Hausärzte: Weichensteller für Darmkrebsvorsorge
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Neuregelung des Screenings
Hausärzte: Weichensteller für Darmkrebsvorsorge
© selvanegra / Getty Images / iStock
Die Stiftung LebensBlicke hat bei einem Experten-Workshop diskutiert, wie Hausärzte
ihrer zentralen Aufgabe bei der Darmkrebsvorsorge noch besser nachkommen können.
Rechtzeitig erkannt: Polypen im Darm.
_ Wenn das Krebsfrüherkennungsund Registergesetz (KFRG) – voraussichtlich Anfang 2019 – umgesetzt wird,
bringt das einen grundlegenden Wandel
in der Darmkrebs-Früherkennung: Das
bisherige opportunistische wird durch
ein organisiertes Screening ersetzt. Die
Stiftung LebensBlicke hat mit Vertretern
u. a. von Hausärzten, KVen und Krankenkassen diskutiert, wie es gelingt,
mehr Menschen eine informierte Entscheidung für die Vorsorge zu ermöglichen. In einem Positionspapier wurden
zehn Kernthesen formuliert:
1 Prävention, insbesondere die
Primärprävention ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.
2 Prävention soll Lebensqualität
fördern und Leben verlängern.
3 Hausärzte sind die entscheidenden
Weichensteller der Prävention.
4 Darmkrebsvorsorge ist eine Darmgesundheitsuntersuchung und trägt
zur Reduktion von Darmkrebs bei.
5 Das Einladungsschreiben zur
Darmkrebsvorsorge ist ein wichtiger
Schritt zur Förderung der informierten Entscheidung des Versicherten.
6 Die Vorsorge von Risikogruppen bedarf besonderer Aufmerksamkeit.
7 Der Indexpatient mit Darmkrebs
soll eine standardisierte Information
für die gesamte Familie erhalten.
8 Die betriebliche Vorsorge soll ausgeweitet werden.
9 Eine qualifizierte Schulung für Medizinische Fachangestellte fördert
die Aufklärungs- und Informationsmöglichkeiten der Versicherten.
Diese Tätigkeit muss honoriert werden.
10 Die Finanzierung von Vorsorgeprogrammen sollte nicht nur über Kassen und Ärzte, sondern auch mit
Unterstützung der Politik erfolgen.
„Hausärzte brauchen Unterstützung
bei der Beratung“
MMW: Die Stiftung LebensBlicke hat
ein Positionspapier zur Rolle des Hausarztes bei der Darmkrebsvorsorge formuliert. Was war der Anlass dafür?
Riemann: Wir bemühen uns als Stiftung
schon lange, mit den Hausärzten in Kontakt zu kommen, weil wir überzeugt
sind, dass die Hausärzte für die Prävention entscheidend sind. Wenn in Kürze
das Krebsfrüherkennungs- und Registergesetz fertiggestellt sein wird, wird
10
MMW Fortschritte der Medizin
2018 . S1 / 160
die Information über den Vorsorgeanspruch viel mehr Menschen erreichen.
Die Aufklärung über das Faltblatt, das
der Einladung beiliegt, wird vermutlich
nicht ausreichen. Hier wird eine Flut von
Anfragen auf die Hausärzte zukommen.
MMW: In dem Positionspapier heißt
es, dass es „Kommunikationsprobleme zwischen Arzt und Patient gibt“.
Wo sehen Sie die Probleme?
Prof. Dr. med. Jürgen F.
Riemann
Vorsitzender des Vorstands
der Stiftung LebensBlicke
zum Positionspapier der
Stiftung LebensBlicke
„Hausärzte – Weichensteller
der Vorsorge“
© Sabine Kast
Nachgefragt bei Prof. Jürgen F. Riemann
Riemann: Ich sehe die Probleme darin,
dass die Hausärzte überlastet sind, weil es
schon aus Zeitgründen schwierig ist, eine
gründliche Anamnese zu erheben. Oft
gibt es Missverständnisse dahingehend,
dass der Patient etwas will und der Arzt
etwas anbieten will – man in der Kürze
der Zeit aber nicht immer auf einen gemeinsamen Nenner kommt. Da muss es ▶
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