Differenzierte Diagnostik depressiver Störungen
Differenzierte Diagnostik depressiver Strungen
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0 Ao. Univ.-Prof. DDr. G. Sachs Universitatsklinik fur Psychiatrie und Psychotherapie Medizinische Universitat Wien Wahringer Gurtel 18-20 1090 Wien
1 Gabriele Sachs Universitatsklinik fur Psychiatrie und Psychotherapie, Medizinische Universitat Wien , Wien, Osterreich
psychopraxis.neuropraxis 1
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Depressive Strungen spielen eine
groe Rolle in der heutigen Medizin. In einer
WHO-Hochrechnung fr das Jahr 2030
[1] wurden die fhrenden Ursachen von
disability-adjusted life years (DALYs)
in Lndern mit hohem Einkommen
geschtzt: Unipolare depressive Strungen
lagen mit groem Abstand vor den
ischmischen Herzerkrankungen auf dem
1.Platz.
Epidemiologische Daten verdeutlichen
somit die Bedeutung, die dem Fach
Psychiatrie und Psychotherapeutische
Medizin zukommt, Strategien zur
differenzierten Diagnostik und konsekutiven
nachhaltigen Therapie depressiver Strungen
weiterzuentwickeln und diese auch fr
rztinnen und rzte anderer Fcher
zugnglich zu machen.
Viele heute ttige Kolleginnen und
Kollegen haben noch mit dem ICD-9
diagnostiziert und entsprechend
endogene und neurotische depressive Strungen
unterschieden, eine Unterteilung, die im
ICD-10 gestrichen wurde. Im Weiteren
erffnet das Diagnostische und Statistische
Manual Psychischer Strungen der
Amerikanischen Psychiatrischen Gesellschaft [2]
fr die Major Depression die
Mglichkeit, differenzierende Zusatzcodierungen
zu verschlsseln.
Depressive Strungen
spielen eine groe Rolle in
der heutigen Medizin.
Es ist zu erwarten, dass diese
Zusatzcodierungen auch bei den Zulassungen fr
neue Psychopharmaka eine
zunehmende Rolle spielen werden. So beschreiben
McIntyre et al. [3] fr den manischen Pol
affektiver Strungen, dass Asenapin eine
berlegenheit gegenber Olanzapin oder
Plazebo aufzeigt, je gemischter eine
manische Episode ist. In den USA hat
Asenapin neben der Manie- und
Schizophrenieindikation bereits eine Zulassung
spezifisch fr die akute Behandlung
gemischter Episoden, die mit Bipolar-I-Strungen
gem DSM assoziiert sind [4].
Nicht zuletzt auf dem Boden
dieser berlegungen erscheint eine
genauere Auseinandersetzung mit den
Zusatzcodierungen der Major Depression
sinnvoll. Unter anderen informativen
Artikeln zu verschiedenen
neuropsychiatrischen Erkrankungen werden Sie in
diesem Heft der psychopraxis.neuropraxis
einen Beitrag finden, der Sie ber die
Major Depression mit der Zusatzcodierung
mit gemischten Merkmalen
informieren mchte und der die modernen
Konzepte des DSM5 mit lteren
Vorstellungen in der deutschsprachigen Psychiatrie
vergleicht.
Viel Vergngen bei der Lektre dieses
Heftes wnscht Ihnen
Einhaltung ethischer Richtlinien
Interessenkonflikt. G. Sachs gibt an, dass kein
Interessenkonflikt besteht.
1. Mathers CD , Loncar D ( 2006 ) Projections of global mortality and burden of disease from 2002 to 2030 . PLoS Med 3 : e442
2. American Psychiatric Association ( 2015 ) Diagnostisches und Statistisches Manual Psychischer Strungen DSM5 . Deutsche Ausgabe . Falkai P, Wittchen HU (Hrsg) Hogrefe, Gttingen
3. McIntyre RS , Tohen M , Berk M , Zhao J , Weiller E ( 2013 ) DSM5 mixed specifier for manic episodes: evaluating the effect of depressive features on severity and treatment outcome using asenapine clinical trial data . J Affect Disord 150 ( 2 ): 378 - 383
4. http://www.accessdata.fda.gov/drugsatfda_docs/ label/2011/022117s010lbl.pdf Zugegriffen: 23 . Feb . 2015 (...truncated)