Schulterdiagnostik
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Abteilung fr Unfall-, Schulter- und Handchirurgie, Kreiskrankenhaus , Agatharied
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Chirurgische Klinik und Poliklinik, Klinikum Innenstadt,
Universitt Mnchen
, Nussbaumstrae 20, 80336 Mnchen
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Grundlage der Schulterdiagnostik sind eine
suffiziente Anamnese und klinische
Untersuchung. Die sich ergebende
Verdachtsdiagnose kann durch Bild gebende Verfahren
objektiviert werden. Die konventionelle
Rntgendiagnostik der Schulter in 3 Ebenen ist als
Standarddiagnose zu fordern und lsst die
wesentlichen knchernen Vernderungen
erkennen. Schwerpunkt der
Ultraschalluntersuchung ist die Beurteilung der Sehnen,
zustzlich knnen die Bursa subdeltoidea, die
Kapsel und das Labrum glenoidale
mitbeurteilt werden. Die Computertomographie
findet bei knchernen Verletzungen
Anwendung, welche in der konventionellen
Rntgendiagnostik nicht ausreichend zu
beurteilen sind. Als goldener Standard zur
Beurteilung von Vernderungen der Weichteile
sollte die Kernspintomographie erst bei
gezielten Fragestellungen, die mit den oben
genannten Verfahren nicht ausreichend geklrt
werden konnten, oder nach erfolgloser
konservativer Therapie ber 6 Wochen zum
Einsatz kommen. Die Interpretation der
Kernspinbefunde ist kritisch durchzufhren und
mit dem klinischen Befund zu korrelieren.
Diagnostik Schulter Rntgen CT MRT
Die Bild gebende Diagnostik der Schul
ter ergnzt die obligat vorausgehende
Anamnese und klinische Untersuchung.
Whrend die rntgenologische
Darstellung der Schulter bei jedem Patienten in
mglichst 3 Ebenen durchgefhrt
werden sollte, um die hufig fr die weitere
Diagnostik und Therapie
entscheidende kncherne Morphologie beurteilen
zu knnen, sind alle weiteren
Untersuchungsmodalitten abhngig von den
differenzialdiagnostischen
berlegungen, die bei dem betreffenden Patienten
in Betracht kommen.
Die Forderung, dass bei jedem
Patienten ausreichend gute Rntgenbilder
in 3 Ebenen vorliegen sollten, wird heute
allzu oft vernachlssigt. Hufig
erscheinen Patienten mit Schulterbeschwerden
in der Sprechstunde mit einem Stapel
von kernspintomographischen
Untersuchungen, ohne dass je eine vernnftige
nativradiologische Darstellung der
Schulter erfolgt wre, und der entscheidende
Hinweis auf die wirkliche Problematik
ergibt sich dann aus einfachen und
zudem kostengnstigen Rntgenbildern.
Nachfolgend soll deshalb das sinnvolle
Vorgehen bei der stufenweisen Bild
gebenden Abklrung von
Schulterbeschwerden an exemplarischen
Beispielen erlutert werden.
Bild gebende Abklrung
Die Bedeutung einer sorgfltigen
Darstellung der Schulter in mindestens 3
Ebenen kann nicht berschtzt werden.
Sie ist die unverzichtbare Basis fr die
Einordnung von Beschwerden an der
Schulter. Die Darstellung sollte folgende
Ebenen umfassen:
1. True-a.-p.-Projektion (wahre a.-p.
Aufnahme) (Abb. 1a)
Sie wird am leichtesten erreicht,
wenn der stehende Patient um etwa
40 zur Rntgenkassette gedreht
wird, damit der um 20 abgesenkte
Rntgenstrahl die Gelenkflche der
Skapula tangential trifft. Die Skapula
muss der Rntgenkassette flach
anliegen. Wird nur eine a.-p.-Projektion
angefertigt, sollte der Arm
auenrotiert werden, damit das Tuberculum
majus Kontur bildend wird. Bei der
Abklrung einer Tendinosis calcarea
ist es sinnvoll, ergnzend zur
Auf Springer-Verlag 2003
C. Zeiler E.Wiedemann U. Brunner W. Mutschler
Imaging of the shoulder.
