Klimawandel – die Ängste der Jungen
von krampflösenden Medikamenten sowie nicht-pharmakologischen
Maßnahmen wie der ketogenen Diät
oder neurochirurgischen Eingriffen.
Individuelle, optimale
Medikationskombination
Nun wurden die Therapieoptionen um
das Fertigarzneimittel Epidyolex® (Cannabidiol) erweitert, welches in Verbindung mit Clobazam als Zusatztherapie
von Krampfanfällen im Zusammenhang mit L GS und DS ab 2 Jahren zugelassen ist sowie als Zusatztherapie von
Krampfanfällen im Zusammenhang
mit TSC.
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Wichtig ist ein sorgfältiges und
behutsames Herantasten an eine
optimale Medikationskombination
Schubert-Bast betonte, dass die
Behandlung des Lennox-Gastaut-Syndroms immer eine Polytherapie sei.
„Dadurch, dass wir nun mehrere Medikamente zur Verfügung haben, wird
es komplexer“. Es stellen sich Wechselwirkungen ein, die die Wirkstoffspiegel einzelner Medikamente erhöhen
können sowie Auswirkungen auf die
Leberwerte haben können.
Wichtig ist, so die Expertin, ein
sorgfältiges und behutsames Herantasten an eine optimale Medikationskombination für den individuellen Patienten.
Ankündigung des nächsten
Webinars
Univ.-Prof. Mag. Dr. Eugen Trinka stellte
zum Abschluss der Veranstaltung in
Aussicht, dass das nächste Webinar
der Rare and Complex Epilepsy Academy (RCEA) die optimale Behandlung
der Epilepsie bei Tuberöser Sklerose
behandeln werde und freut sich auf
eine wiederum zahlreiche und aktive
Teilnahme.
Weitere Informationen:
Registrierungsseite zur Rare and Complex
Epilepsy Academy
Programm zum Großteil on demand
erhältlich
https://webcast.medwhizz.com/e/rcea-
2022/signup
Hinweis des Verlags. Der Verlag bleibt
in Hinblick auf geografische Zuordnungen
und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen
neutral.
psychopraxis.neuropraxis2022·25:188–189
https://doi.org/10.1007/s00739-022-
00818-4
© The Author(s), under exclusive licence to
Springer-Verlag GmbH Austria, ein Teil von
Springer Nature 2022
Quelle: Presseinformation Erste Rare and
Complex Epilepsy
Academy, 13.01.2022
Klimawandel – die Ängste der Jungen
Hintergrund
Das Thema „Klimawandel“ ist insbesondere in (sogenannten) sozialen
Medien allgegenwärtig und beschäftigt v. a. auch unsere Jugend. Die dargestellten Szenarien sind besorgniserregend bis erschreckend und werden
von der Generation Z mit Sorge um
ihre Zukunft sehr konsequent beobachtet. Daraus resultierende Sorgen und
Ängste bedingen vielfach auch eine
psychische Beeinträchtigung unserer
Jugendlichen. Diese wird wiederum
von den Erwachsenen sehr wohl wahrgenommen, aber nur bedingt objektiviert. Eine rezente in Lancet Planetary
Health erschienene Publikation hat nun
untersucht, welche Beeinträchtigung
Jugendliche durch das Thema „Klimawandel“ erfahren, und ob dafür geografische Unterschiede bestehen [1].
Methodik
Die im Mai und im Juni 2021 durchgeführte Erhebung erfolgte in 10 Ländern
(Australien, Brasilien, Finnland, Frankreich, Indien, Nigeria, Philippinen, Portugal, England, USA). In jedem Land
wurden 1000 Jugendliche im Alter
von 16 bis 25 Jahren befragt, sodass
insgesamt die Ergebnisse von 10.000
Befragten in die Analyse einflossen. In
dieser wurde erhoben, welche Bedenken bezüglich des Klimawandels bei
den Jugendlichen bestehen, ob eine
geografische Abhängigkeit besteht,
und wie die nationalen Bestrebungen
in Relation dazu eingeschätzt werden.
