NSAR helfen gegen Kolikschmerzen so gut wie Opioide

Uro-News, Jul 2018

Patienten, die von einer klassischen akuten Nierenkolik befallen werden, wollen erst einmal nur eines: dass der Schmerz nachlässt. Mit welchen Mitteln lässt sich ihnen am besten helfen?

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NSAR helfen gegen Kolikschmerzen so gut wie Opioide

NSAR helfen gegen Kolikschmerzen so gut wie Opioide Patienten, die von einer klassischen akuten Nierenkolik befallen werden, wollen erst einmal nur eines: dass der Schmerz nachlässt. Mit welchen Mitteln lässt sich ihnen am besten helfen? Ä rzte, die notfallmäßig zu Patienten mit akuter Nierenkolik gerufen werden, sollten sich für Analgetika aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) als Mittel der ersten Wahl entscheiden. Sie wirken ebenso zuverlässig gegen die Kolikschmerzen und haben weniger unerwünschte Effekte als Opioide. Das hat eine Metaanalyse von 36 randomisierten und kontrollierten Studien ergeben, an denen insgesamt fast 5.000 Patienten beteiligt gewesen waren. Mit Blick auf eine vollständige oder mindestens 50%ige Befreiung von den Kolikschmerzen spätestens eine halbe Stunde nach der Medikation lagen NSAR und Opioide gleichauf. Generell hatten NSAR beim Rückgang der Schmerzen auf einer 100-Punkte-Skala einen Vorteil gegenüber den Opioiden. Er betrug im Mittel aber nur 5,58 Punkte und fiel damit, obwohl signifikant, marginal aus. Einen deutlicheren Vorteil erzielte die Therapie von akuten Nierenkoliken mit NSAR bei der Notwendigkeit, mit einer weiteren Dosis von Schmerzmitteln die Symptomatik zu durchbrechen. Das relative Risiko, eine weitere Dosis setzen zu müssen, war bei ursprünglicher NSARGabe um 27 % vermindert, besonders, bei intravenös Gabe. Ganz klar vorne lagen die NSAR im Hinblick auf unerwünschten Wirkungen. Die Rate war hier nur rund halb so hoch wie nach der Gabe von Opioiden. NSAR zeigten sich überdies, was die Mirabegron kann Beschwerden von Stentpatienten lindern Patienten, denen nach retrograder Entfernung von Harnkonkrementen ein Stent in den Ureter eingelegt wird, klagen häufig über Schmerzen und andere Symptome. Laut einer Studie kann ihnen mit der Gabe von Mirabegron geholfen werden. D ie meisten Patienten mit Ureterstents nach Eingriffen am harnableitenden System fühlen sich damit nicht besonders wohl: 80 % haben Schmerzen, 58 % sind nicht voll arbeitsfähig und 32 % berichten von sexuellen Problemen. Speziell können Stents die Symptome einer überaktiven Blase verursachen, mit häufigem Harndrang und suprapubischen Schmerzen durch unwillkürliche Kontraktionen. In der Vergangenheit ist daher versucht worden, der Situation mithilfe von Antimuskarinika oder Alpha-1-Blockern Herr zu werden. Die Resultate fielen allerdings gemischt aus. Urologen haben nun in einer Studie untersucht, wie sich die Gabe von Mira- URO-NEWS 2018; 22 (7-8) begron auf die von ureteralen Stents ausgelösten Probleme auswirkt. Der Beta3-Adrenozeptoragonist ist für die Therapie der überaktiven Blase zugelassen. 96 Patienten, die nach unilateraler retrograder Ureteroskopie oder einem retrograden intrarenalen Eingriff zur Steinextraktion einen Stent gelegt bekommen hatten, nahmen an der Studie teil. Sie wurden in zwei Gruppen aufgeteilt. Die Probanden der einen Gruppe erhielten einmal täglich 50 mg Mirabegron, die der anderen Gruppe dienten als Kontrollen. Zu Beginn und nach Ziehen des Stents – in der Regel zwei Wochen später – wurden die Patienten untersucht und nach ihren Beschwerden gefragt. Schmerzreduktion betraf, Paracetamol überlegen. Eine rettende Analgetikadosis war seltener vonnöten. Es mussten elf Patienten mit NSAR behandelt werden, damit im Vergleich mit Paracetamol einem Patienten eine Rettungsmedikation erspart blieb. Bezüglich der Nebenwirkungen gab es wie erwartet keine Unterschiede zwischen den Nichtopioidanalgetika. Fazit: „Um Patienten mit akuter renaler Kolik ihre Schmerzen zu erleichtern, sind NSAR den Opioiden und Paracetamol mindestens ebenbürtig“, fasst das Studienteam zusammen. Erbrechen komme seltener vor, eine schmerzbrechende Medikation sei weniger oft nötig. Insgesamt, so die Wissenschaftler, legten die Resultate nahe, „dass NSAR die bevorzugte Option für Notfallpatienten mit Nierenkolik und adäquater renaler Funktion sein sollten“. Dr. Robert Bublak Pathan SA et al. A Systematic Review and Meta-analysis Comparing the Efficacy of Nonsteroidal Anti-inflammatory Drugs, Opioids, and Paracetamol in the Treatment of Acute Renal Colic. Eur Urol. 2018; 73: 583-95. Es zeigte sich, dass sich unter Mirabegron manche, aber nicht alle Symptome besserten. Patienten, die Mirabegron einnahmen, hatten signifikant geringere Schmerzen, auch mit Blick auf häufiges Wasserlassen, Harndrang und Nykturie standen sie besser da. Was sonstige Symptome seitens der Harnwege sowie das allgemeine Befinden betraf, hatten sie zwar tendenziell Vorteile gegenüber der Kontrollgruppe; statistisch signifikant waren die Unterschiede jedoch nicht. Fazit: „Die Einnahme von 50 mg Mirabegron einmal täglich hat das Potenzial, die mit Ureterstents verbundenen Unannehmlichkeiten zu vermindern“, schreiben die Studienautoren in ihrem Resümee. Um diesen Nutzen weiter auszuloten, bedürfe es großangelegter prospektiver und placebokontrollierter Studien. Dr. Robert Bublak Tae BS et al. Does mirabegron relieve ureteral stent-related discomfort?: A prospective, randomized, multicenter study. BJU Int. 2018; https://doi.org/10.1111/bju.14416. 43 (...truncated)


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Bublak, Robert. NSAR helfen gegen Kolikschmerzen so gut wie Opioide, Uro-News, 2018, pp. 43, Volume 22, Issue 7, DOI: 10.1007/s00092-018-1932-0