Methoden der Fernerkundung in Hydrologie und Wasserwirtschaft
Editorial
Methoden der Fernerkundung in
Hydrologie und Wasserwirtschaft
Alle wesentlichen (interdisziplinären) hydrologisch-wasserwirtschaftlichen Fragestellungen benötigen
für ihre Bearbeitung und Lösung Daten unterschiedlichster Art und räumlich-zeitlicher Auflösung.
Jedoch wird aus ökonomischen Gründen die direkte Messung von hydrologischen und anderen
Umweltparametern momentan eher eingeschränkt. Zudem bieten direkte Messungen in der Regel nur
Punktdaten, die nur an wenigen Standorten erhoben werden.
Univ.-Prof. Dipl.-Geoökol.
Dr. Karsten Schulz
Eine Alternative, vor allem wenn es um die flächenhafte Erfassung von Atmosphären- und Landoberflächenparameter geht, bieten satelliten-, flugzeug- oder drohnengestützte Fernerkundungsmethoden. Hierbei werden die spektralen Eigenschaften der Atmosphäre und Landoberfläche in
verschiedenen Wellenlängenbereichen über passive und aktive Systeme erkundet. Informationen
in sichtbaren und nahen infraroten Wellenlängenbereichen werden z. B. zur Erfassung von Vegetation, Landnutzung und Schneedeckenverteilung genutzt. Aus der thermalen (infraroten) Abstrahlung
der Landoberfläche kann die Oberflächentemperatur bestimmt und daraus Pflanzentrockenstress,
Evapotranspirationsraten oder auch Bodenfeuchte abgeleitet werden. Aktive und passive Mikrowellen-Sensoren erlauben es, Aussagen über die dielektrischen Eigenschaften der Landoberfläche und
damit über den Wassergehalt in den oberen Zentimetern des Bodens bzw. der Vegetation zu machen.
Boden- oder flugzeuggestützte Laserscanner ermöglichen die hochaufgelöste Erfassung des Reliefs,
der Schneedecke und auch von Pflanzenstrukturen – neuere Entwicklungen erweitern diese Technik
sogar auf Bereiche unterhalb der Wasseroberfläche.
Die fünf ausgewählten Beiträge in dieser Ausgabe geben Einblick in aktuelle Methoden der Fernerkundung und präsentieren Anwendungsmöglichkeiten im Rahmen der Hydrologie und Wasserwirtschaft, die ansonsten gar nicht oder nur mit deutlich höheren Kosten und in schlechterer Qualität
umsetzbar wären.
Univ.-Prof. Dipl.-Geoökol. Dr. K. Schulz
Institut für Wasserwirtschaft, Hydrologie
und konstruktiven Wasserbau,
Department für Wasser-Atmosphäre-Umwelt,
Universität für Bodenkultur Wien,
Muthgasse 18,
1190 Wien, Österreich
E-Mail:
öwaw © Springer–Verlag Wien
Online publiziert: 11. November 2015
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