Nachtrag bei der Korrektur

Archives of Gynecology and Obstetrics, Dec 1922

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Nachtrag bei der Korrektur

94 H. Brtttt: Beitr~tge z,tr Ke~mtnis m~d zur chirurgischet~ Behand!ung u. Gyngkol. 8@. --- ~) Coenen, Der Gasbrand. Ergebn. d. Chirurg. u. Orthop. 11. (Hier ausfiihrliehe bakteriologische Literatur; speziell Mitteilung der einsehlggigen Arbei~en v. E. l~'raenkel.) - - 7) H e y n e m a n n , Der E. Fr~enkelsche Gasbacillus in seiner Bedeutung ftir die puerperale Infektion. Zeitschr. f. Geburtsh. u. Gyl).gkol. 68. - - s) L i n d e m a n n , Zum Infektionsbitd bei Abortus eriminMis usw. Bei~r. z. Kiln. d. Infektionskrankh. u. z. Immunitgtsforseh. 1. - - s ) Sehottmtiller, Zur Bedeutung einiger Anaeroben in der Pathologic, insbesondero bei puerperMen Erkrankungem Mi{t. a. d. Grenzgeb. d. Ned. u. Chirurg. ~1. - 10) Weitz, Ober schwere ttgmoglobingmie bei Infektion mit dem Bacillus phlegm. emphys. (E. graenket) veto schwangerml Uter~ls aus. Miineh. reed. Woche~sehr. 1918, Nr. 27. %achtrag bei der Korrekiur. Vor kurzem bathe ich abermMs Gelegenheit, einen tyiischen, s e h r schweren Fall yon U~erusgasbrand zu beobachten; die Diagnose war bier allein sehon nach dem Aussehen des dunkelbraunroten bis schwarzroten Urins zu stellen. Ein 2r Ngdehen, Joel welehem am Tage zuvor ein krimineller Eingriff wGgen Graviditgt im 3. Mona~ gemaeht war, erkrankte sehon 1/2 St.unde sp~ter an SGhmerzen im Unterleib ; raseh zunehmende sehwere Allgemeinerseheinungen. A u f n a h m e b e f u n d : Kr~tltige, auffallend blasse, eine Spur eyanotisehe Patientin; ob Ikterus vorhanden, l~iBt sigh wegen der ktinstlichen Beleuchtung nieht entseheiden. Abdomen ist etwas aufgetrieben, weigh, doeh diffus stark druckempfindlieh; man taster ~iber d er Symphyse den weiehen Fundua uteri, ohne jedoeh sicher Gasknistern naehweisen zu k/Snnen. Der U r i n zeigt ein dunkelbraunrotes bis sehwarzrotes Aussehen; auf den ersten Bliek kOnnte man meinen, dal3 es sieh um einen bluthMtigen Urin handete. Bei stark posi~iver ehemiseher Blutprobe linden sieh mikroskopisch fast keine roten Blutk6rperehen, hingegen sp~rliehe gek6rnte Cylinder. I m Cervixabstrich zahbeiche grampositive St~bchen. Sehon naeh diesem Befund erseheint die D i a g n o s e : U t e r u s g a s b r a n d , Gasbrandallgemeininfektion, b e g i n n e n d e P e r i t o n i t i s nahezu sigher, d a t u m soforgige L a p a r o t o m i e i n N a r k o s e : SGhnitt Nabel Symphyse. Blutiges, eigenartig rieehendes Bauchexsudat. Kein Egber. Darmsehlingen ohne peritonitisehe Veriinderungen. Uterus gut faustgroB; Fundus, ballonartig prall aufgetrieben, zeigt eine sehmutzig grtinliehrStliehe his griinliehgraue Oberfl~ehe, deutliehes Gasknistern. Infolge der Auftreibung des Fundus erseheinen die Ansatzstellen v o m Lig. der Tube erheblieh naeh unten gertickt, die ~brigen Partien der Uterusoberfl~che zeigen bei etwas weieher Wandbeschaffenheit eine normMe blaBgraurote Oberf!