Die Vaskulitis des zentralen Nervensystems (ZNS) ist eine schwierig zu diagnostizierende Erkrankung, die sich oft hinter unspezifischen Symptomen versteckt. Biomarker können bei der Diagnosefindung hilfreich sein, schließen aber bei Fehlen die Erkrankung nicht aus. Wir berichten über einen 36-jährigen Patienten, der sich klinisch mit Schwindel und langsam aggravierenden...
Spezialisierte Früherkennungs- und Frühinterventionszentren stellen neben Bestrebungen, psychotische Erstmanifestation zu verhindern oder zu verzögern, auch den Erhalt des psychosozialen Funktionsniveaus der Patient:innen in den Vordergrund der klinischen Behandlung. Zur Erfassung eines symptomatischen erhöhten Psychoserisikos existieren operationalisierte Kriterien und...
Der Begriff „Biosensoren“ ist ein Sammelwort für tragbare Anwendungen, die biologische Funktionen erfassen. Die gängigsten Biosensoren sind Akzelerometer mit zunehmenden Anwendungsbereichen als Multi-Sensor-Anwendungen oder elektrodermale Sensoren. Akzelerometer nehmen eine Bewegung bzw. Beschleunigung von Objekten im Raum wahr und im Zuge der technischen Entwicklungen der...
Weltweit hat die COVID-19-Pandemie das Gesundheitssystem vor erhebliche Herausforderungen gestellt. Neben den direkten Effekten hatte die Pandemie zusätzlich großen Einfluss auf die medizinische Behandlung und Versorgung von Patient:innen mit chronischen Erkrankungen wie der multiplen Sklerose (MS). Initial konnte sowohl in Österreich als auch in anderen europäischen Ländern ein...
In der Gesamtbehandlungsplanung nimmt die Medikation unter spezifischen Gesichtspunkten eine spezielle Bedeutung ein. Individuelle, innerpsychisch-libidoökonomische, objektbeziehungstheoretische Konzepte werden entlang des Konzepts der „Resomatisierung“, des Handlungsdialogs, des Übergangsphänomens diskutiert. Krankheitsspezifische Bedeutungen bekommen anhand der Fallvignette Raum.
Unbewusste affektiv-kognitive Phänomene beeinflussen Entscheidungsfindung, Entwicklung von Einstellungen, Problemlösung und Kreativität. In chronischen Belastungssituationen kann durch das Akzeptieren des Nichtwissens die Handlungsfreiheit wiedergefunden werden.
Kontinuierliches Prozessfeedback mit internet- und app-basierten Methoden hat sich in der Psychotherapie inzwischen etabliert, mit deutlichen Unterschieden in der Art der Realisierung. Das Synergetische Navigationssystem (SNS) bietet die Möglichkeit, die Komplexität und nichtlineare Dynamik von Therapieprozessen engmaschig zu erfassen, zu analysieren und zu visualisieren, wobei...
Im Vergleich zu überwiegend somatischen Fällen beschreibt die Literatur einen deutlich negativen Effekt bei somatisch-psychiatrischer Komorbidität. Betroffen sind die Verweildauer, die Wiederaufnahmewahrscheinlichkeit, die Mortalität und die Pflegebedürftigkeit. Untersucht wurde, ob durch den standardisierten Einsatz psychiatrischer Interventionen eine Verbesserung des...
Wiederkehrende Episoden entzündlicher Schädigungen des Sehnervs und des Rückenmarks sind als eigenständige Erkrankung schon aus historischen Überlieferungen bekannt. Im Jahr 2004 gelang die Identifikation des pathognomonischen, gegen Aquaporin‑4 auf Astrozyten gerichteten Antikörpers. Zugehörige klinische Manifestationen werden als Neuromyelitis-optica-Spektrum-Erkrankungen...
Ausgehend von der methodologischen Fragestellung nach Möglichkeiten und Grenzen „retrospektiver Diagnostik“ wird in diesem Beitrag das Fallbeispiel der zeitgenössisch als „dämonische Besessenheit“ interpretierten Erkrankung der Maria Eichhorn im Jahre 1599 präsentiert. Die in einer handschriftlichen Darstellung eines der beteiligten Exorzisten geschilderte Symptomatik wäre in...
Die Transitionspsychiatrie ist ein relativ neues Feld innerhalb der Psychiatrie, das sich auf Menschen zwischen dem 14. und 25. Lebensjahr fokussiert. Sie versteht sich als Schnittstelle zwischen der Kinder- und Jugendpsychiatrie und der Erwachsenenpsychiatrie, als „Missing Link“ im Übergang zum Erwachsenenleben. In der aktuellen Versorgungslandschaft wird die Gruppe der 14- bis...
Die Schluckfunktion kann durch eine Intubation stark beeinträchtigt werden. Essen und Trinken, aber auch Speichelschlucken können dadurch massiv gestört werden. In diesem Fall konnten einer jungen, multimorbiden Frau durch die Zusammenarbeit des gesamten medizinischen Personals die Nahrungsaufnahme wieder ermöglicht und die Lebensqualität gesteigert werden.
Nach einem Schlaganfall treten häufig relevante depressive Symptome (poststroke depression, PSD) auf, die in der klinischen Praxis häufig übersehen oder unterschätzt werden. Die rasche Erkennung und angemessene Behandlung der PSD sind für die Rehabilitation und die Chance auf ein optimales funktionelles Ergebnis von entscheidender Bedeutung. Selektive Serotonin-Rückaufnahme...
Das Anti-Synthetase-Syndrom (ASyS) ist eine klinisch heterogene und seltene Autoimmunerkrankung, in der es zur Bildung von Autoantikörpern gegen Aminoacyl-tRNA-Synthetasen kommt. Klinisch findet man klassischerweise die Trias aus Myositis, Arthritis und prognosebestimmender interstitieller Lungenerkrankung. Wir berichten über einen 30-jährigen Patienten mit rezidivierenden...
Bei rezidivierenden und multilokulären Schlaganfällen sollte in Endemiegebieten an eine seltene zerebrovaskuläre Manifestation einer Neuroborreliose gedacht werden. Oft ist eine Prodromalphase mit unspezifischen Symptomen über Monate anamnestisch erhebbar. Das Auftreten intrakranieller Aneurysmen kann ein weiterer Hinweis sein. Im Liquor findet sich eine lymphomonozytäre...