Ergebnisse
Im Durchschnitt aller Länder waren
59 % der Befragten sehr oder extrem
besorgt über die Auswirkungen des
Klimawandels, 84 % waren zumindest
mäßig besorgt. Mehr als 50 % berichte-
ten bezüglich emotionaler Qualitäten,
dass sie „traurig, ängstlich, zornig, kraftlos, hilflos“ seien und sich„schuldig fühlten“. Über 45 % der Befragten gaben an,
dass die Sorge um den Klimawandel ihr
tägliches Leben negativ beeinflusst
und auch Funktionseinschränkungen
bedingt. 75 % sind sehr besorgt über
ihre Zukunft, und 83 % haben den Eindruck, dass der Mensch seinen Planeten vernachlässigt hat. Die Maßnahmen
der Regierungen werden großteils als
schlecht oder unzureichend eingestuft;
viele beklagen „Verrat“ an der Menschheit und (Selbst-)„Aufgabe“.
Im Vergleich der 10 teilnehmenden
Länder zeigte sich, dass die negative
Einschätzung auf den Philippinen am
höchsten ist; dies wird von den Autoren
mit den dort bereits realen Naturkatastrophen wie Überflutungen, Sturmereignissen etc. begründet. Den geringsten Anteil extrem oder sehr besorgter
psychopraxis. neuropraxis 4 · 2022
189
aktuell
Jugendlicher weist Finnland mit „nur“
44 % auf.
Diskussion
Das Triple COVID-19-Pandemie, Klimakrise und neuerdings Ukrainekrieg
stellt eine beträchtliche Belastung für
die gesamte Bevölkerung dar; Jugendliche sind für das Thema „Klimawandel“ überdurchschnittlich vulnerabel.
Die Erhebung bei 10.000 Jugendlichen
in 10 verschiedenen Ländern zeigt,
wie sehr die Sorge um den Klimawandel und dessen Konsequenzen unsere
Kinder und Jugendlichen betrifft und
betroffen macht. Die Auswirkungen auf
die seelische Gesundheit, aber auch auf
somatische Funktionen und kognitives
Leistungsvermögen sind ernst zu nehmen und müssen Eingang in präventive und resilienzfördernde Maßnahmen finden. Aktivitäten wie „Fridays for
Future“ können eine mögliche CopingStrategie darstellen, gleichzeitig aber
auch Ängste und Sorgen weiterverstärken. Es muss daher auch Aufgabe der
Kinder- und Jugendmedizin sein, sich
diesem Thema adäquat und insbesondere auch wissenschaftlich zu widmen.
Immerhin geben 39 % der Jugendlichen an, aus Sorge um die Klimaveränderungen und deren Konsequenzen evtl. keine eigenen Kinder haben
zu wollen. Und 39 % geben auch an,
dass ihre Sorgen und Bedenken nicht
ernst genommen oder gänzlich ignoriert würden. Die Autoren fassen daher
auch zusammen, dass neben den Klimaschutzmaßnahmen auch weitere
Forschung zu den Problemen und der
Wahrnehmung Jugendlicher nötig ist
und man diesen mit Hoffnung gebenden Botschaften und Empathie entgegenkommen müsse. Und sie zitieren
am Ende ihres Manuskripts folgendes
Individualstatement aus der Befragung:
„I don’t want to die. But I don’t want
to live in a world that doesn’t care about
children and animals.“
Interessenkonflikt
R. Kerbl gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht.
Korrespondenzadresse
Prim. Univ.-Prof. Dr. Reinhold Kerbl
LKH Hochsteiermark/Leoben, Abteilung
für Kinder und Jugendliche, Vordernberger
Str. 42, 8700, Leoben, Österreich
Literatur
1. Hickman C, Marks E, Pihkala P et al (2021)
Climate anxiety in children and young
people and their beliefs about government
responses to climate change: a global
survey. Lancet Planet Health 5(12):e863–
e873. https://doi.org/10.1016/S2542-
5196(21)00278-3
Hinweis des Verlags. Der Verlag bleibt in
Hinblick auf geografische Zuordnungen und
Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten
Karten und Institutsadressen neutral.
psychopraxis.neuropraxis2022·25:189–190
https://doi.org/10.1007/s00739-022-
00821-9
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Weißbuch „Volkskrankheit Alzheimer“
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