β-adrenerge Rezeptoren besitzen ein Aktivierungsgedächtnis
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Korrespondenzadresse: Dr. Andrea Ahles Institut fr Pharmakologie und Toxikologie Technische Universitt Mnchen Biedersteiner Strae 29 D-80802 Mnchen Tel.: 089-41403277
Adrenerge Rezeptoren vermitteln die zellulren Antworten auf die Stimulation durch die Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin und stellen gleichzeitig wichtige Zielstrukturen fr hufig verwendete Arzneimittel dar. Ihre Funktion und ihr Ansprechen auf Liganden werden durch Polymorphismen in ihrer Primrsequenz moduliert. Die zugrunde liegenden Mechanismen sind jedoch weitgehend unklar [1]. Wir haben die Technik des FluoreszenzResonanz-Energietransfers (FRET) genutzt,
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Fritz-Klz-Preis 2011 der DGPT
ANDREA AHLES
INSTITUT FR PHARMAKOLOGIE UND TOXIKOLOGIE, TU MNCHEN
um den Einfluss der am hufigsten
vorkom
menden Polymorphismen im 2-adrenergen
Rezeptor (2AR) auf die Konformation des
Rezeptors nach Aktivierung zu untersuchen.
Dafr wurden FRET-Sensoren fr die
2ARVarianten mit einem gelb fluoreszierenden
Protein (YFP) sowie einem cyan
fluoreszierenden Protein (CFP) in der dritten
intrazellulren Schleife bzw. am C-Terminus
hergestellt (Abb. 1A, B). Nach Stimulierung der
2AR-Sensoren konnte die Aktivierung der
polymorphen Rezeptorvarianten in lebenden
Zellen in Echtzeit untersucht werden. Dabei
behielten die FRET-Sensoren sowohl die
Bindungsaffinitten der nativen Rezeptoren als
Abb. 1: A, Schematischer Aufbau der 2AR-FRET-Sensoren. B, subzellulre Lokalisation der
2AR-FRET-Sensor-Varianten in HEK-293-Zellen. Konfokalmikroskopische Aufnahmen
reprsentativer Einzelzellen. C, oben: schematische Darstellung des experimentellen Ansatzes zur
Untersuchung der Aktivierungskinetik bei wiederholter Stimulation der 2AR-Sensoren. Mitte: Mittelwert
und Standardfehler aus n = 5 monoexponentiell gemittelten Kurven der ersten und zweiten
Aktivierung. Unten: Zeitkonstanten fr die erste und darauf folgende zweite Aktivierung (n = 7)
(aus [2], AAAAS).
auch eine intakte Funktionalitt hinsichtlich
der Bildung des sekundren Botenstoffes
cAMP.
Die Analyse der Aktivierungskinetik ergab
sehr hnliche Geschwindigkeiten der
verschiedenen polymorphen 2AR-Varianten
nach einmaliger Stimulation. Die Kinetik
nderte sich jedoch nach Vorstimulation in
Abhngigkeit des Vorliegens bestimmter
Rezeptorvarianten (Abb. 1C). So konnten wir
im Vergleich zur ersten Aktivierung eine
schnellere Aktivierung der effizienteren
Gly16-Variante des 2AR feststellen, whrend
die weniger effiziente Arg16-Variante
dagegen bei einer wiederholten Stimulation
langsamer aktiviert wurde. Diese Ergebnisse
lassen auf ein polymorphismusspezifisches
Rezeptorgedchtnis schlieen. Die
Ausbildung der unterschiedlichen
Aktivierungskinetik hing von der Interaktion des Rezeptors
mit lslichen intrazellulren Faktoren ab und
bedurfte einer Phosphorylierung
intrazellulrer Serin- und Threoninreste durch
G-Protein-gekoppelte Rezeptorkinasen [2].
Die Daten implizieren eine
polymorphismusabhngige Eigenschaft des 2AR, die die
Aktivierungskinetik der Rezeptoren bei
wiederholter Stimulation determiniert. Diese
knnte auch fr die zwischen Individuen
variierende Ansprechbarkeit auf -Agonisten und
-Blocker mitverantwortlich sein.
(...truncated)