Die Verbindung von Psyche und Körper ist, wie bei der Behandlung psychosomatischer Erkrankungen, seit Entwicklung der Psychotherapie ein zentrales Thema. In den letzten Jahren zeichnet sich eine deutliche Fokussierung und Erweiterung leibtherapeutischer Intervention ab. Achtsamkeitsbasierte Psychotherapien, Yoga und viele weitere körperzentrierte Psychotherapieformen im Sinne des...
Die therapeutische Beziehungsarbeit mit psychotischen Patient:innen wird häufig von großen Schwierigkeiten begleitet. Dieser Umstand lässt sich auch auf schwere und komplexe Traumatisierungen der Patient:innen zurückführen, welche im Hier und Jetzt der therapeutischen Beziehung re-inszenatorischen Ausdruck finden. Ein wertvolles Konzept, welches dem Schutz der therapeutischen...
Der Universitätslehrgang Substanzgebrauchsstörungen (SGS) widmet sich einem zunehmenden gesellschaftlich und klinisch relevanten Phänomen und möchte den teilnehmenden Studierenden einen rationalen und evidenzbasierten Zugang zu Substanzgebrauch und Menschen mit SGS vermitteln. Es sollen psychiatrische, pharmakologische, neurowissenschaftliche und soziale Grundlagen zu SGS erlernt...
Die zerebrale Sinusvenen- und Kortikalvenenthrombose (CSVT) ist eine seltene, aber lebensbedrohliche Erkrankung, und ihre Diagnose bleibt eine Herausforderung. Sie manifestiert sich mit einem breiten Spektrum von Symptomen wie Kopfschmerzen, Sehstörungen, fokal neurologischen Ausfällen oder epileptischen Anfällen. Die Dynamik, Prognose und das Ausmaß der Erkrankung hängen...
Kopfschmerzen sind ein weitverbreitetes Symptom, wichtig ist die Unterscheidung in primäre und sekundäre Kopfschmerzen. Primäre Kopfschmerzen können bei typischer Anamnese und unauffälligem klinisch-neurologischen Untersuchungsbefund nach den Kriterien der internationalen Kopfschmerzklassifikation (ICHD-3) in der Regel ohne weitere Zusatzuntersuchung diagnostiziert werden. Am...
Die systemische Thrombolyse ist eine effektive und häufige Rekanalisationstherapie des akuten ischämischen Schlaganfalles. Eine Antikoagulation ist traditionell eine der typischen Kontraindikationen für die Anwendung der Lysetherapie. Die orale Antikoagulation (OAK) ist die effektivste Form der Prophylaxe von systemischen Thrombosen bei Patient:innen mit nicht valvulärem...
Die unipolare Depression betrifft weltweit über 300 Mio. Menschen und ist die führende Ursache für Suizide mit einer jährlichen Suizidrate von etwa 800.000 Personen. Bei adäquater Behandlung ist die Prognose sehr gut, jedoch entwickeln 10–30 % der Betroffenen eine therapieresistente Depression, welche durch ein unzureichendes oder fehlendes Ansprechen auf die antidepressive...
In der Psychotherapieausbildung ist eine Kompetenzorientierung, die Definition von Kompetenzprofilen, die entlang von Lernpfaden vermittelt werden, zentral. Mentalisierung beschreibt die menschliche Fähigkeit, eigene und fremde psychische Zustände zu verstehen und wird als eine der Kernkompetenzen von Psychotherapeut:innen angesehen. Bedarfserschließung und New-Work-Bewegungen...
Die Abgrenzung zwischen Demenz vom Lewy-Body-Typ (LBD) und einem Delir ist schwierig. Sie kann im Rahmen einer ausführlichen Fremdanamnese aufgrund der Zeitkriterien leicht gelingen. Soziale Isolation der Patienten im Vorfeld und damit fehlende fremdanamnestische Daten sowie Spezifitäten wie prolongiertes Delir und Delir im Rahmen einer LBD erschweren die Diagnose zusätzlich. Die...
Die Alzheimer-Demenz ist die häufigste Demenzform und zählt zu den neurodegenerativen Erkrankungen. Im Verlauf kommt es bei Betroffenen zu einer zunehmenden kognitiven Verschlechterung mit damit einhergehender Einschränkung von Alltagskompetenz und Veränderung der Persönlichkeit. Typische Symptome zu Beginn sind unter anderem Gedächtnisprobleme, Orientierungslosigkeit...
Zum Thema der Versorgung mit Psychotherapie sind Informationen über das Ausmaß des Behandlungsbedarfs und des Behandlungserhalts wesentlich. Da oft nur ein Teil der psychisch Kranken die entsprechenden Behandlungen erhält, wurde die Sicht der Betroffenen zum Thema der psychotherapeutischen Versorgung erhoben. Deutlich wurde eine fehlende Transparenz, der aus Behandler:innensicht...
Es kommt selten vor, dass ein neurochemisches Thema ausführlich in einem Zeitungsartikel behandelt wird. Am 8. November 2022 stellte die New York Times fest: Antidepressiva wirken nicht so, wie viele Menschen denken. Die Wirksamkeit der selektiven Serotonin-Rückaufnahme-Inhibitoren (SSRI) wird in dem Artikel anerkannt; allerdings würden die SSRIs nicht deswegen wirken, weil sie...
Mit dem Begriff Post-COVID-19-Syndrom werden nach WHO und den Leitlinien der deutschen Gesellschaft für Neurologie Symptome zusammengefasst, die in einem zeitlichen Zusammenhang nach einer COVID-19-Infektion auftreten, länger als drei Monate persistieren und keiner anderen Erkrankung zuzuordnen sind. Neben der meist im Vordergrund stehenden chronischen Erschöpfung sowie...
Patientenanwaltschaft und Psychiatrie müssen sich weiterhin um ein gegenseitiges Rollenverständnis bemühen. Beide Berufsgruppen haben bei ihrer Rolleninterpretation einen beträchtlichen Gestaltungsspielraum. Procedural Justice (PJ) und Therapeutic Jurisprudence (TJ) enthalten dafür wertvolle Grundüberlegungen, die ein entsprechendes Bewusstsein erzeugen und eine darauf bezogene...
Der Sezierkurs stellt eine wesentliche Etappe in der medizinischen Ausbildung dar. Psychoemotionale Eindrücke der teilnehmenden Student:innen sowie protektive Faktoren wurden von Studierenden der Karl Landsteiner Universität in Kursprotokollen dokumentiert. Im Rahmen einer qualitativen Inhaltsanalyse wurden deren Inhalte ausgewertet. Über die klinische Anwendbarkeit der...
In der Psychiatrie kommt es aufgrund der fortschreitenden medizinischen Diagnostik zunehmend zur Vorstellung von Patienten mit genetischen Befunden, als Beispiele seien hier genannt und kurz beschrieben: die TLK2-Mutation (Tousled-Like-Kinase-2), der Morbus Canavan, die familiäre Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (CJK), das Prader-Willi-Syndrom (Mikrodeletionssyndrom am Chromosom 15...
Prionenerkrankungen sind letale neurodegenerative Erkrankungen, die durch eine Konformationsänderung des physiologischen Prionproteins in eine pathologische Variante ausgelöst werden. Dieses physiologische Prionprotein lagert sich in den Nervenzellen ab, wodurch es zum Zelltod kommt. Von der sporadisch auftretenden Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (CJK), die 90 % der...