Ein paar Eier pro Woche machen keinen Diabetes
FORTBILDUNG . KRITISCH GELESEN
Ein paar Eier pro Woche machen keinen Diabetes
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Eier werden als Nahrungsmittel kritisch beäugt. Zumindest hinsichtlich der Entwicklung eines
Diabetes gibt eine Metastudie nun aber Entwarnung: Drei Eier pro Woche sind kein Risikofaktor!
Ein leckeres Frühstücksei kann man sich
ohne Angst vor Diabetes gönnen.
_ Für eine Metaanalyse wurden alle
prospektiven Kohortenstudien eingeschlossen, die sich mit der Beziehung
zwischen dem Verzehr von Eiern und
dem Risiko für die Entwicklung eines
Diabetes mellitus beschäftigten. In den
Datenbanken PubMed, Ovid, Cochrane
und Google Scholar up wurden alle bis
Oktober 2015 publizierten Arbeiten
identifiziert.
Der primäre Endpunkt der Studien
war die Diagnose Diabetes mellitus.
Meist wurden die Kriterien der US-amerikanischen Diabetesgesellschaft genutzt: Nüchternblutzuckerwert ≥ 126
mg/dl bzw. ≥ 7,0 mmol/l, HbA1c-Wert ≥
6,5% bzw. ≥ 48 mmol/mol oder Zwei-
Stunden-Glukose-Toleranzwert ≥ 200
mg/dl bzw. ≥ 11,1 mmol/l. Die Daten
wurden von zwei unabhängigen Autoren
analysiert.
Von 1.990 erfassten Studien erfüllten
12 die methodischen Anforderungen.
Sieben davon wurden in den USA erhoben. Der Beobachtungszeitraum lag zwischen 5 und 20 Jahren, die Teilnehmerzahl zwischen 2.332 und 65.364.
In den 12 Studien wurden insgesamt
219.979 Personen analysiert. 8.911 entwickelten einen Diabetes mellitus. Das
gepoolte multivariante relative Risiko
für Diabetes mellitus lag mit dem höchsten Konsum von Eiern verglichen mit
dem niedrigsten Konsum bei 1,09
(95%-Konfidenzintervall [KI]: 0,99–
1,20) bei Gebrauch des Fixed-EffectsModells und bei 1,06 (95%-KI: 0,86–
1,30) bei Berücksichtigung des RandomEffects-Modells. Eine Evidenz für Heterogenität wurde ausgeschlossen (I2 =
73,6%, p < 0,001).
Bei der Betrachtung nach geografischer Herkunft zeigten sich Unterschiede. In Studien aus den USA zeigte sich
bei hohem Eierkonsum im Vergleich
zum niedrigsten Konsum ein um 39%
höheres Risiko für die Entwicklung eines Diabetes (95%-KI: 21%–60%). In den
Studien aus den anderen Ländern konnte kein signifikanter Unterschied ermittelt werden (p < 0,001).
Mengenmäßig ergab sich kein
Zusammenhang zwischen einem regelmäßigen Konsum von < 4 Eiern pro Woche und der Entwicklung eines Typ2-Diabetes. Nur in vier der US-Studien
stieg das Risiko ab drei Eiern pro Woche,
was an der beliebten Kombination mit
Speck oder Fleisch liegen könnte.
■ Djoussé L, Khawaja OA, Gaziano JM. Egg consumption and
risk of type 2 diabetes: a meta-analysis of prospective studies.
Am J Clin Nutr. 2016;103:474–80
KOMMENTAR
Es ist das Verdienst dieser Studie, den
schlechten Ruf von Eiern als Nahrungsmittel
zu relativieren. Zumindest in Europa und Japan und sogar in einigen der amerikanischen Studien fand sich kein Zusammenhang zwischen einem moderaten Konsum
von Eiern und der Entwicklung eines Typ2-Diabetes. Dies ist wichtig vor dem Hintergrund, dass Eier eine sehr gute Protein- und
Vitaminquelle darstellen und überall auf der
Welt zu relativ geringem Preis verfügbar sind.
Zusammenfassend bestätigen die Daten,
dass genetische Disposition, mangelnde körperliche Aktivität sowie Übergewicht bzw.
Adipositas weiterhin die entscheidenden
Determinanten für die Entwicklung eines
Typ-2-Diabetes sind. Der Verzehr und die
Menge einzelner Nahrungsprodukte, wie hier
für Eier gezeigt werden konnte, haben dagegen keinen nennenswerten Einfluss.
■
Dr. med. C. Jaursch-Hancke
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