Angststörungen I. Angst mit Licht abschalten

psychopraxis. neuropraxis, Dec 2014

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Angststörungen I. Angst mit Licht abschalten

Angststrungen I Forscher koppeln Sehpigmente an Serotoninrezeptoren. Nervenzellen, die den lichtaktivierbaren 5-HT1A-Rezeptors (grn) besitzen und den natrlich vorkommenden 5-HT1A-Rezeptor (rot) - Rezeptoren fr den Botenstoff Serotonin lassen sich so modifizieren, dass man sie gezielt mit Licht aktivieren kann. Das berichten Neurowissenschaftlerinnen und Neurowissenschaftler der Ruhr-Universitt Bochum (RUB) mit Kollegen in der ZeitschriftNeuron [1]. Ein Ungleichgewicht im Serotoninhaushalt scheint unter anderem fr Angstzustnde und Depressionen verantwortlich zu sein. Die Forscher stellen ein neues Modell bereit, um die Grundlagen dieser Strungen in Zellkulturen und lebenden Organismen zu untersuchen. Ein Rezeptor, der besonders wichtig fr die Regulation des Serotoninhaushalts ist, ist der 5-HT1A-Rezeptor. Er gehrt zur Klasse der G-Protein-gekoppelten Rezeptoren, kurz GPCR. Diese Art von Rezeptoren kann verschiedene Signalwege anstoen und somit bestimmte Prozesse in der Zelle hemmen oder frdern. Rund die Hlfte aller Medikamente wirkt gezielt auf G-Proteingekoppelte Rezeptoren, sagt Prof. Dr. Stefan Herlitze vom Lehrstuhl Allgemeine Zoologie und Neurobiologie der RUB. Bisher konnten diese intrazellulren Signalwege nicht gezielt untersucht werden, da es keine Mglichkeit gab, sie mit hoher zeitlicher und rumlicher Przision anzusteuern. Mit genetischen Methoden koppelten die Bochumer Forscher Sehpigmente, die im Auge von Maus und Mensch vorkommen, an die Signalwege der Serotoninrezeptoren. Mit blauem Licht oder rotem Licht konnten sie so den Signalweg des 5-HT1A Rezeptors gezielt anschalten. Diese Methode der Optogenetik treibt Stefan Herlitze bereits seit 2005 voran und ist damit Vorreiter auf diesem Gebiet. Die lichtaktivierbaren Serotoninrezeptoren lassen sich auf wenige Millisekunden genau anschalten, sind im Vergleich zu bisherigen optogenetischen Werkzeugen extrem lichtsensitiv und lassen sich immer wieder aktivieren. Wir hoffen, dass man in Zukunft mithilfe dieser optogenetischen Tools besser verstehen kann, wie Angst und Depressionen entstehen, resmiert RUBNeurowissenschaftlerin Dr. Olivia Masseck. Die Forscher zeigten auch, dass sie ber die lichtaktivierbaren Rezeptoren das Verhalten von Musen modifizieren knnen. Schalteten sie per Licht das Serotoninrezeptorsignal in einem bestimmten Hirnbereich an, waren die Muse im Verhaltenstest weniger ngstlich. Quelle: idw/Ruhr-Universitt Bochum (...truncated)


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Angststörungen I. Angst mit Licht abschalten, psychopraxis. neuropraxis, 2014, pp. 29, Volume 17, Issue 6, DOI: 10.1007/s00739-014-0203-4