Editorial
Leitthema
Editorial
Trauma Berufskrankh 2013 · 15:81
DOI 10.1007/s10039-013-1967-0
Online publiziert: 23. Juni 2013
© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2013
T. Bülhoff
BG-Klinik für Berufskrankheiten, Falkenstein
Editorial
Der Rehabilitationsauftrag der Unfallversicherungsträger ist umfassend. Er ist auf
die Wiederherstellung und Erhaltung der
körperlichen, beruflichen und sozialen
Leistungsfähigkeit ausgerichtet und muss
auch die individuelle Krankheitsbewältigung fördern. Dieser Rehabilitationsauftrag folgt der abgelösten Schadensersatzpflicht des Arbeitgebers und korrespondiert mit den Ansprüchen der Versicherten. Die Rehabilitation sollte immer bedarfsgerecht, effektiv und effizient sein.
Einen sehr wichtigen Beitrag zur Qualitätssicherung in der Rehabilitation bei
lungenerkrankten Patienten leistet der
Abschlussbericht von Frau Dr. Ochmann
zum Forschungsprojekt „Evaluation der
stationären Rehabilitation von Atemwegsund Lungenerkrankungen in den berufsgenossenschaftlichen Kliniken Falkenstein und Bad Reichenhall“. Ihre Arbeit
beschäftigt sich mit kurz-, mittel- und
langfristigen Effekten einer stationären
Rehabilitationsmaßnahme bei Patienten
mit unterschiedlichen, die Atemwege betreffenden Berufskrankheiten. Sie zeigt,
wie Menschen länger leistungsfähig bleiben können, und zwar sowohl hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit als auch im Hinblick auf ihr häusliches Umfeld, und sie ist
ein wichtiger Beitrag zum Thema „Reintegration in das Arbeitsleben“. Mit diesen
Worten von Bayerns Arbeitsstaatssekretär
Markus Sackmann wurde Frau Dr. Ochmann im Jahr 2012 der Franz-KoelschPreis der bayerischen Staatsregierung verliehen. Das ausgezeichnete Forschungsprojekt lief über mehrere Jahre, es wurde durch die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung finanziert und gefördert,
wesentlich beteiligt waren die Kliniken für
Berufskrankheiten Falkenstein und Bad
Reichenhall, die Unfallversicherungsträ-
ger und die Versicherten. Ein recht herzlicher Dank darf Ihnen allen ausgesprochen werden.
Die Ergebnisse des Forschungsprojekts bestätigen die Richtung, die die Unfallversicherungsträger in der Rehabilitation eingeschlagen haben. Es werden aber
auch Fragestellungen aufgeworfen, für
die wir vielleicht noch nicht die richtigen
Antworten haben. Bei vielen älteren, lungenerkrankten Patienten geht die Erkrankung mit vielfältigen Ängsten und Sorgen
einher; es entwickeln sich Depressionen,
und es kommt zur Vereinsamung. Gleichzeitig werden mit der älter werdenden Bevölkerung auch unsere Versicherten immer älter.
F Sind wir hierauf bereits adäquat eingestellt?
F B
rauchen wir weitere, ergänzende Rehabilitationsansätze?
F K
ümmern wir uns tatsächlich entsprechend unserer gesetzlich definierten Bringschuld ausreichend um
Patienten, die Probleme haben, ihre
eigenen Ansprüche zu formulieren?
Jedem von uns ist bekannt: Nur mit ständigen Verbesserungen genügen wir unseren eigenen Zielen.
Theodor Bülhoff
Korrespondenzadresse
T. Bülhoff
BG-Klinik für Berufskrankheiten,
Lauterbacher Straße 16, 08223 Falkenstein
Trauma und Berufskrankheit 2 · 2013
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