Buchrezension zu: Leuchtürme
· B ÜCHER & M EDI E N
Buchrezension zu:
Leuchtürmer
© Hirzel
Leuchttürme
Erfolgreiche Arzneimittelforscher im 20. Jahrhundert
Ernst Mutschler und Christoph
Friedrich
308 S., Hirzel, 2020. HC, 21,80 O.
ISBN: 9783777627281
DOI: 10.1007/s12268-020-1424-0
© Der Autor 2020
ó Beim Wort „Leuchttürme“
denkt man sofort an die neuen
universitären Leuchttürme in
Deutschland, von denen man annimmt, dass sie als Ganzes in die
Weite strahlen. Ein Gegenentwurf
zu den institutionellen Leuchttürmen sind die individuellen Leuchttürme, die uns zwei sehr erfahrene Pharmazeuten in ihrem neuen
Buch vorstellen. Es werden ca.
50 Biografien von Arzneimittelforschern (bzw. kleinen Forscherteams) vorgestellt, die bahnbrechende Erkenntnisse im Bereich
der Arzneimittelforschung erzielt
haben. Alle Kapitel sind gleich
aufgebaut. Jeder Forscher wird
mit einem Bild vorgestellt, es folgt
ein tabellarischer Lebenslauf, danach wird auf 3–4 Seiten eine
unterhaltsame „Geschichte“ über
die wichtigsten Forschungsergebnisse erzählt. Abgerundet wird
das Buch mit relevanten Strukturformeln und einem weiterführenden Literaturverzeichnis in jedem
Kapitel.
Man kann dieses in seiner Art einmalige Buch auf unterschiedliche
Art lesen: systematisch oder
querbeet. Da die jeweiligen Kapitel sehr kurz und in sich abgeschlossen sind, eignet sich das
Werk auch gut als Abend- oder
Zwischendurch-Lektüre. WeiterBIOspektrum | 06.20 | 26. Jahrgang
hin kann das Buch auch unter
dem Aspekt gelesen werden, was
man selber für sich von den erfolgreichen Forschern lernen
kann.
Eine erste Analyse der Biografien
ergab, dass bahnbrechende Forschungsergebnisse in jungen
oder alten Lebensjahren erzielt
werden können, mit viel oder wenig Forschungsgeld, an einer Exzellenzuniversität oder einer „Provinzuniversität“. Manche Durchbrüche wurden sofort als solche
erkannt; bei anderen dauerte es
lange, ehe sie anerkannt wurden.
Diese Erkenntnis ist sicher auch
für alle diejenigen wichtig, die bei
der Entscheidung über die Vergabe von Forschungsgeldern mitwirken. Letztlich ist es extrem
schwer, Durchbrüche hervorzusagen. Entscheidend ist – und das
kommt in diesem Buch sehr gut
heraus – eine integre, zielstrebige
Persönlichkeit, die sich nicht von
Gegenwind aus dem Konzept
bringen lässt, sondern ihre Ziele
verfolgt.
Das Buch eignet sich sehr gut als
Geschenk, natürlich besonders
unter Forschern, aber auch darüber hinaus. Den Autoren sei gedankt, dass sie wichtige Meilensteine der Geschichte der Arzneimittelentwicklung so leserfreundlich aufbereitet haben.
ó
Roland Seifert,
Medizinische Hochschule
Hannover,
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