Druckfehlerberichtigung

Journal of Molecular Medicine, Jan 1948

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Druckfehlerberichtigung

~2 Verhandlungen /~rztlicher Gesellschaften. Calorienmenge yon 2000 CaIorien unterschreitet. Besondere Sehwierigkeiten bereitet der Wiederaufbau zu Verlust gegangener Organsubstanz, was besonders bei der lipophflen I)ystrophie zu besonderen Stoffwechselversuchen Veranlassung gab, nach denen gerade diese Untererni~hrungsformen jugendlicher weiblicher Individuen zu einem starken endogenen Eiweigverbrauch neigen, wogegen der mittelschwere Hunger5demkranke keine abnorme Zerst6rungstendenz fiir dug GewebseiweiB zeigt. Nicht nut der Sticks~off- sondem auch der Sehwefelumsatz bieten Einbliek in den Zerst6rungssteffwechset, wobei im Rubmen des EiweiBabbaues bevorzugt die schwefelhaltigen Aminosguren zur Deekung des intermedi~ren Eiweiflstoffweehsels herangezogen werden. Auch ffir den Schwefelstoffweehsel gilt die Grenze yon 2 000 Calorien, ~ber der ein Stoffwechselgleichgewicht erst erwartetwerdenkann. Eine errechnete SticksteffSchwefelrelation ergab ffir die Mangelkranken eine normale Abnutzungsquote, wiihrend die lipophilen Dystrophiker eine a~t'fallende ErhShung des EiweiBbedarfes notwendig haben zur Deckung der i n t e ~ e d i a r e n Verbre~.mungsvorggnge. Zur Frage der (~dementstehung bzw. der 0demrezidivierung vertrat B~Ns~ die Ansieht der Kombination yon Hypoprotein&mien, die nieht immer vorhanden zu sein brauehen, mit onkotischen Vorgangen und Veranderungen der Zeltmembranen und zentraler Dysregulationen. Als Folge ungeniigender Naehlieferung yon Substanz sind wahrsehein]ich St6rungen des Fermenthaushaltes wie der inneren Sekretion (Hypothyreose, auch pluriglandul~ireStSrungen) anzusehen, was zu den immer wieder beobachteten Dysregul~tionszust~nden, unter anderem besonders des Kohlehydratstoffwechsels, ja sogar des Blutdrucks ffihren kann. Mit demHinweis auf die nicht nur stoffiichen, sondern auch seelischen Unzuliingliehl(eiteh unserer augenblickliehen Lebenslage und mit der Bemerkung, ,,daft ein Ausweg aus unserem Niedergang nur m6glich ist, wenn die unbedingt hierzu notwendigen Voraussetzungen geschaffen werden, die Vermeidung der Demontage der ~[enschen selbst", schloB der Vortragende seine Ausffihrung. GIESE (Bremen): Folgen langdauernder Unterern~hrung bzw. Hungerns k6nnen in Form der Atrophia sicca als Ausdruek ealorischerUntererni~hrung oder in Form der Dystrophia hydropic~ als Zeichen eines Eiweil~mangels imponieren. Je nach Ausmal~ der Atrophien k6nnen Organgruppen unterschieden werden, deren Gewebssubstanz sich im Hunger labil ~md eine andere, die sich stabil verh~lt. Die Glykogen~erarmung der Gewebe kann im F~lle des Hungertedes so maximal sein, dab histotogiseh kein Gewebsglykogen mehr nachgewiesen werden kam~ und die Blutzuckerwerte bis zu 4rag. % absinken. Der Fettmangel ist verantwortHch nicht nut ffir einLeerwerden der Fettdepots, sondern auch fiir eine ga]lert,ige 5dematSse Umwandlung des Fettgewebes. Der EiweiBmangel bewirkt an der Zelle einen Kollapszustand mit Einstethmg der Steffwecbselfunktion. Daran sind aueh die hormonproduzierenden Driisen mit Ausnahme der Nebe~mierenrinde beteiligt. Am ~uskel wird die fib~ll~re Substanz abgebaut, an deren Stelle in den Muskelschl~uchen eine fifissigkeitsreiche Masse auftri~t. Das abgebaute Muske]eiweiB wird yore Blutplasma aufgenommen und fiir die Erhaltung der dynamischen und stofflichen Bedfirfnisse des Organismus verwendet. Der Herzmuskel kann feucht oder troeken atrophieren, wodm'ch Ver~nderungen am Reizteitungssystem effolgen k6nnen. Die Kreislaufperipherie ist dutch eine Capillarerweiterung