Wacher als vermutet, Mit MS Arbeiten

psychopraxis. neuropraxis, Feb 2012

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Wacher als vermutet, Mit MS Arbeiten

Erfolgt die Bestimmung des Bewusst- seinszustandes ohne spezielle Skalen 0 liegt die Rate der Fehldiagnosen bei rund 0 %. Aktuelle Studien mithilfe hochauf- lsender Elektroenzephalografie (EEG) und funktioneller Kernspintomografie (f MRT) zeigen zudem 0 dass rzte die Re- aktionsfhigkeit hufig falsch einscht- zen 0 so die Deutsche Gesellschaft fr Kli- nische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung (DGKN). Jeder fnfte Patient weist etwa in speziellen EEG-Verfahren Hinweise fr bewusste Reaktionen auf 0 die mittels Standardverfahren nicht er- kannt werden. Die DGKN fordert daher 0 funktionelle Bildgebungsverfahren sowie spezielle elektrophysiologische Verfah- ren bei der Beurteilung von Wachkoma- Patienten hufiger einzusetzen. 0 Mit MS Arbeiten 0 0 Am Runden Tisch der Multiple Sklerose Gesellschaft Wien sprachen Arbeitgeber, Betroffene und Experten aus Medizin, Politik und Wirtschaft ihre Standpunkte an und entwickeln gemeinsam kunftige Strategien. Deklariertes Ziel ist es MS Pa- tientInnen einen langeren Verbleib in der Arbeitswelt zu ermoglichen Aktuelle Studien deuten darauf hin, dass elektrophysiologische und bildgebende Verfahren wie EEG und f MRT zustzliche Reaktionen bei Wachkoma-Patienten messen, die Verhaltensbeobachtungen von auen nicht erkennen lassen. So weisen rund 17 % der Wachkoma-Patienten typische Aktivierungsmuster vergleichbar mit denen gesunder Probanden im f MRT, auf und sogar eine einfache Kommunikation mithilfe des f MRT-Signals ist mglich. So konnte ein Patient whrend der f MRT-Untersuchung richtige Ja- oder Nein-Antworten auf autobiografische Fragen geben Da die f MRT allerdings sehr aufwndig, teuer und stranfllig ist, bietet sich das EEG als alltagstauglichere Untersuchungsmethode zur Prfung der Hirnfunktion der Betroffenen an. Bei verbalen Aufforderungen und Tonsignalen werden bestimmte Hirnregionen aktiv, und es kommt zu einer Vernderung des EEGFrequenzspektrums. In einer aktuellen Studie reagierten drei von 16 WachkomaPatienten auf verbale Aufforderungen, die mit der Coma Recovery Scale-Revised (CRS-R) nicht erfasst wurden. Unterhalb der Schwelle der klinischen Beobachtbarkeit mit Komaskalen gibt es bei etwa jedem fnften bis sechsten Patienten eindeutige Hinweise fr bewusste Interaktionen mit der Umwelt. Die Rate der Fehldiagnosen bei Wachkoma-Patienten liege daher sicher hher als bisher vermutet, schtzen Experten der DGK N. Der routinemige Einsatz der funktionellen Bildgebung bei Koma-Patienten sei derzeit zwar verfrht. Doch lieen sich aus diesen Erkenntnissen der Bewusstseinsforschung knftig neue Therapien ableiten, wie beispielsweise die Entwicklung von Brain-Computer-Interfaces fr eine Kommunikation mit Wachkoma-Patienten. n Quelle:DGKN Das Projekt Mit MS arbeiten fokussiert auf die Vereinbarkeit von MS und Berufsttigkeit. - Chronisch kranke Menschen werden von der Gesellschaft hufig als reine Kostenfaktoren angesehen und in Folge rasch vom Arbeitsmarkt verdrngt. Dabei muss eine chronische Krankheit wie zum Beispiel Multiple Sklerose (MS) nicht automatisch in die Arbeits- oder Berufsunfhigkeit fhren. Die Multiple Sklerose Gesellschaft Wien fokussiert mit ihrem Projekt Mit MS arbeiten auf die Vereinbarkeit von MS und Berufsttigkeit und wird dabei von der Wirtschaftskammer Wien untersttzt. KommR Brigitte Jank, Prsidentin der Wiener WK: Die Wirtschaft kann und will sich den Verlust von erfahrenen und gut ausgebildeten Mitarbeitern nicht leisten. Die Betriebe nehmen daher ihre Verantwortung wahr und sind sehr bemht, chronisch kranke Menschen mglichst lange im Arbeitsprozess zu halten. Univ. Prof. Karl Vass, Univ.-Klinik f. Neurologie, Wien und Prsident der MSGesellschaft Wien dazu: Auch aus medizinischer Sicht ist der Verbleib im Arbeitsprozess sinnvoll, da sich konomische Sicherheit, ein gutes Selbstwertgefhl und Erfolg am Arbeitsplatz positiv auf den Krankheitsverlauf auswirken. Je nachdem, ob der Verlauf der Krankheit es zulsst, ist ein produktiver Verbleib am Arbeitsplatz durchaus mglich. Ein Ziel bei der Erstellung eines Therapiekonzepts ist daher immer auch der Erhalt der Arbeitsfhigkeit. Vass betont: Mit den Therapien, die uns heute zur Verfgung stehen, ist die Vereinbarkeit von MS und Beruf in vielen Fllen mglich. Wichtig fr PatientInnen sind aber neben der medikamentsen Therapie auch andere Faktoren, zum Beispiel die Rcksichtnahme auf spezifische Probleme wie etwa das FatigueSyndrom, psychische Betreuung oder Hilfe beim Weg durch den Behrdendschungel sowie der barrierefreie Zugang des Arbeitsplatzes. Oft ist nur eine geringfgige Untersttzung notwendig damit der Betroffene im Arbeitsprozess verbleiben kann. Genau hier setzt auch die Arbeit der MS-Gesellschaft Wien an: als Anlaufstelle fr Betroffene bietet sie Informationen zu nahezu allen Themen rund um die Multiple Sklerose. n (...truncated)


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Wacher als vermutet, Mit MS Arbeiten, psychopraxis. neuropraxis, 2012, pp. 34, Volume 15, Issue 1, DOI: 10.1007/s00739-012-0345-1