Suizid und Geschlechterrolle
Mnner wtend und zurckgewiesen, Frauen umgnglich und psychisch krank - eine aktuelle Studie der MedUni Wien zeigt, dass diese Geschlechtsstereotypen vorherrschen, wenn sterreichische Tageszeitungen ber Suizide berichten. Das hat weitreichende Folgen. 1. Eisenwort B. et al.: Sex Roles 2014;71:246-260 psychopraxis.neuropraxis 5 2014 | 3
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In sterreich haben 46 % der
Mnner und 36 % der
Frauen sexuelle Probleme, doch nur
wenige davon werden richtig
beziehungsweise berhaupt
behandelt. Um dieses
Informationsdefizit beim Tabuthema
sexuelle Gesundheit zu
beheben, haben Sexualmedizinerin
deren Menschen und Motive,
die im familiren Umfeld
verankert sind. Ebenso treten
psychiatrische Erkrankungen
hufig als Motiv auf und werden
stigmatisierend beschrieben.
Weiters kennzeichnen
komplexere Sprache und
vorsichtige Ausdrucksweise die Artikel
ber Frauensuizide. Im
Gegensatz dazu treten in den Artikeln
ber Mnnersuizide mehr
Wrter auf, die auf Wut und
Zurckweisung hindeuten. Das in
sterreich ohnehin
vorhandene konservative Rollenbild wird
durch diese Art der
Berichterstattung verstrkt.
Suizidrisiko senken
Das ist jedoch nicht alles. Es
ergibt sich daraus eine ganz
konkrete Problematik, die
Studienleiterin Brigitte Eisenwort von
der Universittsklinik fr
Kinder- und Jugendheilkunde der
MedUni Wien
folgendermaen erklrt: Psychische
Erkrankungen werden
stigmatisierend beschrieben und sind
auerdem allgemein
unterreprsentiert, da sie zum
Beispiel in Berichten ber
suizidale Mnner kaum
vorkommen. Dadurch ist ein wichtiger
Prventionsansatz fr
sterreichische Leserinnen und Leser
nicht greifbar. Psychiatrische
Erkrankungen sind
behandelbar. Das Suizidrisiko liee sich
dadurch reduzieren.
JournalistInnen sollten deshalb auf
eine mglichst korrekte
Darstellung von Suizidalitt achten
und nicht auf stereotype
Darstellungen von Mnnern und
Frauen zurckgreifen.
Untersucht wurden aus elf
sterreichischen
Tageszeitungen 507 Artikel der Jahre 1997
und 2005, die einen der
Begriffe Suizid, Selbstmord und
Freitod enthielten. Die Studie ist
eine der ersten
Untersuchungen, die sich umfassend mit der
Thematik von
genderspezifischen Mustern in der
Berichterstattung ber Suizid
auseinandersetzt.
Dr. Elia Bragagna und
Physiotherapeut Martin Gttl
sterreichs erste sexualmedizinische
Hotline ins Leben gerufen:
Unter 0900 88 80 80 werden
PatientInnen mit
Sexualstrungen kompetent und ausfhrlich
beraten Genau Informationen
gibt es unter www.sexmed.at.
Die Hotline ist das erste
ffentliche Signal jener
sexualmedizinischen Praxis, die am 2.
Februar 2015 in Graz ihre Pforten
ffnen wird. Um PatientInnen
optimal behandeln zu knnen,
ordinieren hier eine
Sexualmedizinerin, eine
Allgemeinmedizinerin, ein Gynkologe, ein
Urologe, ein Ansthesist
sowie ein Schmerzspezialist unter
einem Dach. Alle rzte der
sexualmedizinischen Praxis sind
mit einem Zertifikat oder
Diplom der sterreichischen
rztekammer ausgestattet.
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