Ein neues Online-Tool zur Optimierung der Arzneitherapie

BIOspektrum, May 2012

Individuelle genetische Faktoren haben einen wichtigen Einfluss auf die Wirkung eines Medikaments. Seit Jahrzehnten sind Erkenntnisse zwischen genetischen Varianten und der Wirksamkeit von Medikamenten bekannt. Dennoch wurden die bereits bekannten Fakten praktisch kaum zum klinischen Nutzen in die ärztliche Praxis übersetzt. Einer der Gründe dafür liegt in der bisher mangelnden Aufbereitung vorhandener Daten und deren Verfügbarkeit. Mit einer ersten Version eines neuen Online-Tools, dem pharma.sensor, soll sich das ändern. Der pharma.sensor ist ein weiterer Schritt hin zu einer auf individuelle genetische Varianten abgestimmten personalisierten Medizin.

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Ein neues Online-Tool zur Optimierung der Arzneitherapie

- Individuelle genetische Faktoren haben einen wichtigen Einfluss auf die Wirkung eines Medikaments. Seit Jahrzehnten sind Erkenntnisse zwischen genetischen Varianten und der Wirksamkeit von Medikamenten bekannt. Dennoch wurden die bereits bekannten Fakten praktisch kaum zum klinischen Nutzen in die rztliche Praxis bersetzt. Einer der Grnde dafr liegt in der bisher mangelnden Aufbereitung vorhandener Daten und deren Verfgbarkeit. Mit einer ersten Version eines neuen Online-Tools, dem pharma.sensor, soll sich das ndern. Der pharma.sensor ist ein weiterer Schritt hin zu einer auf individuelle genetische Varianten abgestimmten personalisierten Medizin. IT-Lsungen zum genetic information management fr jeden interessierten Nutzer nen von Medikamenten bercksichtigt werden. Von besonderem Nutzwert sind die Inhalte des pharma.sensor, wenn sie mit individuellen, genetischen PGS-Analyseergebnissen abgeglichen werden. ber das Portal werden dann auch Befunde erstellt, die der Arzt des PGS-Nutzers fr medizinische Entscheidungsfindungen verwenden kann. Relevante biomedizinische Erkenntnisse sind darin erlutert und wissenschaftlich referenziert aufbereitet. Um eine breitere ffentlichkeit fr das Thema der genetisch bedingten Unterschiede von Medikamentenwirkungen zu sensibilisieren und wissenschaftliche Argumente in die Diskussion um eine personalisierte, genotypenspezifische Medizin einzubringen, hat bio.logis den pharma.sensor entwickelt. Hiermit haben Nutzer erstmalig die Mglichkeit, sich ber genetische Anlagen sowie Wirksamkeit und Vertrglichkeit von Medika menten zu informieren. Bessere Entscheidungen fr die Der pharma.sensor ist auf dem Web-Portal Gesundheit mit PGS personal genomics services (PGS) frei zugng- In Verbindung mit dem pharma.sensor erhlt lich. Basis des pharma.sensor ist eine Daten- der Nutzer von PGS nicht nur Hinweise auf bank, die mehrere Tausend Medikamenten- individuelle Vertrglichkeit und Wirksamkeit wirkstoffe enthlt und kontinuierlich er- von Medikamenten, sondern auch den Zugang weitert wird. Dafr werden medizinische Stu- zu anderen Bereichen genetischer Informadien ausgewertet und aufgearbeitet, sodass tion. So werden mit der ersten Version von die Datenbank den mglichst aktuellen Stand PGS mehr als 100 DNA-Varianten (Targets) der Wissenschaft widerspiegelt. Die einzel- analysiert. Hiermit knnen auch Varianten nen Wirkstoffe sind mit Informationen zu detektiert werden, die in einem Zusammennachgewiesenen Einflssen von Genvarian- hang mit Ernhrungsfaktoren oder Stofften verbunden. Eine Suchfunktion erlaubt wechselstrungen stehen. Auch bei Kinderden schnellen Zugriff auf die substanzrele- wunsch und fr die Familienplanung knnen vanten Informationen. Mit der Weiterent- die Ergebnisse wichtige Hinweise liefern. So wicklung des pharma.sensor werden zuknf- knnen beispielsweise die Anlagetrgerschaft tig auch Dosisempfehlungen und Interaktio- fr einige rezessiv erbliche Erkrankungen und Dispositionsfaktoren fr unerfllten Kinderwunsch nachgewiesen werden. Im Gegensatz zu manchen prdiktiven Genanalysen der diagnostischen Genetik bisheriger Ausprgung sind die PGS-Targets dahingehend selektiert worden, dass die Informationen mit besonderen Handlungsoptionen einhergehen. Um die Sicherheit der Daten zu gewhrleisten, sind der Zugang zu diesen persnlichen Informationen sowie smtliche Probenkennzeichnungen anonym. Der Barcode der an das Labor eingesendeten PGS-Probe ist keinem persnlichen Adressaten zuzuordnen, auer durch den Nutzer selbst. Die Nutzer haben die Freiheit, die zur Analyse zugehrigen Informationen zu lesen, mit anderen zu teilen und zu diskutieren oder schlielich komplett zu lschen. Die bemerkenswerten Fortschritte der DNAAnalysetechniken ermglichen es mittlerweile, routinemig ganze Genome verschiedener Spezies und bald aller interessierter Individuen messtechnisch zu erschlieen. Humangenetisches Fachwissen, das bisher nur einer kleinen Expertengruppe vorbehalten war, wird schrittweise allen interessierten Menschen zugnglich. (...truncated)


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Daniela Steinberger. Ein neues Online-Tool zur Optimierung der Arzneitherapie, BIOspektrum, 2012, pp. 332-332, Volume 18, Issue 3, DOI: 10.1007/s12268-012-0184-x