Optimale Analgesie bei Nierensteinkolik

MMW - Fortschritte der Medizin, Sep 2016

Prof. Dr. med. H. S. Füeßl

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Optimale Analgesie bei Nierensteinkolik

FORTBILDUNG . KRITISCH GELESEN Optimale Analgesie bei Nierensteinkolik Bei der akuten Nierensteinkolik erweisen sich 75 mg Diclofenac i.m. als analgetisch effektiver als die intravenöse Gabe von 0,1 mg/kg Morphin oder 1 g/100 ml Paracetamol. _ Die Schmerzen bei der akuten Nierensteinkolik gehören zu den schlimmsten, die ein Mensch erleben kann. In den westlichen Industrieländern stieg die Inzidenz in den letzten zehn Jahren um über 50%. Wohl jeder praktizierende Arzt erlebt mehrfach im Jahr einen Patienten mit derartigen Beschwerden. Doch besteht keine Einigkeit über die optimale analgetische Therapie. Im Verlauf eines Jahres wurden in der Nothilfe der Universitätsklinik von Doha 1.645 Patienten mit akuter Nierensteinkolik in drei Gruppen randomisiert. 547 Patienten erhielten 75 mg Diclofenac i.m., 548 bekamen 1 g/100 ml Paracetamol i.v., und 549 wurde 0,1 mg/kg Mor- phin i.v. verabreicht. In einer Intentionto-treat-Analyse wurde ermittelt, ob sie nach 30 Minuten eine mindestens 50%ige Verringerung des Schmerz-Scores erreichten. Bei 1.316 Patienten wurden Konkremente im Ureter diagnostiziert. Der primäre Endpunkt wurde unter Diclofenac von 68%, unter Paracetamol von 66% und unter Morphin von 61% der Teilnehmer erreicht. Im Vergleich zu Morphin war Diclofenac signifikant effektiver bei der Schmerzreduktion, während zwischen Morphin und Paracetamol kein signifikanter Unterschied bestand. Unerwünschte Arzneimittelwirkungen traten unter Morphin bei 19 Patienten (3%) auf, in den beiden anderen Gruppe dagegen nur bei jeweils sieben (1%). ■ Pathan SA et al. Delivering safe and effective analgesia for management of renal colic in the emergency department: a double-blind, multigroup, randomised trial. Lancet. 2016;387:1999–2007 KOMMENTAR Wir nehmen es zur Kenntnis und wundern uns, dass es eine derart schlichte Studie zu einem Allerweltsthema in eine der bedeutendsten Fachzeitschriften geschafft hat. ■ Prof. Dr. med. H. S. Füeßl Themenhinweis: In MMW 17/2016 werden wir uns im Schwerpunkt „Der urologische Notfall“ intensiv auch mit der Therapie der Nierensteinkolik befassen. Hinter dem Exanthem steckt ein brasilianisches Virus © Lancet Infect Dis. 2016;16:866 Ein 39-jähriger Mann suchte wegen einer fiebrigen Erkrankung mit Kopf-, Schluck- und Muskelschmerzen, einer Konjunktivitis und einem Ausschlag im Gesicht eine Nothilfe auf. Begleit- erkrankungen waren nicht bekannt. Bei der Untersuchung zeigten sich ein schmetterlingsförmiges Exanthem im Gesicht und eine konjunktivale Injektion (Abb. A) sowie ein makulöses A B C D A: Exanthem im Gesicht, konjunktivale Injektion. B: Exanthem am Abdomen. C: Petechiale Blutungen am harten Gaumen. D: Druckdolenter Lymphknoten hinter dem Ohr. 44 MMW Fortschritte der Medizin 2016 . 16 / 158 Exanthem im Bereich von Brust und Abdomen (Abb. B). Im Bereich des harten Gaumens fanden sich eine Rötung und petechiale Blutungen (Abb. C). Hinter dem linken Ohr tastete man einen druckdolenten, verschieblichen und weichen Lymphknoten von etwa 15 mm Durchmesser (Abb. D). Darüber hinaus fielen multiple kleinere, submandibuläre und zervikale Lymphknoten beidseits auf. Im Routinelabor bestanden keine Auffälligkeiten, im Urinstatus eine leichte Hämaturie. Der Patient lebte in einer deprivierten Region von Rio de Janeiro. Serologische Untersuchungen auf Dengue, Zytomegalie, Toxoplasmose, EBV, Lues und HIV waren sämtlich negativ. Auch eine PCR für Dengue und Chikungunya ergab keinen pathologischen Befund. Erst die wegen der aktuellen Infektionswelle angelegte PCR von Zikavirus-RNA erbrachte ein positives Ergebnis. Die Behandlung war symptomatisch. 14 Tage nach der Erstvorstellung war der Patient vollständig beschwerdefrei. ■ Prof. Dr. med. H. S. Füeßl ■ Brasil P et al. (). Exanthema associated with Zika virus infection. Lancet Infect Dis. 2016;16:866 (...truncated)


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Prof. Dr. med. H. S. Füeßl. Optimale Analgesie bei Nierensteinkolik, MMW - Fortschritte der Medizin, 2016, pp. 44-44, Volume 158, Issue 16, DOI: 10.1007/s15006-016-8721-z