Schlafstörungen. Verbesserte Schlafqualität
aktuell
Schlafstörungen
Verbesserte Schlafqualität
Klinische Studien zeigen, dass retardiertes Melatonin bei Alzheimerpatienten positiv auf die kognitive
Leistungsfähigkeit und die Schlafqualität wirkt.
ques, die sich vermehrt im Hirngewebe ansammeln, spielen eine
Schlüsselrolle bei der Entstehung der
Alzheimerdemenz. Offenbar gehen
die schädlichen Proteinablagerungen
bei älteren Menschen zunehmend
auch mit Schlafstörungen einher. Zu
wenig Schlaf könnte also auch die
Konzentration des Alzheimerpeptids
im Gehirn erhöhen und so eine Demenz begünstigen. Ein mangelhafter
Abbau durch gestörten Schlaf kann
demnach zur Akkumulation toxischer
Produkte führen, die die Entzündungen verstärken. Durch eine Verbesserung des Schlafs könnte auch die
vielfache Problematik der Alzheimer-Demenz sowohl für Patienten als
auch für Angehörige bzw. Betreuer erleichtert werden. Etwa ein Drittel der
erwachsenen Menschen leidet unter
Schlafstörungen, wobei die Beschwerden mit steigendem Alter zunehmen.
Insomnien beeinträchtigen Körper,
Geist und Seele
Vor allem älteren Menschen werden
bei Angst- und Schlafstörungen Benzodiazepine verordnet – und nicht selten
werden diese auch länger als empfohlen eingenommen. Bei der herkömmlichen Schlafmedikation bestehen
Bedenken hinsichtlich eines Insomnie-Rebounds und/oder von Entzugserscheinungen. Die Anwendung bei
Menschen mit Demenz ist mit Vorsicht
geboten – allein wegen des erhöhten
Risikos für Stürze, des Abhängigkeitspotential und der Gefahr des Delirs.
Retardiertes Melatonin
Circadin®, eine 2 mg-Melatonin-Retardtablette ist eine innovative Behandlung der primären Insomnie
bei Patienten > 55 Jahre mit durch
schlechte Schlafqualität gekennzeichneten Schlafproblemen. Es hat eine unterschiedliche Wirkweise zu Benzodiazepinen und Benzodiazepin-ähnlichen
Medikamenten und ist das erste Medikament aus der neuen Klasse der Melatonin-Rezeptor-Agonisten. Nur durch
die Melatonin-Retard-Formulierung ist
eine gleichmäßige Wirkung über die
ganze Nacht gewährleistet. Eine gezielte Zufuhr von langwirksamen Melatonin ist in der Lage, den physiologische Wach-Schlaf-Rhythmus wieder
herzustellen und damit die Schlafqualität wesentlich zu verbessern.
Weitere Ergebnisse einer multizentrischen Observationsstudie zeigen für
retardiertes Melatonin
55eine Verbesserung der Schlafqualität bei 82 % der Patienten
55bei 76 % der Patienten eine deutliche Steigerung der Munterkeit am
Morgen
55die anhaltende Wirkung auch nach
Therapieende
55keine Rebound-Insomnie oder Entzugssymptome
Nahezu 80 % der Patienten konnten
durch Circadin® die Einnahme von
Hypnotika beenden [1].
Der endogene Melatoninspiegel
sinkt bereits bei vorklinischen Stadien von Alzheimer. Da Melatonin eine
wichtige Rolle für die Schlafqualität
spielt und eine schlechte Schlafqualität mit Alzheimer in Zusammenhang
gebracht wird, gilt es die Wirkung der
Gabe des fehlenden Hormons auf Alzheimerpatienten und den Zusammenhang mit einem besseren Schlaf zu erforschen.
Die Ergebnisse der explorativen
randomisierten, placebokontrollierten Studie von Wade et al zeigen
über einen Zeitraum von 6 Monaten
die Sicherheit und Wirksamkeit der
Gabe von retardiertem Melatonin als
Begleittherapie zur Standardmedikation für Alzheimerpatienten. Die Studie belegt eine positive Wirkung auf
die kognitive Leistungsfähigkeit, die
Schlafqualität und das Durchschlafvermögen bei den teilnehmenden
Alzheimerpatienten [2].
Literatur
1. Hajak G et al (2015) Lasting treatment
effects in a postmarketing surveillance study
of prolonged-release melatonin. Int Clin
Psychopharmacol 30(1):36–42
2. Wade AG et al (2014) Add-on prolonged-release melatonin for cognitive function and
sleep in mild to moderate Alzheimer's disease: a 6-month, randomized, placebo-controlled, multicenter trial. Clin Interv. Aging
18(9):947–961
psychopraxis. neuropraxis
2016 · 19:95
DOI 10.1007/s00739-016-0326-x
Online publiziert: 27. April 2016
© Springer-Verlag Wien 2016
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Toxische Beta-Amyloid-Pla-
8 Erholsamer Schlaf unterstützt Körper, Geist und Psyche
psychopraxis. neuropraxis 3 · 2016
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