Posttraumatisches septisches Abdomen
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die bersehene Hohlorganverlet- zung, eine Anastomoseninsuffizienz, Hohlorgannekrosen, Biliome, Fisteln oder Wundheilungsstrungen
Nicht verletzungsbedingte Ursachen sein. sind die akute nekrotisierende Cholezystitis, eine Pankreatitis, ein toxisches Megakolon bei antibiotikaassoziierter Kolitis oder die Translokation.
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Zusammenfassung
Die abdominelle posttraumatische Infektion
liegt in der Hufigkeitsskala der
posttraumatischen Infektionen an 5. Stelle. Hinsichtlich
der Sterblichkeit der Verletzten steht sie mit
25% aber schon an Platz 2 nach der
posttraumatischen Pneumonie (29%). Die
posttraumatische abdominelle Sepsis hat sogar
eine Letalitt von bis zu 50%. Diese
Sterblichkeit kann nur reduziert werden, wenn die
zugrunde liegende Verletzung oder
Komplikation frhzeitig erkannt werden. Die
versptete Laparotomie verschlechtert die
Prognose abdominell verletzter Patienten im
Vergleich zu rechtzeitig laparotomierten
Verletzten eklatant (Letalitt 46% vs. 11).
Parallel hierzu liegt die Sterblichkeit der frischen
lokalen Peritonitis bei 14%, die der lteren
diffusen Peritonitis bei 42%.
Trauma Abdomen Sepsis Laparotomie
Beim Polytrauma ist in 2035% der
Flle mit einer abdominellen Verletzung zu
rechnen [4]. Das posttraumatische
septische Abdomen ist entweder
verletzungsbedingt oder nicht
verletzungsbedingt verursacht.
Verletzungsbedingte Ursachen
kn
Die schlimmste Form der septischen
Komplikation ist der septische Schock,
der in der Regel durch gramnegative
Keime wie Escherichia coli und seine
Endotoxine verursacht wird. Jedes Bakterium
trgt in seiner Wand 3,5 Mio. dieser
Lipopolysaccharidmolekle, die immer dann
frei werden, wenn sich das Bakterium
teilt oder wenn es zerfllt [15]. Den Weg
der Endotoxine von den Bakterien zu den
Effektorzellen wie den peripheren
mononukleren Zellen illustriert Abb. 1.
Gerade beim Mehrfachverletzten
sind wir immer wieder mit dem
Problem der Translokation konfrontiert. Der
hmorrhagische Schock drosselt die
Splanchnikusperfusion und fhrt damit
zur Darmparalyse mit intestinaler
berkolonialisierung. Im ischmischen
Darmdem gehen die epithelialen
Tight-Junctions verloren, und die Mukosabarriere
wird durchlssig fr Darmbakterien
und ihre Produkte, die dann in die
Blutund Lymphbahn und damit in den
systemischen Kreislauf gelangen [3].
V. Bhren
Posttraumatic abdominal sepsis
Abdominal infection has the fifth highest
incidence of all posttraumatic infections but
has the second highest mortality rate with
25%, pneumonia, with 29%, being the only
posttraumatic infection that is more
frequently lethal. Posttraumatic abdominal
sepsis, on the other hand, has a mortality
rate of almost 50%.This rate cannot be
reduced except by prompt identification of the
correct diagnosis of the underlying injury or
complication.This means that delayed
laparotomy is strikingly detrimental in these
patients, with 46% mortality as opposed to
11% in patients who undergo laparotomy
promptly. In parallel with this, the mortality
of fresh-onset and localized peritonitis is
14%, whereas that of diffuse purulent
peritonitis is up to a devastating 42%.
Trauma Abdomen Sepsis Laparotomy
Tabelle 1
Einfluss des Abdominaltraumas auf die Letalitt des Polytraumas unter
besonderer Bercksichtigung der Abdominalverletzungen mit einem AIS>3
Abb. 1 Escherichia coli in einer Gramfrbung (a), sein Endotoxin im
Moleklmodell (b) und immunzytologisch durch Antikrper (WN1-222-5)
markiertes Endotoxin gebunden an periphere mononuklere Zellen (c)
Hinweise fr die klinische Relevanz
der bakteriellen Translokation beim
Polytrauma liefern Daten, nach denen
bereits im Schockraum 56% der
Blutkulturen bei Patienten mit
hmorrhagischem Schock positiv waren [11]. Zudem
verstarben in einer anderen
Untersuchung zur gleichen Problematik alle
Patienten mit darmassoziierten
Bakterimien, die bei 18% der Patienten
ausfindig gemacht wurden [8].
