei Patienten im Alter unter 40 Jahren ist eine Ruptur der Rotatorenmanschette meistens auf ein traumatisches Ereignis zurckzufhren, sie ist vorwiegend durch eine Schulterluxation bedingt [25]. Mit zunehmenden Lebensalter kann die Inzidenz von Rotatorenmanschettenrupturen bei Schulterluxationen bis zu 70% betragen [32]. Es gibt eine Reihe verschiedener Ursachen fr die pathologischen Vernderungen der Rotatorenmanschette. Neben einem Trauma knnen degenerative, vaskulre und mechanisch-anatomische Ursachen zu einer Schdigung der Rotatorenmanschette fhren. In den meisten Fllen ist nicht eine einzelne Ursache, sondern eine Kombination auslsend fr die Schdigung [41]. Es werden komplette Rotatorenmanschettenrupturen und inkomplette Rotatorenmanschettenrupturen unterschieden. Bei inkompletten Rupturen kann die Kontinuittsunterbrechung von Sehnenfasern akromionseitig, intratendins oder gelenkseitig gelegen sein. Durch die vollstndige Kontinuittsunterbrechung bei kompletten Rupturen kommt es zu einer Verbindung zwischen Gelenk- und Subakromialraum. Bateman [8] hat bei den kompletten Rupturen eine Grenunterteilung vorgeschlagen, die sich im klinischen Alltag bewhrt hat (Tabelle 1). Fr die Therapie und die Prognose einer Lsion der Rotatorenmanschette sind neben der Unterscheidung in inkomplett/komplett die Grenausdehnung und die genaue Lokalisation des Defekts wichtig. Fr die Behandlung der Rotatorenmanschettenruptur steht eine Vielzahl verschiedener Therapieoptionen zur Verfgung [10, 13, 20, 25]. Dabei mssen bei der Wahl des geeigneten Behandlungsverfahrens neben der Pathogenese eine Reihe weiterer Faktoren bercksichtigt werden: das Patientenalter, die Springer-Verlag 2003 J. Zeichen U. Bosch C. Krettek Rotator cuff tears. When do defects need surgical treatment? Reconstruction of the rotator cuff is extremely important in the case of a tear, because of the high functional demands on this structure. Clinical and radiological criteria and the patients expectations of a functional shoulder joint and his or her motivation combine to form the basis on which the optimal therapy is selected.The goal of the treatment is freedom from pain and the restoration of shoulder function. An early surgical intervention, in the form of either suturing or reconstruction, is necessary in the case of traumatic ruptures. A number of open and arthroscopic techniques are recommended for rotator cuff repair. In cases of irreparable rotator cuff defects various other surgical options can be considered. Biceps tenotomy can be performed as a palliative procedure.The inverse total shoulder prosthesis will probably be the treatment of choice in cases of irreparable rotator cuff defects with painful arthropathy.When the correct indications are observed and a precise operating technique is applied it is possible to achieve good long-term results. Rotator cuff tear Diagnosis Partial tear Full-thickness tear Massive rotator cuff tear Tabelle 1 Einteilung der Rotatorenmanschettenruptur nach Bateman [8] Defektgre und Lokalisation, die Qualitt des Muskel- und Sehnengewebes. Radiologische Kriterien, wie der akromiohumerale Abstand, sind als prognostische Faktoren fr das Outcome von Bedeutung [31]. Die Hauptindikation zu einem operativen Verfahren sind der Schmerz und der Funktionsverlust. Daneben sind der Funktionsanspruch des Patienten und seine Motivation wesentliche Entscheidungskriterien fr oder gegen eine operative Therapie. Ziele sind die Wiederherstellung der Schmerzfreiheit und die Wiedererlangung der Funktion. Anamnese und klinische Untersuchung Fr die Beurteilung einer Schdigung der Rotatorenmanschette stellen die Anamnese und die klinische Untersuchung einen wesentlichen Parameter dar.Whrend degenerative Lsionen der Rotatorenmanschette lange Zeit klinisch stumm verlaufen knnen, fhrt eine traumatische Ruptur unmittelbar zu Schmerzen, sowie zu einem Kraft- und Funktionsverlust. Die sorgfltige klinische Untersuchung ist unabdingbare Voraussetzung fr die Diagnosestellung. Neben der zielgerichteten Anamnese sollte ein standardisierter Untersuchungsablauf erfolgen. Inspektion, Palpation und Prfung der Gelenkfunktion stellen die Basis der klinischen Untersuchung dar. Mit spezifischen Funktionstests kann die Lokalisation einer Rotatorenmanschettenruptur festgestellt werden. Zur Prfung des M. supraspinatus wird der 0-Abduktionstest durchgefhrt, seine Haltefunktion in 90 Abduktion und 30 Horizontalflexion in Innen- und Auenrotation getestet. Die Funktion des M. infraspinatus und des M. teres minor wird mit der Auenrotationskraft gegen Widerstand aus der Neutralstellung getestet. Mit dem Lift-off-Test und belly-press Test wird der M. subscapularis geprft [25]. Bild gebende Verfahren Mit den in den letzten Jahren zunehmenden Mglichkeiten einer operativen Intervention haben die korrekte Diagnose und die properative Bestandsaufnahme mittels Bild gebender Verfahren zunehmende Bedeutung erlangt. Die konventionelle Rntgendiagnostik ist rasch und einfach durchzufhren und liefert wichtige Informationen ber die ossren Strukturen und ber Weichteilverkalkungen. Das Hhertreten des Humeruskopfs im Sinn eines verminderten akromiohumeralen Abstands ist ein wichtiges spezifisches Zeichen einer Rotatorenmanschettenruptur [31]. We (...truncated)


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Johannes Zeichen, Ulrich Bosch, Christian Krettek. Rotatorenmanschette, Trauma und Berufskrankheit, 2003, pp. s120-s125, Volume 5, Issue 1 Supplement, DOI: 10.1007/s10039-002-0665-0