Faszination Gehirn
Brief des Herausgebers
psychopraxis.neuropraxis
DOI 10.1007/s00739-017-0404-8
© Springer-Verlag Wien 2017
P. Kapeller
Abteilung für Neurologie, Landeskrankenhaus Villach, Villach, Österreich
Faszination Gehirn
Liebe Leserinnen und Leser!
Vielen Dank, dass Sie diese Ausgabe der
Zeitschrift psychopraxis.neuropraxis in
die Hand genommen haben und sich die
Zeit nehmen die Themen dieses Heftes
durchzusehen. Wenn Sie mir gestatten,
gestehe ich Ihnen hier, dass meine Motivation für eine redaktionelle Mitarbeit an
diesem Journal davon getragen ist, dass
ich der festen Überzeugung bin, dass
Erkrankungen des psychiatrischen und
neurologischen Formenkreises dem Organ „zentrales Nervensystem“ und hier
vornehmlich dem Gehirn entspringen
und ich immer wieder von Neuem fasziniert bin, welche Auswirkungen eine hier
angesiedelte physiologische Dysbalance
zeigen kann. Und somit ist der Bogen von
Essstörungen zum Schlaganfall, von der
Psychoonkologie zum Schmerz und erst
recht von der Depression zur Demenz
kein so großer.
Selbstredend ist der Zugang zu den
einzelnen Erkrankungen ein unterschiedlicher. Aber letztendlich resultiert ein Verlust eines Teils des Organs
wie bei Schlaganfall oder Demenzerkrankungen genauso im Verlust von
wesentlicher Lebensqualität wie bei biologisch/biochemischen Veränderungen
wie z. B. bei Depression. Nicht zuletzt
werden die Erstgenannten häufig von
der Zweitgenannten begleitet oder es
zeigen sich überschneidende Symptome.
Deshalb ist das Auflegen eines interdisziplinären Journals sinnvoll, behandelt
es doch die Auswirkungen von Funktionsveränderungen ein und desselben
Organs.
Für diese Ausgabe lag die Organisation der Artikel zu Schlaganfall und
Demenz in meiner Zuständigkeit. Beide
Erkrankungen erfuhren in den letzten
Jahren deutliche Erweiterungen entweder im diagnostisch/therapeutischen Be-
reich oder in der Art der Einsicht und
des Umgangs mit den Betroffenen. Während beim Schlaganfall die Verbesserungen im Bereich der mechanischen Intervention zur Thrombektomie die Therapie
wesentlich erweiterte, lernten wir bei der
Demenz besser verstehen, wie sich mit
dem Verlust von Gedächtnisinhalten die
Wahrnehmung der Betroffenen ändert.
Letzteres soll versucht werden in dem
Artikel „Demenz und Schmerz“ nachvollziehbar zu machen. Beim Schlaganfall
bleiben trotz der neuen Therapieoptionen viele seltene Ursachen übrig, die wir
zwar zunehmend erkennen, deren Therapie wir aber wegen der geringen Datenlage, vor allem in der Sekundärprophylaxe, oft sehr individuell angehen müssen.
Der im Artikel „Juveniler Hirninfarkt und
Vorhofseptumdefekt“ geschilderte Fallbericht soll hier als Beispiel die Komplexität
der Probleme verdeutlichen.
Ich hoffe Sie kommen nach dem
Schmökern und Lesen in diesem Heft
zu dem Schluss, Interessantes erfahren
oder die eine oder andere Anregung für
sich gefunden zu haben, – und nehmen
sich vor, auch in die nächste Ausgabe
wieder reinzuschauen.
Für das Team der Herausgeber,
Ihr Peter Kapeller
Korrespondenzadresse
© Privat
Prim. Univ.-Prof. Dr.
P. Kapeller
Abteilung für Neurologie,
Landeskrankenhaus Villach
Nikolaigasse 43, 9500 Villach,
Österreich
Interessenkonflikt. P. Kapeller gibt an, dass kein
Interessenkonflikt besteht.
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