Einfluss des Abdominaltraumas
und septischen Abdomens beim Polytrauma
In der eigenen Klinik wurden im Jahr
2000 232 polytraumatisierte Patienten
behandelt. Bei einem mittleren
Injuryseverity-Score (ISS) von 26 starben 23%
whrend der Krankenhausbehandlung.
Ohne Abdominaltrauma (n=191) betrug
die Letalitt ebenfalls 23%. Bei der
Gruppe der Patienten mit einem zustzlichen
Abdominaltrauma mit einem
Abbreviated-injury-Wert (AIS) >3 (n=15) lag der
ISS bei 36, und die Letalitt verdoppelte
sich auf 47% (Tabelle 1).
Die Gefahr einer septischen
abdominellen Komplikation ist beim
penetrierenden Trauma, das hufiger zu
Hohlorganverletzungen fhrt, grer als
beim stumpfen Bauchtrauma, bei dem
hufiger parenchymatse Organe in
Mitleidenschaft gezogen werden. Beim
penetrierenden Trauma liegt die
Hufigkeit einer septischen abdominellen
Komplikation in groen
amerikanischen Studien bei 23%. Die
Sterblichkeit dieser Patienten schwankt dann
zwischen 25 und 50% [5, 6].
In unseren Breiten berwiegt das
stumpfe Bauchtrauma bei Weitem. Das
Risiko fr ein posttraumatisches
septisches Abdomen steigt aber in Analogie
zu den penetrierenden Traumen mit der
Anzahl der verletzten Organe, dem
initialen Blutverlust und dem Alter der
Patienten [9]. Generell kann gesagt
werden, dass allein die Letalitt einer
lokalen Peritonitis heute bei 14% liegt und
bei der diffusen
4-Quadranten-Peritonitis auf 42% ansteigen kann [1, 14] (Abb. 2).
Nach groen Zentrumsstudien
steht die posttraumatische abdominelle
Infektion mit 9% nur an 5. Stelle der
Infektkomplikationen. Bei den durch die
posttraumatische Infektion
hervorgerufenen Bakterimien befindet sich die
abdominelle posttraumatische Infektion
jedoch mit einer Hufigkeit von 10%
bereits auf Platz 3, und bezglich der
Letalitt weist nur noch die
posttraumatische Pneumonie (29%) einen hheren
Prozentsatz auf als die abdominelle
Infektion (25%) [12] (Tabelle 2).
Prophylaxe und Therapie des
posttraumatischen septischen
Abdomens
Die beste Prophylaxe liegt in einer
qualitativ und quantitativ adquaten
Volumensubstitution und einer
zeitgerechten Blutstillung. Zudem muss mglichst
schnell definitiv geklrt werden, ob eine
Abb. 2 Posttraumatische diffuse Peritonitis
nach Etappenlavage
abdominelle Verletzung stattgefunden
hat. Im Zweifelsfall sollte laparotomiert
werden, in Ausnahmefllen mag bei
Kreislaufstabilitt die Laparoskopie
ausreichen. Eine unntige Laparotomie ist
aber kein Fehler und erhht die Letalitt
nicht [10]. bersehene abdominelle
Verletzungen gefhrden den Patienten
dagegen eklatant. So lag in der eigenen
Klinik in den Jahren 2000 und 2001 die
Letalitt der abdominell verletzten
Patienten, die rechtzeitig, d. h. am Tag des
Traumas, laparotomiert wurden, bei 11%
und die derjenigen Patienten, die
versptet, d. h. 113 Tage nach dem Trauma,
laparotomiert wurden, bei 46% (Abb. 3).
ber die Methode, wie
Hohlorganverletzungen versorgt werden sollten,
besteht seit Jahren Uneinigkeit. So
sollen Staplernhte sowohl am Dick- als
auch am Dnndarm im Vergleich zur
Handnaht mit einem erhhten Risiko
fr Anastomoseninsuffizienzen und
intraabdominelle Abszesse verbunden
Tabel (...truncated)