~ehe. ParameLrien beiderseits 6demat6s, blutdurGhtr~nk% Adnexe ebenfalls stark gesehwollen, h~morrhagisch, rechgs fiihlt man einen kleinfingerdieken, derben Stra~g im Bereieh der der puerperulen Gasbr~ndinfektion des Uterus (Fhysometrie). 25 V. ovarica. Gasblasen im Bereich des Parametriums nicht nachzuweisen. l~asche T o t a l e x s t i r p a t i o n des U t e r u s und der Adnexe, die sich innerhMb weniger Minuten bewerksteliigen li•t; Exstirpation der thrombosierte.n Vena ovarica bis etwa 3 Querfinger oberhalb des Eintritts in das Becken. NaC1-Spiilung der BauchhShle. Drainage dutch die Cervix nach unten, mittels Dreesmannrohr nach oben. IntravenSse IqaCl-Infusion 2000 ccm. Das Befinden nach der Operation zunichst leidlich. Patientin ist vSllig klar, Bli~hungen gehen ab, der Urin zeigt nach wie vor die gleiche dunkelbraunrote Farbe. Das vet der Operation entnommene B1 u t ser u m i s t bordeauxfarben, spektroskopisch finder sich sehr reichlich Oxyh~moglobin, wenig H~matin, kein Methimoglobin; im Urin war hingegen sehr reichlieh lV[ethimoglobin nachweisbar; jedoch kein H~matin. Ca. 20 Stunden nach der Operation indert sich das Bild ziemlich plStzlieh. Der Puls wird bei der zunehmend ikterischen Patientin sehr beschleunigt immer kleiner, unver~ndcrt leichte Cyanose. Die Blurkultur ergibt F r a e n k e l s c h e G a s b r a n d b ~ c i l l e n und Staphylokokken. Gleicher bakterioIogischer Befund im Urin. 24 Stunden nach der Operation Exitus. Die S e k t i o n ergibt Gasbrand der BauchmuskuIatur in der Urngebung der Operationswunde; ferner Schaumorgane; speziell in den Nieren lassen sich zahlreiche feinste Gasbl~sen nachweisen. Die Thrombose der rechten Ovation erstreckt sieh noch etwas fiber die Lig~turstelle hinaus. B e s c h r e i b u n g des e x s t i r p i e r t e n U t e r u s : Auf einem frontalen Schnitt sieht man in der dutch Gas erheblich vergrSl3erten Eih5hle die unversehrte Frucht (entspreehend einer Graviditit des 3.--4. Menuts). Die Haut der Frucht ist zum Teil dutch kleine Gasblasen abgehoben; die Plazenta ist yon zahlreichen kleinen und grSl3eren Gasbl~sehen durehsetzt. Die Uteruswand ist im Bereich der bMlonartig aufgetriebencn Funduspartie his auf 3 mm verdiinnt, miBfarben grfingraurStlieh gefirbt. In mikroskopischen Schnitten lassen sich massenhaft grampositive St~bchen so~4e entziindliche Ver~nderungen naehweisen. A u c h h i e r h a n d e l t e es s i c h , w i e i n u n s e r e m 1. Fal l e~urn e i n e foudroyant ver!aufende Gasbrandallgemeininfektion mit a u s g e p r i g t e r P h y s o m e t r a . D e m e n t s p r e c h e n d w ar die Diag n o s e s c h o n n a o h d e m A u s s e h e n des U r i n s m i t W ~ h r s c h e i n l i e h k e i t zu s t e l l e n . Die U t e r u s e x s t i r p ~ t i o n k o n n t e bei d i e s e m i i b e r a u s s e h w e r e n F a l l das t S d l i c h e E n d e n i e h t mehr aufhalten. (...truncated)


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Nachtrag bei der Korrektur, Archives of Gynecology and Obstetrics, 1922, pp. 24-25, Volume 116, Issue 1, DOI: 10.1007/BF02196029