Hausärzte: Weichensteller für Darmkrebsvorsorge

Mar 2018

Springer Medizin

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Hausärzte: Weichensteller für Darmkrebsvorsorge

AKTUELLE MEDIZIN MAGAZIN Neuregelung des Screenings Hausärzte: Weichensteller für Darmkrebsvorsorge © selvanegra / Getty Images / iStock Die Stiftung LebensBlicke hat bei einem Experten-Workshop diskutiert, wie Hausärzte ihrer zentralen Aufgabe bei der Darmkrebsvorsorge noch besser nachkommen können. Rechtzeitig erkannt: Polypen im Darm. _ Wenn das Krebsfrüherkennungsund Registergesetz (KFRG) – voraussichtlich Anfang 2019 – umgesetzt wird, bringt das einen grundlegenden Wandel in der Darmkrebs-Früherkennung: Das bisherige opportunistische wird durch ein organisiertes Screening ersetzt. Die Stiftung LebensBlicke hat mit Vertretern u. a. von Hausärzten, KVen und Krankenkassen diskutiert, wie es gelingt, mehr Menschen eine informierte Entscheidung für die Vorsorge zu ermöglichen. In einem Positionspapier wurden zehn Kernthesen formuliert: 1 Prävention, insbesondere die Primärprävention ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. 2 Prävention soll Lebensqualität fördern und Leben verlängern. 3 Hausärzte sind die entscheidenden Weichensteller der Prävention. 4 Darmkrebsvorsorge ist eine Darmgesundheitsuntersuchung und trägt zur Reduktion von Darmkrebs bei. 5 Das Einladungsschreiben zur Darmkrebsvorsorge ist ein wichtiger Schritt zur Förderung der informierten Entscheidung des Versicherten. 6 Die Vorsorge von Risikogruppen bedarf besonderer Aufmerksamkeit. 7 Der Indexpatient mit Darmkrebs soll eine standardisierte Information für die gesamte Familie erhalten. 8 Die betriebliche Vorsorge soll ausgeweitet werden. 9 Eine qualifizierte Schulung für Medizinische Fachangestellte fördert die Aufklärungs- und Informationsmöglichkeiten der Versicherten. Diese Tätigkeit muss honoriert werden. 10 Die Finanzierung von Vorsorgeprogrammen sollte nicht nur über Kassen und Ärzte, sondern auch mit Unterstützung der Politik erfolgen. „Hausärzte brauchen Unterstützung bei der Beratung“ MMW: Die Stiftung LebensBlicke hat ein Positionspapier zur Rolle des Hausarztes bei der Darmkrebsvorsorge formuliert. Was war der Anlass dafür? Riemann: Wir bemühen uns als Stiftung schon lange, mit den Hausärzten in Kontakt zu kommen, weil wir überzeugt sind, dass die Hausärzte für die Prävention entscheidend sind. Wenn in Kürze das Krebsfrüherkennungs- und Registergesetz fertiggestellt sein wird, wird 10 MMW Fortschritte der Medizin 2018 . S1 / 160 die Information über den Vorsorgeanspruch viel mehr Menschen erreichen. Die Aufklärung über das Faltblatt, das der Einladung beiliegt, wird vermutlich nicht ausreichen. Hier wird eine Flut von Anfragen auf die Hausärzte zukommen. MMW: In dem Positionspapier heißt es, dass es „Kommunikationsprobleme zwischen Arzt und Patient gibt“. Wo sehen Sie die Probleme? Prof. Dr. med. Jürgen F. Riemann Vorsitzender des Vorstands der Stiftung LebensBlicke zum Positionspapier der Stiftung LebensBlicke „Hausärzte – Weichensteller der Vorsorge“ © Sabine Kast Nachgefragt bei Prof. Jürgen F. Riemann Riemann: Ich sehe die Probleme darin, dass die Hausärzte überlastet sind, weil es schon aus Zeitgründen schwierig ist, eine gründliche Anamnese zu erheben. Oft gibt es Missverständnisse dahingehend, dass der Patient etwas will und der Arzt etwas anbieten will – man in der Kürze der Zeit aber nicht immer auf einen gemeinsamen Nenner kommt. Da muss es ▶ (...truncated)


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Springer Medizin. Hausärzte: Weichensteller für Darmkrebsvorsorge, 2018, pp. 10-10, Volume 160, Issue 1, DOI: 10.1007/s15006-018-0307-5