charak~erisiert, wogegen die fl~iher angenommene Gef~Bwandschi~digtmg keine anatomischhistologische'Stfitze eff&hrt. Das Btutbild 'zeigt eine auf den EiweiBmangel zuriiekftihrende An~mie. Die Eisenspeicherung im Hunger ist keine tt~mosiderose, sondern eine Myosiderose (G~EsE). Der Magendarmtractus zeichnet sieh dureh eine Zellatro~hie aus mit verminderter Schleimsekretion und oft haemon'hagischen Schleimhauterosionen, ja im Dickdarm mit zahlreichen kleinen Geschwiiren und dicken Fibrinbel~gen (Hung:erruhr). Wie die in~ektiSsen Begleitkrankheiteu "der Hungeratrophien einen besonders widerstandslosen Organismus vorfinden und meist nm" mi~ geringffi~gen Reaktionen ablaufen, so ist gerade die Tuberkulose wegen der rasehen Einschmelzungstendenz yon Lungengewebe und komplizierten Klinisohe Woehenschrift Pleuraempyemen geffirchtet und bildet fast immer das tragi" sche Ende des Dramas chronischer Unterern~hrung. SCHOEN (G6ttingen): Umfassende Untersuchtmgen an 12260 m~nnlic.hen.Heimkehrern in einem Durchgangslager, durchgeffihr~ yon einem Fach~rztestab, erm6glichten es, einen Blick in die prozentuale Verteilungen der Hunger- bzw. Unterern&hrungssch~den zu geben, wie sie Klinik (BERG) und Pathotogie (BAssi, GIESE) in den vorhergehenden Vortrggen umrissen. Besonders bemerkenswert war eine Zun~hme des Untergewiehtes mit dem Lebensalter und die Abha~ngigkeit yon der K6rpergr6i]e zu Unguns~en der :gochwiichsigen. 6 094, also die Hglfte aller Untersuehten, zeigten schwere Ernghrungsschi~den, wobei 1942 sichtbare 0deme besonders bei den jugendliehen Jahrggngen vorhanden waren. Als neu wurden ,,Dyskeratosen" beschrieben, Hautver~nderungen in Form yon l~mell~ren, fli~chenhaften Abschuppungen und follikulgren Hyperkeratosen (G~EvER). Daffir sowie ffir die in 20 % der F~lle vorhandenen Pyodermien werden Eiweil~ und Fett sowie Vitamin-A-Ma.ngel verantwortlich gemaeht, w~hrend sonst Hypovitaminosen als selten vermerkt werden konnten. Durchf~lterkrankungen kolmten anamnest,iseh bei a,llenUntersueh~en erhoben werden (Hungerruhr), ebenso wie eine Sub- and Anacidit~t sowie eine Sub- bzw. Afermentie bei den m eisten der Untersuchten festgestellt wurden. Der Kreislauf zeigte die bei allen Unterernghrungszustgnden obligate Hypotenie. Capillarn~ikroskopisehe Untersuchungen wiesen sehwerste spas~iseh atonisehe Vergnderungen oft mit pericapill~rem 0dem naeh. Eine Beziehung zwischen Serumeiwei~wer~ und 0dem konnte nicht hergestellt werden, dagegen zwischen Hypoproteingmie und Grundumsatzsenkung (~E~TENS). Die h~matologischen Unt.ersuehungsergebnisse deckten sich mit den oben erwghnten Festste]lungen BERGS, wobei die Uneinheitlichkeit der Beflmde yon SCSOEX in An~logie zu den Sprueangmien aufgefal~t wird. Ein sehr hoher Prozentsatz (23,5%) waren teils mit aktiver Tuberkulose, teils mit Pleuri~iden behaftet, wobei ganz besonders die extrem unterernghrten Jugendliehen betroffen waren. SCgOEN fiihrte aus, dal~ der Staa~ gegeniiber diesen Keimkehrern in jeder, vor ahem in sozialer HinsiehL zunaehs~ die Verpfiichtung der Ffirsorge zu efffillen hat. WIELE (Essen) : WI~LE gab einen Einblick in die gesund. heitliche Situation im Ruhrgebiet, wo bei der ~rbeitenden Bev6lkerung eine ~berspam~ung tier Leistungsfghigkeit zu verzeichnen ist, deren An~gnge bis in das Jahr 1939 zuriickreiehen, und die wghrend des Krieges durch die fast jeden einzeluen Betreffenden materiellen und ideellen Einbul~en einer steigenden Zunahme unterw~)rfen warden. Eine eindrucks (...truncated)


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Druckfehlerberichtigung, Journal of Molecular Medicine, 1948, pp. 32, Volume 26, Issue 1-2, DOI: 10.1007/BF01734216