Angststörungen I. Angst mit Licht abschalten
Angststrungen I
Forscher koppeln Sehpigmente an Serotoninrezeptoren.
Nervenzellen, die den lichtaktivierbaren 5-HT1A-Rezeptors (grn) besitzen und den natrlich vorkommenden 5-HT1A-Rezeptor (rot)
-
Rezeptoren fr den Botenstoff
Serotonin lassen sich so modifizieren,
dass man sie gezielt mit Licht aktivieren
kann. Das berichten
Neurowissenschaftlerinnen und
Neurowissenschaftler der Ruhr-Universitt Bochum (RUB)
mit Kollegen in der ZeitschriftNeuron
[1]. Ein Ungleichgewicht im
Serotoninhaushalt scheint unter anderem fr
Angstzustnde und Depressionen
verantwortlich zu sein. Die Forscher stellen
ein neues Modell bereit, um die
Grundlagen dieser Strungen in Zellkulturen
und lebenden Organismen zu
untersuchen.
Ein Rezeptor, der besonders wichtig
fr die Regulation des
Serotoninhaushalts ist, ist der 5-HT1A-Rezeptor. Er
gehrt zur Klasse der
G-Protein-gekoppelten Rezeptoren, kurz GPCR. Diese
Art von Rezeptoren kann
verschiedene Signalwege anstoen und somit
bestimmte Prozesse in der Zelle hemmen
oder frdern. Rund die Hlfte aller
Medikamente wirkt gezielt auf
G-Proteingekoppelte Rezeptoren, sagt Prof. Dr.
Stefan Herlitze vom Lehrstuhl
Allgemeine Zoologie und Neurobiologie der
RUB. Bisher konnten diese
intrazellulren Signalwege nicht gezielt
untersucht werden, da es keine Mglichkeit
gab, sie mit hoher zeitlicher und
rumlicher Przision anzusteuern.
Mit genetischen Methoden
koppelten die Bochumer Forscher
Sehpigmente, die im Auge von Maus und
Mensch vorkommen, an die
Signalwege der Serotoninrezeptoren. Mit
blauem Licht oder rotem Licht konnten sie
so den Signalweg des 5-HT1A
Rezeptors gezielt anschalten. Diese
Methode der Optogenetik treibt Stefan
Herlitze bereits seit 2005 voran und ist
damit Vorreiter auf diesem Gebiet. Die
lichtaktivierbaren
Serotoninrezeptoren lassen sich auf wenige
Millisekunden genau anschalten, sind im
Vergleich zu bisherigen optogenetischen
Werkzeugen extrem lichtsensitiv und
lassen sich immer wieder aktivieren.
Wir hoffen, dass man in Zukunft
mithilfe dieser optogenetischen Tools
besser verstehen kann, wie Angst und
Depressionen entstehen, resmiert
RUBNeurowissenschaftlerin Dr. Olivia
Masseck.
Die Forscher zeigten auch, dass sie
ber die lichtaktivierbaren Rezeptoren
das Verhalten von Musen
modifizieren knnen. Schalteten sie per Licht das
Serotoninrezeptorsignal in einem
bestimmten Hirnbereich an, waren die
Muse im Verhaltenstest weniger
ngstlich.
Quelle: idw/Ruhr-Universitt Bochum
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