Gefäß- und Gelenkverletzungen
Editorial
Trauma Berufskrankh 2015 · 17:123
DOI 10.1007/s10039-015-0083-8
Online publiziert: 10. September 2015
© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2015
G.O. Hofmann1,2
1Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Friedrich-
Schiller-Universität Jena, Jena, Deutschland
2Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Berufsgenossenschaftliche
Kliniken Bergmannstrost, Halle (Saale), Deutschland
Gefäß- und Gelenkverletzungen
Das vorliegende Heft der Zeitschrift
Trauma und Berufskrankheit befasst sich
schwerpunktmäßig mit 2 Themen von
hoher praktischer Relevanz im unfallchirurgischen Alltag.
Unter der Rubrik Standards behandeln wir das Thema Gefäßverletzungen,
ihre Diagnostik und Therapie speziell am
mehrfachverletzten Patienten an einem
überregionalen Traumazentrum. Das
rechtzeitige Erkennen einer Gefäßverletzung ist unverändert eine diagnostische
Herausforderung für eine den Verunfallten erstversorgende klinische Einrichtung. Nicht die lebensbedrohliche Blutung wird übersehen, sondern die Ischämie mit den sich daraus für den Patienten
ergebenden dramatischen Folgen.
Am Berufsgenossenschaftlichen Klinikum Bergmannstrost in Halle wird seit
Jahren eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Unfallchirurgie, Gefäßchirurgie und Radiologie gelebt, die
zur Entwicklung eines pragmatischen
Algorithmus in Diagnostik und Therapie dieser zwar seltenen, aber folgenreichen Verletzungen im Rahmen der Versorgung von Mehrfachverletzten führt.
Wir werden dazu in diesem Heft aus einem über 15-jährigen Zeitraum berichten.
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Gefäß- und
Gelenkverletzungen haben
eine hohe praktische Relevanz
im unfallchirurgischen Alltag
Der zweite Schwerpunkt dieses Heftes fokussiert das Thema der Gelenkverletzungen und hier in ganz besonderer Weise die häufige und durchaus kontroverse
Diskussion zur Frage nach der prinzipiellen Zielrichtung in der Versorgung dieser
Verletzungen: Wie lange kann man unter
dem Gesichtspunkt einer optimalen funktionellen Rehabilitation bei den einzelnen Verletzungstopographien, bei unterschiedlichen Patienten- und Altersgruppen auf das Primat der Gelenkerhaltung
setzen? Ab welchem Ausmaß an Gelenkzerstörung und Begleitmorbidität sollte
gerade unter den Gesichtspunkten „frühe Rehabilitation“ und „hohe Erwartung
an das funktionelle Ergebnis“ einem primären Gelenkersatz durch eine Endoprothese der Vorrang gewährt werden. Dabei ist dieses Thema, bezogen auf alle wesentliche Gelenke des Körpers, sicherlich
so groß, dass hier nicht im Ansatz der Anspruch erhoben werden kann, dieses Heft
könne das gewählte Leitthema vollständig
und erschöpfend behandeln.
Wir haben deshalb bewusst 4 Beiträge
ausgewählt, die unter dem Gesichtspunkt
des Gelenkerhaltes beispielhaft die unverändert geltenden Prinzipien der osteosynthetischen Versorgung von Gelenkfrakturen behandeln. Weitere 4 Beiträge befassen sich mit der „Traumaendoprothetik“
an den großen Körpergelenken Schulter-,
Ellenbogen-, Knie- und Hüftgelenk.
Wir hoffen, mit den ausgewählten Arbeiten zu diesem Schwerpunktheft Ihr Interesse geweckt zu haben, und wünschen
Ihnen viel Spaß beim Lesen. Alle Autoren
stellen sich explizit einer intensiven fachlichen Diskussion und freuen sich über
Stellungnahmen und Kommentare.
Korrespondenzadresse
Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. G.O. Hofmann
Klinik für Unfall-, Hand- und
Wiederherstellungschirurgie
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Erlanger Allee 101, 07747 Jena
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Interessenkonflikt. G.O. Hofmann gibt an, dass
kein Interessenkonflikt besteht.
Halle (Saale) und Jena im Juli 2015
Prof. Dr. Dr. G.O. Hofmann
Trauma und Berufskrankheit 3 · 2015 | 123
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