What is possible and what
do we need?
Diagnosis of shoulder problems is based on a
carefully taken patient history and a physical
examination.The tentative diagnosis arising
from these can then be checked by targeted
application of imaging. Radiographs of the
shoulder in three planes must be demanded
as a standard diagnostic procedure, because
these allow recognition of essential osseous
lesions. In ultrasound examination the main
emphasis is placed on evaluation of the
tendons; the subdeltoid bursa, the joint capsule
and, in some cases, the glenoidal lip can also
be evaluated by this technique. Ultrasound is
a rapid and inexpensive procedure, which
makes it particularly suitable in the primary
diagnosis. Computer tomography is applied
when there are osseous injuries that cannot
be adequately assessed on plain
radiographs, especially in the case of fractures of
the humeral head or scapula or after
shoulder luxations, when it is used for evaluation
of Hill-Sachs lesions, or fractures of the
glenoid.The gold standard for soft tissue
evaluation is magnetic resonance imaging; this
procedure should only be used in attempts
to answer specific questions when the afore
mentioned procedures cannot provide
adequate answers or when 6 weeks of
nonsurgical treatment has not been successful. MRI
results must be interpreted critically and
should always be compared with the clinical
findings, particularly if they have
implications for a possible operative treatment.
Imaging Shoulder X-ray CT MRI
nahme in Auenrotation eine weitere
Projektion in Innenrotation
durchzufhren, um weitere Kalkherde
berlagerungsfrei abzubilden (so
genannter Schwedenstatus).
2. Supraspinatus-outlet- oder Y-Auf
nahme (Abb. 1b)
Diese Projektion steht senkrecht auf
der True-a.-p.-Aufnahme und sollte
die Skapula mglichst tangential
treffen. Der stehende Patient wird
um etwa 50 vom Rntgenfilm weg
gedreht, sodass der von medial
kommende Rntgenstrahl annhernd
parallel zur Spina scapulae verluft. Die
anterolaterale Schulter liegt dann der
Rntgenkassette an. Die Aufnahme
heit Y-Aufnahme, weil die tangential
getroffene Skapula den senkrechten
Teil und Korakoid bzw. Spina
scapulae die beiden schrgen Schenkel
eines Y bilden. Die Pfanne steht im
Zentrum der 3 Linien, sodass sich ein
nicht luxierter Humeruskopf
ebenfalls in dieses Zentrum projizieren
muss.Die
Supraspinatus-outlet-Projektion eignet sich gut zur
Darstellung des Subakromialraums bzw. des
Akromions. Entgegen der
Empfehlung von Morrison u. Bigliani [12],
den Rntgenstrahl zustzlich um
510 abzusenken, verwenden wir
auch hier eine Absenkung um 20.
Allerdings ist zu bedenken, dass die
Rntgenmorphologie des Akromions
stark von dieser Absenkung
beeinflusst wird [1].Eine transthorakale
Projektion ist dagegen berflssig,
weil sie durch die berlagerung des
Thorax hufig von so schlechter
Bildqualitt ist, dass Humeruskopf
und Pfanne eben erkannt werden
knnen. Mglicherweise lsst sich so
eine Luxationsstellung ausschlieen,
differenzierte Aussagen sind aber
nur mit der weit besseren
Y-Projektion mglich.
3. axiale Aufnahme (Abb. 1c)
Diese Projektion wird am besten im
Sitzen angefertigt. Der Patient muss
hierzu seinen Arm um wenigstens
70 abduzieren und ber die
Rntgenkassette legen, beinahe als wollte
er sie unter der Achsel einklemmen.
Der Unterarm liegt flach auf dem
Tisch. Der Kopf muss vom
Rntgenstrahl weg gehalten werden, der
senkrecht von oben nach unten
verluft. Bei einer idealen axialen
Aufnahme wird die Pfanne tangential
getroffen. Sofern der Arm nicht
abduziert werden kann oder soll, kann
ersatzweise eine Projektion nach
Velpeau [2] durchgefhrt werden, die
auch im Gilchrist-Verband mglich
ist. Hierzu lehnt (...truncated)