Erhöhtes Suizidrisiko bei Restless Legs

MMW - Fortschritte der Medizin, Dec 2019

Das Restless-Legs-Syndrom (RLS) kann die Schlaf- und damit die Lebensqualität der Betroffenen deutlich beeinträchtigen. Nun zeigt eine Registerstudie, dass auch die Suizidgefahr für die Patienten steigt.

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Erhöhtes Suizidrisiko bei Restless Legs

FORTBILDUNG . KRITISCH GELESEN Erhöhtes Suizidrisiko bei Restless Legs Das Restless-Legs-Syndrom (RLS) kann die Schlaf- und damit die Lebensqualität der Betroffenen deutlich beeinträchtigen. Nun zeigt eine Registerstudie, dass auch die Suizidgefahr für die Patienten steigt. _ Die Kohortenstudie basiert auf einer übergreifenden Gesundheitsdatenbank, in der Daten von mehr als 240 Millionen Personen unter 65 Jahren aus den USA u. a. von Versicherungen, Arbeitgebern, Krankenhäusern und staatlichen Gesundheitsprogrammen gesammelt werden. 24.179 Patienten mit RLS-Diagnose nach ICD-9 sowie 145.194 nach Alter und Geschlecht gematchte Kontrollprobanden wurden ausgewählt. Als Baseline wurden die Werte der Jahre 2006–2008 verwendet, das Follow-up-Intervall waren die Jahre bis 2014. Patienten mit Suizidalität oder selbstverletzendem Verhalten sowie mit kardiovaskulären oder onkologischen Erkrankungen bei Studienbeginn wurden ebenso ausgeschlossen wie schwangere Frauen. Im Follow-up-Zeitraum wurden Suizide und selbstverletzende Handlungen nach ICD-9 registriert. Für RLS-Patienten zeigte sich ein signifikant erhöhtes Risiko für Suizid oder selbstverletzende Verhaltensweisen (adjustierte Hazard Ratio 2,66). Dabei wurden Lebensstilfaktoren wie Alkoholkonsum, Übergewicht, chronische Erkrankungen (auch psychiatrische und neurologische) und Medikamentengebrauch berücksichtigt. Auch nach Ausschluss aller Patienten mit Depression, Schlafstörungen, obstruktiver Schlafapnoe und anderen chronischen Erkrankungen bestand der Zusammenhang zwischen RLS und Suizidalität weiter (Hazard Ratio 4,14). ■ Zhuang S, Na M, Winkelman JW et al. Association of restless legs syndrome with risk of suicide and self-harm. JAMA Netw Open. 2019;2:e199966 KOMMENTAR Die vorliegende Studie weist einige Schwächen in der Datenerhebung auf. So kamen z. B. für die Diagnostik ältere Klassifikationssysteme zum Einsatz. Dennoch zeigen die Resultate einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Erkrankung an einem RLS und dem Suizidrisiko. Wir wissen, dass Formen des RLS und die damit verbundenen Symptome mitunter schwer ausgeprägt sein können. Die in einigen Fällen massiven Einschlafstörungen sind für die betroffenen Patienten häufig unerträglich. Für die Praxis gilt: Bei Vorliegen eines schweren RLS sollte unbedingt daran gedacht werden, bei dem Patienten auch eine mögliche Suizidalität abzufragen. ■ Prof. Dr. med. U. Voderholzer Banales Nasenbluten mit potenziell lebensbedrohlicher Ursache © BMJ. 2019;367:l5393 Ein offensichtlich indolenter 16-jähriger Junge kam mit nicht-traumatischer Epistaxis in eine HNO-Klinik. Er berichtete, dass er bereits Teleangiektasien in der Nasenschleimhaut. 34 MMW Fortschritte der Medizin 2019 . 21-22 / 161 seit einem Jahr täglich an Nasenbluten litt, und dass es keine erkennbare Ursache gab. Es endete jedes Mal spontan nach 5–10 Minuten. Der Patient hatte nur einmal einen Arzt aufgesucht, der eine antiseptische Creme verordnet hatte – allerdings ohne therapeutischen Erfolg. Die Anamnese war unauffällig, doch hatte der Vater möglicherweise an einer Eisenmangelanämie gelitten und Bluttransfusionen erhalten. Bei der intranasalen Inspektion sah man zahlreiche Teleangiektasien, die sich bei der weiteren körperlichen Untersuchung auch im Gastrointestinaltrakt zeigten. Damit lag die Diagnose hereditäre hämorrhagische Teleangiektasie (Morbus Osler) nahe. Bei dieser Erkrankung treten Teleangiektasien in Mukosa, Haut und viszeralen Organen (Gehirn, Lunge und Darm) auf und können zu lebensbedrohlichen Blutungen führen. Sie ist autosomal dominant vererbbar. Recherchen ergaben, dass die Diagnose auch beim Vater des Patienten gesichert war. Zur symptomatischen Behandlung wurde eine Feuchtigkeitssalbe verordnet. ■ Prof. Dr. med. H. Holzgreve ■ McLaren O, Ronan N. Recurrent epistaxis in an adolescent. BMJ. 2019;367:l5393 (...truncated)


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U. Voderholzer. Erhöhtes Suizidrisiko bei Restless Legs, MMW - Fortschritte der Medizin, 2019, pp. 34, Volume 161, Issue 21-22, DOI: 10.1007/s15006-019-1228-7